FOI Online Liturgy ; Panthea, Initiationen und Feste der Göttin

Das Fest der Athene

21. – 24. März

Übersetzung: Rev. Wolfram & Annette

Orakel der Göttin Pallas Athene

Der Altar ist mit grünem Stoff bedeckt, mit 6 weißen Kerzen (1), brennendem Räucherwerk und einem Palladium – der Statue der Göttin (2) oder einem Bild. Daneben stehen auf dem Tisch Oliven und Biskuitkekse, Wein und Fruchtsaft. Vor dem Altar steht eine Schale für Opfergaben.

Priesterin: Pallas Athene, Göttin der Weisheit, komm’ jetzt zu mir, damit  ich von Deiner Macht ergriffen werde! Beschenke uns mit Deiner Weisheit und Deiner Kraft, so dass Dein uralter Ruhm wieder einmal vor aller Welt erstrahlen kann !

Orakel: Es steht geschrieben, dass das Eiserne Zeitalter (3) über die Erde kommen soll, das Leiden, Mühe und Übel mit sich bringt, weil die Gottheiten vernachlässigt worden sind. Seine Dunkelheit ist nicht die heilige Nacht der Eule der Weisheit, sondern die Begrenztheit des Nichtwissens. Sein Licht ist das flüchtige Glühen, das von vordergründigem Wissen kommt, welches durch neugieriges Herumprobieren gewonnen wird und nicht durch spirituelle Erleuchtung, die den Gottheiten entspringt. Es war für die Welt der Menschen nicht zwingend, das Eiserne Zeitalter zu wählen; aber es war Schicksal, das diese Wahl angeboten wurde. Denn welche Tugend liegt in der Verehrung der Götter und Göttinnen, wenn sie sich allen ganz einfach offenbaren ? Es ist einfach die Neugierde zu befriedigen, aber die Arbeit von Jahren der Erfahrung, Weisheit zu erlangen! Gefühl ist angenehm, aber vorübergehend – die Wärme der Liebe erneuert sich ewig.

Begreife die Bedeutung von dem, was ich bin und du wirst Verständnis für dein eigenes Leben und dein Schicksal erlangen. Ich trage keinen Zwiespalt in mir selbst. Die leuchtende Pallas mit ihrem Speer des Lichts liegt nicht im Krieg mit der Dunklen Eule der Nacht. Auch greifen die schrecklichen Flammen der Inneren Sonne, die auf Meinem Schild verschleiert sind, nicht Athena an, die Lehrerin der Philosophie und der Künste. Ich bin Heilig (4). Sei Du Heilig. Seid mit euch selbst in Frieden und hört mit euren philosophischen Streitereien auf! In Wahrheit ist an den Katastrophen des Eisernern Zeitalters die große Trennung schuld: zwischen Sterblichen und Gottheiten – zwischen der Menschheit und der Natur – und zwischen unterschiedlichen Ideen, die nur ein zitternder Abglanz der absoluten Wahrheit sind.

Der Schleier auf Meinem Schild fängt an dünn zu werden und die Herrlichkeit des Blicks der Medusa (5) wird für den irdischen Blick sichtbar! Die innere Kraft des Atoms wurde gewaltsam preisgegeben und setzt den physischen Körper zu dem Schatten herab, der er in Wirklichkeit ist. Mein Speer des Lichts bringt dem Geist Göttliche Inspiration, während meine Eule warnende Botschaften von den dunklen Herrschern des Universums trägt, das als das bekannt werden wird, was es ist: vollständig und perfekt. Auf eurer geplagten Erde kämpfen und lernen Sterbliche durch harte Erfahrung Unsterblichkeit anzunehmen – die in Wahrheit in jedem Geschöpf verborgen liegt. Ein Vogel weiß mehr vom Elysium als die ganze Menschheit (6)! Weise keinen Aspekt des Universums zurück, sondern erkenne ihn als Teil eines herrlichen Pleroma (7), in dem sogar das Leiden und das Böse durch Weisheit in Gutes verwandelt werden. Höret meine Stimme. Ich spreche in der Stille.

(Am Tor) Priester: Freunde, wir sind hier versammelt um das alte athenische Fest der Panathenaea (8) zu feiern. Der Sänger Orpheus setzte die Athenaea zu Ehren von Pallas Athene ein, der Göttin der Macht, Weisheit und Künste. In dieser Zeit der Frühjahrstagundnachtgleiche mit gleich langen Tagen und Nächten, wenn die Sonne das Zeichen der gebundenen Fische (9) zum Widder hin verlässt, kamen die Athener und ihre fremden Besucher zu einer freudvollen Prozession zusammen. Sie erstiegen den Hügel der Akropolis und brachten zum Parthenon das Peplum der Athene (10).

Die Priesterin zeigt ein ärmelloses, goldbestickes Kleidungsstück

Priesterin: Schaut an das Peplum der Athene! Lasst uns dem alten Brauch folgen und in den Tempel der Göttin bringen. Mögen Werke der Kunst und des Handwerks von den Mitfeiernden zu Ihrem Altar gebracht werden.

Prozession durch Garten und Haus zum Tempel.

Musik: Föten, Saiteninstrumente, kleine Trommeln.

Alle singen: Wir singen von Pallas Athene, der glänzenden Göttin mit den hellen Augen, schöpferisch, unbeugsamen Herzens, reine Jungfrau, Retterin unserer Städte, Tritogeneia (11). Sie ist  in strahlendes Gold gekleidet. Ehrfurcht ergreift alle Götter, die ihren Blick auf sie werfen.

Alle versammeln sich vor dem Hochaltar.

Priesterin: Wir bieten Dir, der Göttin Pallas Athene Räucherwerk dar. Du trägst die Eule der Weisheit auf Deiner Schulter und führst den Speer des Lichts. Von Deinem Schild kommen die lebensspendenden Strahlen der Medusa, dem menschlichen Blick verborgen. Verleihe uns Kraft und die Weisheit, sie gut einzusetzen. Inspiriere unsere Werke des Lernens und der Künste!

Priester: Ich biete Dir, dem Gott Zeus, Räucherwerk dar. Du bist der Bedeutendste der Götter und der Größte, alles sehend, der Erfüller, der Worte der Weisheit flüstert. Von Deinem unsterblichen Haupt stieg die leuchtende Pallas in blitzenden Flammen hinab. Sei gütig zu uns, allwissender Sohn des Kronos und gib uns das Geschenk des Vergnügens und viele Freunde!

Priesterin: Legt das Peplum auf den Altar. Wir zeigen Dein Peplum, edle Göttin! Lasst die Mitfeiernden ihre Geschenke darbieten.

Alle geben ein Geschenk auf den Altar. Priesterin und Priester segnen sie.

Priester: Göttliche Athena, nimm diese Werke, die du inspiriert hast, als Gaben zu Dir! Bei diesem feierlichen Frühlingsfest war es die Sitte der Athener ein Spiel zu Deinen Ehren zu zeigen! Lasst die Schauspieler ihr Mysterienspiel aufführen.

Mysterienspiel von Pallas Athene und Arachne

Spieler: Athene mit goldenem Helm, weißem Kleid, Speer. Pandrosus und 2 Priesterinnen und drei Priester der Athene tragen goldene Kopfbänder und weiße Kleider. Der Erste Priester hält einen Umhang. Arachne und 6 tymolische Nymphen (12) tragen silberne Kopfbänder und schwarze Kleider. Hermes mit geflügeltem Helm, gelbem Kleid, trägt seinen Heroldsstab(mit zwei verschlungenen Schlangen). 2 belaubte Kränze und schwarzer Schleier in der Nähe.

Hermes: Ich reise durch die Sphären und betrachte die Taten der Olympier und Titanen, die Bewohner von Elysium und Hades, mit unparteiischem Auge! Viele seltsame Geschichten kann ich erzählen – aber keine verdient mehr Beachtung als die vom Wettbewerb zwischen Athene und Arachne! Ovid und viele anderen Dichter haben die Geschichte erzählt, aber erfahrt nun von einem Gott, was wirklich geschah!

Trommelschläge

Pandrosus: Erfahrt die Geschichte von Arachne von mir, Pandrosus, erste Priesterin der Göttlichen Pallas Athene! Diese Jungfrau Arachne war weder für ihre Familie noch für ihren Geburtsort berühmt, sondern allein für ihre Kunst. Ihr Vater war Idmon von Kolophon (13), der die weiche Wolle mit Purpur aus Phokäa (14) färbte. Ihre Mutter war tot – aber auch sie war eine Gewöhnliche. Und dieses Mädchen wagte es, damit anzugeben, sie sei besser als unsere große Göttin!

Hermes: Doch Arachne, obwohl gemein geboren, hatte sich durch ihre Genialität einen bemerkenswerten Ruf in allen Städten Lydiens (15) erworben. Die Najaden (16) des Paktolus (17) liessen ihren Strom im Stich und die Nymphen des Tymolus verliessen ihre Weinberge, um ihre Webkunst zu bewundern.

1. Nymphe: Wir sind entzückt, ihre Arbeit zu sehen, nicht nur weil sie so naturgetreu ist, sonder auch wegen ihrer Anmut im Tun der Arbeit. Sie ist sicher von Pallas inspiriert !

Pan: Doch Arachne wird von all dem nichts haben. Sie verachtet die göttliche Inspiration von einer so großen Meisterin!

Arachne: Alle Welt bewundert meine Kunst! Was bedeutet niedrige Geburt, wenn ich so genial bin! Alles was ich tue trägt den wahrhaftigen Abdruck der Natur selbst in sich, es schuldet auch nichts einer Olympischen Göttin! Meine marmorierten Schlangen, die sich um belaubte Bäume winden, meine stürzenden weißen Pferde mit fliegenden Mähnen, meine kleinen Eidechsen, die sich auf heißen Steinen sonnen, sehen wirklich ganz lebendig aus. Eine Wespe ist in mein Zimmer geflogen und hat sich auf meine dargestellten Pflaumen gesetzt! Mein Geist reizt meine geschickten Finger große Werke zu schaffen, die auch nicht von irgendeiner Gottheit inspiriert sind, die weit weg in den Wolken wohnt.

Pan:  Blasphemie! Armes Mädchen, nimm’ deine unbedachten Worte zurück.

Arachne: Nicht ich! Ich fürchte die Götter nicht. Laß sie, diese Pallas Athene, wenn sie mich hören kann, zu einem Wettbewerb der Kunstfertigkeit herkommen! Es gibt wirklich keine Strafe, die ich nicht leiden will, wenn ich besiegt werde.

Pan: Als diese gotteslästerlichen Worte die Ohren der Göttin erreichten, die von einer Sterblichen ausgesprochen wurden, stieg sie von den Höhen des Olymps nach Lydien herab. Sie maskierte sich als altes Weib, klebte falsche graue Haare an die Schläfen und stützte ihre schwankenden Glieder mit einem Stock.

Pallas verbirgt sich in einem Mantel und lehnt auf einem Speer.

Pallas zu Arachne: Junge Weberin, ich hörte deine stolze Prahlerei! Verachte nicht meinen Rat, denn  dem Alter sollte man nicht immer aus dem Weg gehen. Erfahrung kommt mit der Zahl der Jahre. Strebe nach dem höchsten Ruhm unter den Sterblichen, aber beuge dich der Göttin! Mit demütiger Stimme bitte sie um Vergebung für deine unbedachte Anmaßung. Sie wird dir vergeben, wenn du dich ihr unterwirfst.

Arachne: Altes Weib, du kommst hierher ohne zu verstehen und trübselig (18) unter der Last des Alters. Es ist dein Unglück, das du so lange gelebt hast! Wenn du eine Tochter hast oder eine Schwiegertochter, behalte ihnen diesen klugen Tadel vor. Mit meinem Betragen bin ich zufrieden und brauche keine Ratschläge! Und um dich spüren zu lassen, wie wenig deine Warnungen bewirken, wisse, dass ich immer noch gleicher Meinung bin. Ich fordere deine Göttin heraus! Lass sie für sich selbst sprechen. Hat sie Angst vor dem Wettstreit?

Schneller werdende Trommelschläge, während Athen ihren Mantel abwirft.

Athene: Siehe, sie ist hier! Erkenne mich als Pallas Athene!

Alle verbeugen sich bis auf Arachne

Arachne: Lass die Parzen (19) mit mir machen, was sie wollen. Ich, eine Sterbliche, werde den Wettbewerb mit dir bestreiten. Wer soll zwischen uns richten?

Athene: Hermes, der zwischen Dunkelheit und Licht reist, Olymp und Hades, soll das Ergebnis festlegen. Arachne, zeige deine Kunst!

Arachne: Ich werde das feinste Kunstwerk der Natur nachbilden, das Spinnennetz. In vollkommener spiraliger Kurve, geschmückt mit kristallenen Tautropfen, lockt es viele unaufmerksame Fliegen in seine erstickende Umarmung! Sieh nur ihr nutzloses Strampeln, wenn sie an klebrigen Fäden gefangen sind! Herrschend als Königin im Netz, das so kunstvoll aus ihrem eigenen Körper gewoben ist, sitzt die Spinne und wartet. Sie frisst ihre rechtmäßige Beute eine nach der anderen, wenn es ihr gerade passt. Ernähren sich nicht alle natürlichen Geschöpfe gegenseitig voneinander? Deine Eule, Athene, ist zwar weise – in ihrer Fähigkeit, Mäuse zu fangen! Und ich stelle auch Liebe dar. Schaut euch die Hochzeit der Spinne an! Was für ein Wunder ist ihr Hochzeitstanz mit ihrem Gefährten, wenn sie mit ihren seidenen Füssen schadlos über ihr Netz gleitet. Sie beabsichtigt auch nicht ihren Gefährten zu töten, wenn sie die künftigen Eier gesichert hat. Nur wenn er am Ende der Liebesvereinigung nicht schnell genug ist, wird er zufällig von seiner Frau gefressen!

Zwölftonmusik (20), Tanz der Spinne und ihres Gefährten von Arachne und ihren Nymphen.

Hermes: Wunderbar und abscheulich! Wer könnte dieses Kunstwerk der Natur übertreffen, das in sich den schrecklichen Humor und die Tragik einer niederen Insektenexistenz trägt? Es könnte scheinen, dass die junge Arachne den Wettbewerb gewonnen hat.

1. Nymphe: Unsere Künstlerin der Wirklichkeit hat gesiegt. Heil dem Sieg einer Sterblichen!

Athene: Denkt ihr das? Was könnte eine Sterbliche ohne wahres Wissen abbilden, außer Bilder von bedeutungsloser Grausamkeit und entsetzlichem Tod? Nur der von den Unsterblichen inspirierte Künstler kann die Wahrheit abbilden. Seht, Ich habe ein Bild von der göttlichen Sphäre gezeichnet, von der diese Erde nur ein Schatten ist. Mit meiner weitsichtigen Kunst zeige ich den Fortschritt der Seele im Laufe der Zeitalter. Nach dem Tod erhalten alle ihre gebührende Belohnung und die Geister der Gerechten werden gereinigt, bis sie frei von jedem Makel des Bösen sind. Keine Fliege stirbt umsonst, weil ihre kleine Seele ein größeres Leben erhält! Staunt über die Schönheit des Elysium, geliebt von den Musen und den Grazien! Für die Seelen der Gerechten scheint Helios (21) mit seiner ganzen Stärke, während es auf Erden Nacht ist. Sie wohnen zwischen Wiesen, die vor Rosen rot sind und ihre schöne Stadt wird vom Weihrauch-Baum beschattet, der mit goldenen Früchten beladen ist. Einige vergnügen sich mit Sport und Leier, während neben ihnen die schöne Blume des vollkommenen Glücks blüht. Und über diesem lieblichen Land erhebt sich der Rauch wohlriechenden Weihrauchs von weithin leuchtenden Feuern an den Altären der Gottheiten. Während die Körper aller Wesen dem alles überwältigenden Tod unterworfen sind, bleiben ihre Geister am Leben, denn sie kommen von den unsterblichen Gottheiten. Wenn der Geist schläft, sind seine Glieder auf Erden. Doch denen, die schlafen, schenke ich schöne Träume, die die Herrlichkeit des Elysiums weissagen, der Heimstatt der Dichter und Denker.

Klassische Musik. Athene und die Priesterschaft geben einen herrschaftlichen Tanz des Elysiums.

Hermes: Athene hat den Wettbewerb gewonnen! Ihre göttliche Kunst gibt Hoffnung und Glück und die Gewissheit der Unsterblichkeit.

Pan: Ein weises Urteil! Denn wer könnte die Grausamkeit der Natur der Glückseligkeit des Elysiums vorziehen? Licht hat Dunkelheit besiegt. Pallas hat den Olivenkranz des Sieges gewonnen! Arachne, bedecke dein Gesicht vor Scham. Hermes zeigt den Kranz Athene.

Arachne: Nicht so schnell! Sie wirft einen schwarzen Schleier über Kopf und Körper. Schneller werdende Trommelschläge. Wisset, dass ich Lachesis bin, Spinnerin des Schicksalsnetzes (22). Alle verbeugen sich, bis auf Athene. Ich bin der Grund des Seins (23). Aus meinem dunklen Körper spinne ich das universelle Netz. In seiner Spirale erstrahlen die Sternbilder, die wie Tautropfen funkeln. Es gibt kein Licht, das nicht aus Meiner uranfänglichen Dunkelheit geboren ist; keine edle Tat, die nicht mit Furcht vor Mir bestärkt wurde. Ich prüfe die Seele. Ich ziehe jedes zitternde Geschöpf durch die Maschen von Ursache und Wirkung. Keines kann meiner bindenden Vorsehung entkommen. Selbst die Unsterblichen Götter gehorchen den Parzen. Welcher Künstler hat nicht um sein Werk gelitten, welche Jungfrau nicht um ihren Anstand gekämpft? Aus dem Bösen kommt Gutes, denn welchen Wert hat die Tugend, die nicht eine Prüfung bestanden hat? Ob Gut oder Böse gewählt wird, Belohnung oder Bestrafung gegeben, alle gehorchen dem Gesetz der Nemesis (24)!

Hermes: Für die erwachte Seele gibt es hier keinen Wettbewerb! Die leuchtende Athene trägt die Nachteule und Arachne hat ein Licht über ihrer Stirn. Diese zwei sind Schwestern. Dämmerung und Zwielicht bringen Nacht und Tag in farbige Harmonie, und Winter und Sommer vermischen sich in diesem lieblichen Frühling! Höret mein Urteil. Pallas Athene und Arachne gewinnen beide den Preis.

Hermes zeigt beide mit Kränzen. Musik: Tanz der Arachniden und Elysianer (25).

Die in schwarz links, weiß rechts, dann vermischen sich beide und halten sich an den Händen.

Gesang: Dunkelheit und Licht sind eins. Tag und Nacht sind eins. Winter und Sommer sind eins. Natur und Kunst sind eins. Arachne und Athene sind Schwestern.

Die Göttinnen unarmen sich. Trommelschläge verkünden das Ende des Spiels.

Priesterin: Mitfeiernde, lasst uns über das Mysterienspiel von Pallas Athene und Arachne meditieren.

Meditation: Strahlen der Harmonie werden ausgesandt. Berichte und heiliges Festmahl werden geteilt.

Danksagung an Pallas Athene und Zeus.

Finis 

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 Anmerkungen der Übersetzer:

 orig.: candies, statt „candles“, wir halten das für einen Schreibfehler

Palladium: Bild der Athene mit Schwert und Schild

Eisernes Zeitalter: Die Lehre von den Vier Zeitaltern, dem Goldenen, Silbernen, Bronzenen und Eisernen Zeitalter. Im Goldenen Zeitalter lebten die Menschen mit sich und der Natur in vollkommener Harmonie (Hesiod, Ovid, ähnliche Mythen aber auch in China und Indien).

holy (heilig) wird fast genauso ausgesprochen wie „wholly“ = ganz, das also im Englischen mitklingt.

orig. Rays of Medusa. Nach der Mythologie hat der Anblick der Medusa (einer der Gorgonen) jeden Menschen versteinert. Seherisch wird dies hier so aufgefasst, dass von ihr Strahlen ausgehen, die sowohl lebensspendend als auch tödlich sein können (wie die der Sonne).

orig.: cloth mankind, was unverständlich und wohl ein Übertragungsfehler ist.

Pleroma ist ein Zustand der Vollkommenheit des Logos. Bevor das Pleroma erreicht wird, muss das Feuer der Reinigung durchschritten werden, und der Einzellogos oder die Einzelseele seine Zugehörigkeit zur höchsten Sphäre mit Losungen oder Taufen gegenüber den Wächterwesen belegen (http://de.wikipedia.org/wiki/Nag_Hammadi)

Das älteste und wichtigste Fest in Athen zu Ehren der Athene mit Wettbewerben und einer Prozession.

gebundene Fische: Tatsächlich sind die Fische auf traditionellen Zeichnungen des Sternenhimmels am Schwanz mit einer längeren Schnur zusammengebunden.

Peplum: offenbar ein Textilstück, das an der Taille eines Kleides angebracht wurde (a short section attached to the waistline of a blouse, jacket, or dress, vgl. http://www.m-w.com/cgi-bin/dictionary?book=Dictionary&va=Peplum&x=0&y=0 ). Es wurde auf das Knie der Statue gelegt (http://en.wikipedia.org/wiki/Weaving_(mythology)). Das ist aber etwas unklar. Es wird z.T. auch als Festkleid (robe of state) übersetzt (http://www.perseus.tufts.edu/cgi-bin/ptext?doc=Perseus%3Atext%3A1999.04.0059%3Aentry%3D%2334591 ), Sir Lawrence Durdin-Robertson, co-founder der FOI hat „veil“ (Schleier) und peplum für identisch gehalten (http://www.fellowshipofisis.com/jc/jcdec.pdf)

orig.: Tritogencia, wohl fehlerhaft. Triotgeneia bedeutet “Die Tritogeborene”. Trito ist ein Fluß, ursprünglich wohl „Wasser“ (Kerenyi, Mythologie I).

tymolische Nymphen: Berg in Lydien (Kleinasien), auf dem Pan dem Nymphen seine Lieder auf der Rohrflöte vorzuspielen pflegte. (http://mitglied.lycos.de/der_grosse_herakles/Sagen_Griechenland/Griechische_Sagen/Teil_12_Nachtrag/Sage007.htm .; Ovid, Metamorphosen (11. Buch), Euripides Die Bakchen)

Kolophon: einstmals eine der größten kleinasiatischen Städte. Die Ruinen der Stadt finden sich heute in dem Dorf Degirmendere im Verwaltungsbezirk Izmir (http://de.wikipedia.org/wiki/Kolophon )

Phokäa: kleinasiatische Stadt, ihre Ruinen heißen Eski Foca. Von dort aus erfolgte u.a. die Gründung von Marseille ( http://de.freepedia.org/Phok%E4a.html )

Lydien: Landschaft in der heutigen Türkei, hinter den (immer noch griechischen) Inseln Lesbos, Chios und Samos (de.wikipedia.org/wiki/Lydien     

Najaden: Nymphen, die über Quellen, Bäche und Flüsse wachen (http://de.wikipedia.org/wiki/Najade)

Paktolus: Fluss in Lydien, für sein Gold berühmt, mit der Midas-Sage verbunden (http://www.messagenet.com/myths/ppt/_p1001.html#Paktolus-1)

orig.: dole – dole als Substantiv: milde Gabe, Arbeitslosenunterstützung – doldrums: Trübsal; in der hier verwendendeten Form nicht gefunden.

Parzen: Schicksalsgötinnen, eine spinnt den Lebensfaden, die zweite misst ihn ab, die dritte schneidet den Lebensfaden ab.

orig.: semi-tonal music: Ich habe diesen Begriff nicht gefunden, er wird aber im Zusammenhang mit Schönberg’s Zwölftonmusik verwendet (twelve semitonal intervals, vgl. http://www.absoluteastronomy.com/encyclopedia/a/ar/arnold_schoenberg.htm ). Lady Olivia verwendet auch sonst vorzugsweise Musik vom Anfang des 20. Jahrhunderts.

Helios: Sonnengott, praktisch Verkörperung der Sonne

Lachesis war also eine der drei Parzen, s.o. Nr. 16.

orig.: I am the Matrix.

Nemesis: Göttin der vergeltenden Gerechtigkeit (vgl.: http://de.wikipedia.org/wiki/Nemesis )

Das Musikstück wartet offenbar noch in der Unendlichen Potentialität des Seyns auf seinen Komponisten. Eine theatralische Aufführung mit improvisierter Musik oder z.B. Debussy, Ravel ist hier wohl gemeint.

 

SOURCES. Metamorphoses, Ovid, trans. Davidson, J. Robinson, 1759. The Odes of Pindar, trans. Sandys. The Homeric Hymns, trans. Evelyn-White. Fasti, Ovid, trans. Frazer. All pub. Heinemann-Harvard. Juno Covella, Durdin-Robertson, Cesara.


 

Es wird darauf hingewiesen, dass die Übersetzung nur zum privaten Gebrauch innerhalb der Fellowship of Isis bestimmt ist.

Die Übersetzung ist autorisiert durch Rt. Rev. Claudia, AU FOI, Ardbandroi DCOD; GLC Noble Order of Tara; Hon. Member Circle of Isis, Isian News and Mirror of Isis contributing editor, die FOI Global website Germany

  Rt. Rev. Olivia Robertson has legally transferred the copyright of these materials to the three authorized global FOI central websites of Rt. Rev. Caroline Wise, London, Rt. Rev. Linda Iles, USA, Rt. Rev. Claudia Wehmeyer, Germany . All rights reserved, please do not reproduce. Fellowship of Isis rituals are to be enacted by FOI members only.

 

 

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