Dämmerungszeremonie der Fülle

Übersetzung: Rt. Rev. Hamsadevi, AU

Die Menschheit hat ihre seit altersher bestehende Verbindung zu den Gottheiten verloren. Obwohl in einigen Teilen der Welt der materielle Reichtum vorherrscht, verhungern woanders Millionen von Menschen. Die Führung durch die Inneren Ebenen hilft einer oder einem Betenden dabei, zu wissen, was zu tun ist, und wie etwas getan werden kann. Jede/r von uns kann seinen oder ihren Teil dazu beitragen, unserer Erde und all ihren Lebewesen geistige und materielle Fülle zu geben.

Invokation der Sonnengöttin

Wenn ich zum Augusthimmel hinaufschaue, wo SIE sich hinter dem vielfachen Zaun von Wolken verbirgt; die große Herrscherin, die uns seit Myriaden von Jahrtausenden in der Stille regiert, dann lasset uns sagen- Möge es ewig so bleiben! In tiefer Ehrfurcht dienen wir IHR; mit unerschütterlichem Gehorsam wollen wir IHR dienen! Große Göttin der Sonne, wenn Du am Himmel aufgehst, dann statte all jene, die Dich verehren mit Deiner Großmut aus, und lass uns teilhaben an Deinen Gaben in den Zyklen der Tage und der Leben!

Intoniere: Ama-Terasu - Ama-Terasu - Ama-Terasu.

Das Orakel der Göttin Ama-terasu-O-Mi-Kami durch ihre Priesterin:

Ihr bestaunt meinen goldenen Strahlenkranz, ihr beugt euch vor meiner Schönheit und fühlt euch gering, ihr seht mich am Himmel und findet mich niemals, der Himmel, den ihr sucht, ist unter euren Füßen! Mit ruhmreichen Taten ehrt ihr mich, ihr macht euch Flügel und fliegt mir entgegen, ihr bietet  mir eure Seele dar, doch bin ich in euren Herzen. Die Erde verbirgt meine Pracht, in ihrer Schwärze ist meine Gabe, meine Größe liegt in der Unscheinbarkeit, in allen Lebewesen erstrahlt mein Lebensfunken!

Die Erde ist eine entstehende Sonne, die Schwingen verbergen sich in ihrer Hülle, die Leere des Raums ist meine Robe. Wer ich bin? Ich bin Liebe!

Auf dem Altar liegt ein kleiner Stein. Außerdem steht dort ein Gefäß mit  Getreide, eine Schale mit Wasser, sowie Räucherwerk und Salböl. Zusätzlich steht eine Topfpflanze auf dem Altar.

BETENDER: Sei gesegnet, oh Ama-Terasu, die Du die Hirse, den Weizen und die Bohnen als Saat für die trockenen Felder und den Reis als Saat für die feuchten Felder geschaffen hast! Du hast den Erntegott ernannt, der sogleich den Reis als erste Saat in die nahegelegenen Felder und die weiter entfernten Felder des Himmels säte. In diesem Herbst bog sich das Getreide, schwer von acht Spannen langen Ähren herab. Und wer es sah, der freute sich. Große Göttin der Sonne, schenke uns Fruchtbarkeit, Frieden und Fülle und alle Freuden dieser Erde. In dieser Morgendämmerung teile mit uns Deine ewige Freude, und Dein strahlendes Lachen, damit unser Tag von Deiner Güte erstrahlen möge!

Die oder der Betende bietet der Göttin Getreide dar.

Invokation von Ushas, indische Göttin der Morgendämmerung:

Lasst Hymnen und Gebete aufsteigen; die aufflammenden Feuer haben ihre flammende Strahlenpracht entfaltet. Die strahlende Morgendämmerung hat ihre lieblichen Schätze enthüllt, die in Nacht und Dunkelheit verborgen lagen. Komm zu uns, Ushas der Goldenen Morgendämmerung!

Die oder der Betende bietet Räucherwerk dar.

BETENDE/R: Schön wie eine von einer liebenden Mutter Geschmückte Braut zeigst Du Dich uns in Deiner Gestalt als die glücksverheißende Morgendämmerung; erstrahle heller und weiter. Keine andere Morgendämmerung hat je Deine Pracht ereicht, scheine auf uns herab, Morgendämmerung, die Du uns so schnell hörst. Mögen wir und all unsere Freunde in Freiheit gedeihen !

Die oder der Betende bietet der Göttin die Pflanze dar. TANZ.

BETENDE/R: Sei gegrüßt, Göttin Grainne, Sonne aller Jahreszeiten, die Du in den himmlischen Höhen wanderst, und mit Deinen starken, geflügelten Schritten die Höhen durchquerst; Du bist die Glückliche Mutter der Sterne!

Du sinkst herab in den gefährlichen Ozean ohne Schaden zu nehmen und ohne Verletzung. Du steigst aus sanften Wellen auf wie eine junge Blumenkönigin. Wir erfreuen uns an Deinem Aufstieg am Morgenhimmel.

Die oder der Betende läutet eine Glocke einmal und ist dann still, um den Segen der Göttin zu empfangen.

Am Ende der Meditation wird die Glocke zweimal geläutet; danach wird ein wenig Wasser getrunken.

Ich nehme dieses Wasser als Geschenk der Göttin an, damit ich an diesem Tag an IHRER Freude teilhaben mag.

Die oder der Betende legt die Hände auf den Altarstein.

Durch diesen Stein nehme ich die Gaben der Erde von der Göttin an, damit  ich mit den Reichtümern der Mutter Erde gesegnet bin.

Die oder der Betende streckt die Hände aus.

Mögen alte Lebewesen, und alles, was lebt, mit Freude und Fülle gesegnet sein, jetzt und immerdar!

Dankspruch: Dank sei Ama-Terasu No Oho Kami für die Sonne. Dank sei  Ushas für die Morgendämmerung. Wir auf der Erde preisen die Große Mutter.

Die Erde erhält die Regentropfen und birgt Sterblichkeit, birgt Speise und die Stämme der Tiere. So betrachtet man sie nicht zu Unrecht als die Mutter allen Lebens; in ihr seid ihr gesegnet.

Liturgie 

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