Initiation der Pylonen

- aus "Melusine - Lebenszentren der Göttin"

Orakel der Göttin Isis durch ihre Priesterin

Priester: Geflügelte Isis, Tochter der Nuit, die alle Sterne in ihrem Leib birgt, hilf uns das ewige Leben zu gewinnen, indem wir die Innere Sonne erwecken!

Orakel: Ihr werdet zum Licht gezogen wie eine Motte zur Flamme. Doch es ist zu eurem Schutz, daß die Schleier der Nacht euer irdisches Leben verhüllen. Der materielle Körper hütet die in euch schlummernden Kräfte so, wie die Schale der Erde deren Myriaden von Juwelen der Kraft hütet.

Es ist wichtig, daß jedes Lebenszentrum durch die Wirbelsäule in der Mitte erweckt wird, ob dies eure eigene Wirbelsäule oder die Polarachse der Erde ist. Betrachtet die Lebenszentren als vielfarbige Früchte, die an eurem Inneren Lebensbaum wachsen. Diese Früchte erhalten ihre Lebenskraft durch den Stamm in der Mitte. Doch eine jede trägt den Samen der Unsterblichkeit schon in sich.

Da gibt es jene unter euch, die sich, angefeuert durch ihren Ehrgeiz, demLebensbaum von vorn nähern und nach einer besonderen Frucht greifen, ob diese jene der Liebe, der Macht oder der Freude ist. Zunächst erfahren sie dann Ekstase. Jene, die nach der Frucht des Ehrgeizes greifen, betrachten sich selbst als die einzige Gottheit im Universum! Andere betrachten sich als die Schönsten, die Bewunderungswürdigsten, die Mächtigsten. Ein solcher Verstoß gegen den Lebensbaum, die Palme meines Körpers ist niemals dauerhaft. Zunächst erfreut man sich an den Gaben meiner Palme, wenn dann aber die Lebensessenz schwindet, werden sie mit Abscheu betrachtet! Nur jene Früchte, die am Baum wachsen, führen zu ewigem Leben.

Denn jene erhalten ihre Vollkommenheit durch die Wurzeln, die aus der Matrix und der Sonne wachsen. Lehnt euch mit eurem Rücken an den Baum; und die Lebenskraft wird euer ganzes Wesen und Sein durchdringen.

Es ist einfach, was ihr hierfür tun müßt. Zur Morgen- und zur Abenddämmerung tretet vor die Gottheiten und invoziert ihre Hilfe. Ihre Macht wird euch all die Kraft, Liebe, Freude und Weisheit bringen, derer ihr für einen Tag bedürft! Alles darüber hinausgehende führt zu Übersättigung und prallt zurück.

Wenn die Sonne im Westen untergeht, so wendet euch erneut zu den Gottheiten und bedankt euch für all die Gaben, die euch und eurer Arbeit zuteil geworden sind. In der Nacht werdet ihr zu Uns zurückkehren und den Atem des Lebens erhalten, um so am Tage eure Arbeit im Göttlichen Plan zu vollenden.

Bringt den Gaben der anderen Anerkennung entgegen, und ihr werdet an diesen teilhaben statt in selbstsüchtiger Isolation dahinzuwelken. Vor allem aber schaut nur in die Sonne, wenn diese sich im Wasser widerspiegelt. Meine Kinder, ich bin bei euch in den Höhen und in den Tiefen.

Priesterinnen tragen ägyptische Kronen und halten Lotusstäbe. Priester tragen ägyptische Kopfbedeckungen und tragen Hirtenstäbe. Teilnehmende tragen Stirnreifen und Kopfschmuck ,und alle tragen vielfarbige ägyptische Roben. Der Priester des Anubis hält einen Stab mit einem Schakalskopf und trägt eine gelbe Robe. NeophythIn in weiß. Auf einem mit einem goldenen Tuch gedeckten Altar stehen acht entzündete Kerzen, ein Silbergefäß mit Wasser und brennendes Räucherwerk. Die Zeremonie kann von Musik
begleitet sein.


Prn.H. bringt Räucherwerk dar und zieht das Ankh-Zeichen: Ich invoziere Isis, Tochter der Nuit, die den geheimen Namen von Ra kent. Isis, Große Zauberin, bringe uns das ewige Leben!

Pr.H. bringt Räucherwerk dar und zieht das Zeichen des Kreises: Ich invoziere den Gott Ra, Der sich iin der Morgendämmerung eines jeden Aeons erneuert. Hilf uns, spirituelle Wiedergeburt zu erlangen!

Die Bezauberung des Ra durch Isis

2.Prn. salbt allen Teiln. die Stirn mit diesen Worten: Empfange innere Visionen, damit du so die Mysterien durchdringen kannst.

1.Prn.: Gefährtinnen und Gefährten auf der Suche nach dem ewigen Leben, lernt durch die Geschichte, ini der erzählt wird, wie Ra durch Isis, die Herrin der Magie bezaubert wurde!

Es geschah also, daß Ra alt wurde und dahinwelkte. Eines Tages wandelte er mit schwachen Schritten durch die Hügel im Westen, und Spucke tropfte ihm aus dem Mund und fiel zur Erde. Isis aber war ihm gefolgt, und sie verknetete die Spucke mit der Erde, und stellte so Ton her. Aus diesem formte sie eine Schlange, und sie hauchte dieser Schlange Leben ein mit ihrem Atem, und sie legte sie auf den Weg von Ra. Und seht - Ra trat auf die Schlange, und diese biß ihn in die Hacke.

Das Drama von Isis und Ra wird aufgeführt.

1.Pr.: Und Ra klagte. Er rief aus: "Kommt zu mir, ihr Kräfte, die ihr von mir ausgegangen seid! Etwas Tötliches hat mich verwundet. Mein Herz kennt es nicht. Meine Augen haben es nicht gesehen. Meine Hand hat es nicht geformt. Ich bin der Mächtige, der Stakre und mein heiliges Antlitz ist in jedem der Götter. Meine göttlichen Eltern, meine Mutter Tefnut und mein Vater Shu, Löwengöttin und -gott verbargen meinen Namen in meinem Körper, damit kein Zauber Macht über mich gewinnen mag. Nun bin ich von etwas, das ich nicht kenne, geschlagen worden. Mein Herz ist von Feuer erfüllt.

1.Prn.: Und durch sein Geschrei kamen die Töchter und Söhne von Ra zu ihm. Und Isis kam mit ihren Worten des lichtes. Der Lebensatem war in ihrem Mund.

1.Pr.: Und Ra sprach zu ihr: Ich wurde von einer Schlange gebissen. Ist es Feuer? Ist es Wasser? Ich bin kälter als Wasser. Ich bin heißer als Feuer.

1.Prn.: Isis sprach zu Ra: Oh sage mir deinen Namen, oh mein Göttlicher Vater, denn das Leben ist in der Kraft deines Namens.

1.Pr.: Und das Gift brannte stärker als viele starke Feurige Flammen; und wie der Nil durchfloss es seinen Körper. Und die Majestät Ra sprach: Ich gebe mich hin, um von Isis gesucht zu werden. Mein Name soll von meinem Körper in ihren Leib übergehen.

1.Prn.: Isis, die Mächtige der Zauber erklärte: "Entferne dich, Schmerz des Giftes! Oh Auge des Horus am Horizont, komme herab zu dem Gott Ra und erstrahle." Und seht: Das Auge des Horus, Sohn der Isis stieg auf und erstrahlte im Osten. Und Isis rief: "Ra ist wiedergeboren!" Und die Gesellschaft der Gottheiten freute sich.

Ende des Dramas

Neoph.: Wie können wir einer solchen Göttin trauen, die ihre geheime Macht von ihrem Vater erlangte, indem sie ihn zunächst vergiftete?

Pr.H.: Verstehe dies mit dem inneren Auge der Weisheit. Es gibt kein Gift, das den feurigen und eisigen Kräften gleicht, wenn diese im menschlichen Körper erwachen! Ohne die äußere Sonne gäbe es kein Leben auf der Erde. Wenn sich aber für Menschen die Zeit der Erweckung nähert, dann wird die irdische Schlangenhaut des Körpers dünner, und die innere Sonne dämmert und steigt die Wirbelsäule herauf. Wenn die ägyptischen Eingeweihten diese Erweckung erfuhren, so nanten sie diese Macht "Buto, die Kobra. Wenn sie aufstieg und die Stirn durchstach, so wurde die heiße feurige Kraft das rechte Auge des Horus genannt; die eisige Kraft kam vom linken Auge der Göttin Uatchat. Diese vereinten sich in einem einzigen Dritten Auge des Lichtes.

Neop.: Wer würde eine so schreckliche Kraft nicht fürchten?

1.Pr.: Nur ein Neophyth oder eine Neophythin mit klarem Bewußtsein und reinem Herzen können einen solchen Druck aushalten.

1.Prn.: Die Erweckung der Lebenszentren, ob in einem Planeten, Baum, Tier oder Menschen kommt direkt durch die Neters, die Gottheiten. Es werden Mysterien aufgeführt, um uns auf die große Erweckung vorzubereiten, die überall, jederzeit völlig unerwartet kommen kann.

2.Pr.: Bist du gewillt, dich der Initiation der Pylonen zu unterziehen, welche die Seele zum Tempel des Lebens bringt?

Neop.: Mit dem Segen von Isis - ich bin es.

Erschaffung der Barke von Ra

2.Prn.: Gefährtinnen und Gefährten, lasset uns die Barke von Ra erschaffen, damit wir auf dem Nil der Sterne zu seiner Quelle im Tempel des Lebens segeln können!

Die Barke von Ra wird durch einen Tanz geschaffen bis eine sich drehende Kugel die Gemeinde umgibt.

3.Prn.: Wir wollen uns nun im Kreis niederlassen. Um uns Kraft für die Reise zu geben, laset uns die Worte der Macht intonieren! Buto! (Hände über der Basis der Wirbelsäule) Nuit! (Hände über Sexualzentrum) Sekhmet! (Hände über Hüfte im Rücken) Aset! (Arme erhoben wie Schwingen) Nephthys! ( Hände auf dem Herzen) Maat! (Hände hinten im Nacken) Muth! (Hände hinterm Kopf) Hathor! (Hände in Kelchform über dem Kopf) Isis! (Arme schwingen um den Körper)

Elektrizitätsähnliche Energie kann gefühlt werden, eisig auf dem Kopf und im Nacken, heiß in den restlichen Zentren. Bunte Lichter in einem Regenbogenkreis können gesehen werden.

Die 8 Prüfungen

3. Prn.: Unsere Augen sind geschlossen. Wir können unsere strahlende Barke jetzt besser sehen. Seht, der Gott Anubis, der Seelenführer steht am Bug. (Der Dialog von jetzt an ist an Neop. gerichtet). Mein Freund, stelle dich zu Anubis am Bug. Wir werden hinter dir sein. Der Schakalköpfige Gott hebt seinen Stab, und die Barke gleitet aus unserem Tempel hinaus und treibt flussaufwärts auf dem Nil der Sterne, der Milchstrasse. Der Mond ist abnehmend und wir reisen gen Süden.

Plötzlich sehen wir an beiden Ufern zwei riesige felsen, schwarz in der Dunkelheit. Vor dem östlichen Felsen zu unserer Linken ist eine geschnitzte Staue der Kobra Buto aufgerichtet. Vor dem westlichen Felsen zur Rechten sehen wir eine riesige Statue von Kephera, dem Käfer, der in der Nacht die Erde durch ihre Umlaufbahn rollt.

Die erste Prüfung

Anubis: Mein Freund, bevor Du in das Sternendelta eintrittst, mußt du der Prüfung des Xat, des materiellen Körpers begegnen. Im Namen von Maat, der Göttin der Wahrheit, beantworte diese Frage. Warum wechselt die Schlange ihre haut, während sich der Käfer in seinem Panzer verbirgt?

Neop.: Die Seele wechselt, während sie sich entwickelt die Häute aufeinander folgender Inkarnationen; der Geist dagegen verbirgt sein inneres Licht in einer Schale, damit dies nicht durch die Narreteien der Seele ausgelöscht wird.

Anubis: Im Namen von Buto und Kephera, passiere die Säulen!

3.Prn.: Ein Strahl der aufgehenden Sonne berührt die Basis deiner Wirbelsäule! Unsere Barke segelt zwischen den Pylonen her und erreicht die urzeitlichen Marschländer des Sternendeltas, wo Binsen aus dem glitzernden Wasser ragen. Betrete dieses Marschland und spüre neue Energie!

Pause

Kehre zum Boot zurück! Es segelt weiter und wir erreichen zwei mächtige Pyramiden. Zwischen ihnen erstrahlt die aufgehende Sonne. Vor der östlichen Pyramide aus rotem Granit ist eine Statue des Gottes Geb aufgestellt. Vor der Westlichen Pyramide, die mit weißem Marmor verkleidet ist, steht eine Statue der Göttin Nuit mit erhobenen Armen und aufgerichtetem Haar. Im Himmel ist eine Luftspiegelung von Nuit, deren Sternenkörper sich über den liegenden Körper von Geb spannt.

Die 2. Prüfung

Anubis: Freund, bevor du das Gizeh der Sterne betrittst, mußt du die Prüfung des ka, des aetherischen Doppelgängers bestehen. Antworte mir im Namen von Maat. Warum beugt sich Nuit über Geb? Geschieht dies, um Kraft zu geben oder um Kraft zu empfangen?

Neop.: Beides. Die Neters gießen ihre Sternenstrahlen über uns aus, um unsere Seelen zu sich zurück zu ziehen. Wir aber geben ihnen unsere Tränen, unser Lachen, unsere Gaben. So werden das Göttliche und das Irdische in Gemeinschaft zueinander gebracht.

Anubis: Im Namen von Geb und Nuit darfst du die Pylonen passieren!

2. Pr.: Ein Strahl von der aufgehenden Sonne berührt dein Sexualzentrum. Unsere Barke segelt zwischen den Pyramiden her und erreicht eine Oase in der Mitte einer Wüste. Betrete die Oase und genieße ein Bad in den von Palmen umgebenen Teichen. Das Wasser wird dir Erneuerung bringen.

Pause

Du kehrst zurück zur Barke, die nun auf zwei Stufenpyramiden aus grünem Kalkstein zusegelt. Sie erstrahlen golden unter der Sonne, die jetzt im Zenith steht. Vor der östlichen Pyramide thront eine kolossale Statue der Göttiin Sekhmet. Vor der westlichen Pyramide thront die Statue des Gottes Ptah.

Die 3. Prüfung

Anubis: Bevor du in das Memphis der Sterne eintreten kannst, musst du in die dritte Prüfung, die der Löwin Itati bestehen! Antworte im Namen von Maat! Suchst Du Macht und wie würdest du sie benutzen?

Neop.: Alle Macht hat ihren Ursprung in der Göttlichen Quelle und wird durch die Gottheiten verliehen. Nur von ihnen würde ich Macht annehmen, damit diese mich in deren Anwendung zum Guten inspirieren mögen.

Anubis: Im Namen von Sekhmet und Ptah, du darfst die Säulen passieren.

2.Prn.: Ein goldener Strahl berührt deinen Solarplexus. Unsere Barke segelt zwischen den Pyramiden her und erreicht eine Wüste, deren Grenzen die Flußufer sind, an denen in Fülle langstielige Gräser und Sykomoren wachsen. Wilde Tiere streifen hier herum. Steige aus und wage dich zu ihnen. Denn alle Tiere sind freundlich. Die Göttin Sekhmet wird dir Kraft geben!

Pause

Kehre zur Barke zurück, die nun zwischen zwei hohen Kegeln aus Amethyst hersegelt. Auf den Kegel im Osten ist der Gott Asar geschnitzt,mit Hirtenstab und Dreschflegel. Auf dem westlichen Kegel ist eine Schnitzerei, welche die Geflügelte Isis darstellt. Darüber ist eine Luftspiegelung, in der Aset den toten Asar mit dem Schlagen ihrer Schwingen zu neuem Leben erweckt.

Die 4. Prüfung

Anubis: Freund, bevor du in Aten, der Stadt des Benben-Vogels eintreten kannst, mußt du die Prüfung von Sahu, der Seele bestehen. Im Namen von Maat, antworte: Strebst Du danach zu fliegen, indem du die Erde ablehnst?

Neop.: Ich möchte fliegen, jedoch zum Nest zurückkehren! Ich bin aus Nuits Sternenkörper geboren und möchte zu IHR fliegen, und dabei alles mitbringen, das ich auf der Erde liebe.

Anubis: Im Namen von Aset und Asar, du darfst die Pylonen durchschreiten!

1.Prn.: Ein Lichtstrahl von der untergehenden Sonne berührt dich zwischen den Schulterblättern und du fühlst dich bereit für den Flug deiner Seele! Unsere Barke segelt zwischen den Kegeln her und erreicht die weiße Stadt, deren Stadtmauern mit wunderbaren Malereien verziert sind. Zwischen den blühenden Bäumen fliegen die Vögel, und Fische schwimmen in Teichen voller Lotusblüten. Betrete diese Stadt und spüre die Kraft zu erschaffen.

Pause

Kehre mit deinen neu gefundenen Schwingen zur Barke zurück! Die Barke segelt weiter und erreicht zwei hohe kegel aus Rosenquartz. Auf dem östlichen Kegel ist die Figur der Göttin Nephthys, die mit der Mondsichel gekrönt ist geschnitzt. Auf dem westlichen Kegel ist der Gott Anubis geschnitzt, der auf einem goldenen Thron hockt. Über ihnen erstrahlt der Neumond und die Sonne sinkt im Westen.


Die 5. Prüfung

Anubis: Freund, um in das Abydos der Sterne einzutreten, mußt du diePrüfung von Aib, dem Herzen, bestehen. Antworte im Namen von Maat!Was ist unsichtbar und wird doch von allen gesehen; was ist am schwächsten und ebenso am mächtigsten; was ist es, das am meisten gesucht und danach am meisten verachtet wird?

Neop.: Es ist die Liebe! Denn liebe ist in jedem Herzen, entweder durchLeidenschaft oder durch Hass, Leid oder Freude, Gut oder Böse. Der einzige Gegensatz zur Liebe ist Indifferenz, Gleichgültigkeit, Mittelmäßigkeit.

Anubis: Im Namen von Nephthys und Anubis, passiere die Säulen!

1.Pr.: Die Barke segelt zwischen den Pylonen her und ein Strahl des aufsteigenden Mondes füllt dich mit Ekstase, während die versinkende Sonne dein Herz erwärmt. Wir kommen zu einem lieblichen Garten, der sich an beiden Ufern hin zieht. Hier gibt es Rosensträucher; in den Teichen hier kannst Du baden. Steige nun aus, und erfreue dich an diesem Garten, und trinke mit den Hirschen von den sprudelnden Quellen!

Pause

Mit einem von Freude erfüllten Herzen kehre zur Barke zurück. Sie segelt weiter und erreicht die beiden Sapphirhügel.Vor dem felsigen Hügel im Osten steht eine Statue von Thoth, dem Gott der Weisheit in seiner Affengestalt. Vor dem sanften Hügel im Westen thront die Statue der Göttin Maat, welche die Feder der Wahrheit trägt.

Die 6. Prüfung

Anubis: Bevor du das Theben der Sterne betreten darfst, mußt du die Prüfung des Tet, des Geistes bestehen. Antworte im Namen von Maat! Warum ist der Affe häßlich und die Göttin schön? Ist die Verehrung der Schönheit deshalb ein Hindernis für die Weisheit?

Neop.: Für einen Affen ist ein Affe schön und ein Mensch häßlich. Schönheit ist oberhalb und unterhalb allen lernens und spirituellen Strebens. Es ist der Destillierkolben der Natur, der Liebe und Wahrheit miteinander vereint.

Anubis: Im Namen von Thoth und Maat, du darfst die Pylonen durchschreiten!

Pr.H.: Ein Lichtstrahl vom zunehmenden Mond berührt deine Kehle. Unsere Barke segelt zwischen den Hügeln her und erreicht ein felsiges Land voller Gold und Edelsteinen, von denen jeder eigene magische Wirkkräfte hat. Trete dort ein, und ziehe die Essenz der Edelsteine in dein Wesen ein.

Pause

Kehre zur Barke zurück, die nun auf zwei hoch aufragende Obelisken aus Opal zu segelt. Auf den östlichen Obelisken ist die Gestalt der Göttin Muthmit ihrer Geierhaube geschnitzt. Auf dem westlichen Obelisken ist die Figur des Gottes Amon Ra mit seinem aus zwei Federn bestehenden Kopfschmuck geschnitzt.

Die 7. Prüfung

Anubis: Freund, bevor du in das Inselparadies von Seheil eintreten kannst, mußt du die Prüfung von Baie, dem Göttlichen Geist bestehen. Antworte mir im Namen von Maat! Wenn du mit dem Auge der Vision schaust, solltest du dich dann immer für das Gute, das Wahre, das Liebliche und Liebenswerte entscheiden, oder solltest du auf das Böse, die Lügen, die Hässlichkeit starren?

Neop.: Das Auge der Vision muß unterscheiden können, um in der Lage zu sein, sich für alles, was gut, wahrhaftig und liebenswert ist zu entscheiden! Nur indem wir die Verzerrungen dieser Qualitäten kennen, lernen wir, wie Böses in Gutes verwandelt werden kann.

Anubis: Im Namen von Muth und Amon darfst du die Pylonen passieren!

Prn.H.: Ein Lichtstrahl des Vollmondes im Süden berührt deine Stirn. Unsere Barke segelt zwischen den Obelisken hindurch, und wir erreichen die Insel des Paradieses, wo deine Herzenssehnsucht ruht. Betrete diesen Ort mit der neu gefundenen Vision.

Pause

Kehre zur Barke zurück, die nun auf zwei Obelisken aus Topaz zusteuert.Vor dem östlichen Obelisken ist eine Statue des Gottes Heru, des Falken der aufgehenden Sonne aufgestellt. Vor dem westlichen Obelisken steht eine statue der Göttin Hathor mit der Sonnenscheibe des Ra zwischen den Hörmern der Mondsichel auf ihrer Stirn.

Die 8. Prüfung

Anubis: Freund, bevor du in das Phila der Sterne eintreten kannst, mußt du die letzte Prüfung bestehen. Diese wird durch die Neters, die Gottheiten gegeben. Im Namen von Maat, antworte: wer ist überlegen, Göttin oder Gott?

Neop.: Im Zyklus der Zeitalter sind sie abwechselnd größer; in der Ewigkeit jedoch sind sie vereint. Wer kann den Sohn für großartiger als seine Mutter erklären, die Tochter für großartiger als ihren Vater? Wie kann ein Gott oder eine Göttin die Zwillingsseele eines unterlegenen Bräutigams oder einer unterlegenen Braut sein?

Anubis: Im Namen von Heru und Hathor, passiere die Pylonen!

Prn.H.: Unser Schiff segelt zwischen den Pylonen her und erreicht Nun, den Hügel der Urzeit. Auf seinem Gipfel steht der Tempel des Lebens. Verlasse die Barke und steige den Hügel hinauf. ***

Pause

Anubis: Freund, nimm dieses Ankh der Isis, welches der Schlüssel des Lebens ist! Öffne die Tür des Tempels und trete ein! Siehe, auf dem Altar von Isis brennt die Ewige Flamme. Davor ist die Quelle des Lebens, die Quelle des Stellaren Nils. Du hast die Initiation der Pylonen bestanden. Empfange von Isis eine Sternenkrone.

Meditation. PriesterInnenschaft leitet die Rückreise Stufe für Stufe durch die Pylonen in umgekehrter Reihenfolge. Die Barke von Ra wird durch Tanz aufgelöst. Prn.H. salbt den oder die gerade Initiierte mit Salböl. Pr.H. Zeigt das Ankh. Berichte. Heilungsenergien werden ausgesandt. Dank an die Gottheiten.

Finis


Quellen: Florence Farr: Egyptian magic, Aquarian Press. The Gods of the  Egyptians; Budge, Dover. Goddesses of Chaldaea, Syria & Eypt; Durdin- Robertson

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