MAGIE VON NEPTUN UND NGAME

Übersetzung: Rt. Rev. Hamsadevi Claudia, AU

ORAKEL DER GÖTTIN NGAME

PRIESTERIN: Im Universum gibt es keine Mächtigere, als die Dreifache Mondgöttin Ngame. Voller Furcht und Verzweiflung über die schlimmen Auswirkungen menschlicher Dummheit fühlen wir uns verloren, während wir mit ansehen müssen, wie die Erde, unser schönes Zuhause durch Kriege und Habgier vergiftet wird. Nachdem Äonen vergangen sind, rufen wir wieder zu Dir, der Göttin Ngame die du einst im untergegangenen Kontinent Lemuria verehrt wurdest. Die afrikanischen Akans und die lybischen Berber verehren dich. Die Völker Afrikas erwachen und entdecken ihr verlorengegangenes Erbe wieder! Die Erbauer von Zimbabwe rufen aus der Welt der Geister nach ihnen; und die Dogon und andere Stämme schöpfen wieder Kraft aus ihren alten Religionen. Göttliche Ngame, verwandele mit deinen Silberstrahlen unser tödliches Dasein in ein wunderbares Leben ewiger Freude!

ORAKEL: Durch mein weißes Licht manifestiere ich das Okkulte; und durch meine Klarheit hole ich verborgenes Wissen aus den Tiefen des Ozeans des Seins ins Bewusstsein. Das, was die Materialisten unwirklich nennen ist wirklich; und das, was sie wirklich nennen, ist unwirklich. Nichts, das der Liebe, der Wahrheit oder der Schönheit entbehrt ist wirklich. Unsterblichkeit ist die unfehlbare Prüfung, ob etwas wirklich ist.

Ihr schaut in meinen Kristall, den ich in meinen Händen halte, und ihr seht wunderbare Szenen darin. Diese Bilder sind die Reflektionen meiner lieblichen Sphären. Meine erste Ebene ist die der Naturwesen und Feen, den Sidhe. Hier finden all jene ihr Zuhause, welche die Natur lieben. Ihr habt den Schlüssel verloren. Die kindliche Unschuld ist der Silberschlüssel. Künstler und Dichter und alle schöpferischen Menschen lieben meine zweite Ebene. Diese ist Elysium; und sie erstrahlt in den vielfarbigen Strahlen, die auf die herrlichen Paläste und wunderbaren Landschaften scheinen. Ihr habt den Schlüssel verloren. Der Lapisschlüssel heißt Verstehen. Meine dritte Ebene ist die des Großen Raumes, die von einigen Olymp und anderen Devachann genannt wird; und hier leben die Göttinnen und Götter, die über die Sterne und die Planeten herrschen. Ihr habt den Schlüssel noch nicht. Der goldene Schlüssel ist die mit Weisheit verbundene Liebe. Wenn ihr zu mir gelangen wollt, müsst ihr mich mit Ehrfurcht und guten Absichten invozieren, und mich bei einem meiner Namen, wie zum Beispiel Ngame anrufen. Salbt eure Stirn mit klarem Wasser und trinkt etwas davon. Nun schaut in das Wasser in einem Gefäß oder einem Teich; oder schaut in einen Kristall oder einen Spiegel. Zuerst werdet ihr nur euer eigenes Gesicht sehen. Aber wenn ihr mit der Schau fortfahrt, werden Wolken euer Spiegelbild trüben; und die Visionen kommen  -zunächst schattenhaft- und dann von Farben erfüllt. Durch Ausdauer werdet ihr lernen, euch selbst in die Szenerie zu versetzen. Ihr werdet erfahren, was war, ist und sein wird. Am Ende sollt ihr euch jedes Mal bedanken, denn ich gebe euch diese Erfahrungen zu eurem Wohl. Wendet euer Wissen mit Weisheit an. Arbeitet daran, die irdische Ebene zu einem klareren Spiegelbild der höheren Ebenen der Ewigkeit zu machen! Denn ihr könnt innerhalb eines Augenblicks das Himmelreich verlieren; jedoch könnt ihr es nur durch jahrelange stetige Bemühungen wieder zurückerlangen. 

DER ALTAR STEHT IM SÜDWESTEN UND IST MIT SILBERNEN UND PURPURNEM TUCH BEDECKT. IN DER MITTE STEHT EIN SIEBENARMIGER SILBERNER LEUCHTER, DER AUS DREI ÜBEREINANDERLIEGENDEN BÖGEN BESTEHT. IN JEDEM ARM STECKT EINE WEISSE ENTZÜNDETE KERZE. DER LEUCHTER

SIEHT AUS WIE EIN BAUM MIT EINEM STAMM UND SECHS AUFWÄRTS GEBOGENEN ÄSTEN. DANEBEN IST EIN SILBERKELCH UND EIN SILBERNER DREIZACK. IN EINEM KUPFERGEFÄSS BRENNT RÄUCHERWERK.

DIE SIGILLE DES NEPTUN IST MIT KREIDE AUF DEN FUSSBODEN DES TEMPELS GEZEICHNET. DER ALTAR STEHT IN DER AUFWÄRTS GEBOGENEN SICHEL DES SYMBOLS; UND DIE MAGIERIN & DER MAGIER STEHEN AN DEN ÄUSSEREN ENDEN. DIE SENKRECHTE LINIE DES SYMBOLS IST VON NORDEN NACH SÜDEN AUSGERICHTET. AM SÜDLICHEN ENDE IST EIN KLEINER KREIS GEZEICHNET,IN DEM EIN GROSSES SILBERNES GEFÄSS STEHT, DAS MIT WASSER GEFÜLLT IST. AN DEN VIER ECKEN STEHEN VIER TEILNEHMENDE.

DER MAGIER TRÄGT EINE BLAUE ROBE; UND DIE ZAUBERIN IST IN EINE SILBERNE ROBE GE-KLEIDET.

DIE MÄNNER TRAGEN SILBERNE KOPFBEDECKUNGEN, UND DIE FRAUEN TRAGEN SILBERKRONEN.

DIE TEILNEHMENDEN TRAGEN PURPURNE ROBEN; KANDIDAT/IN IST IN WEISS GEKLEIDET UND TRÄGT EINEN WEISSEN SCHLEIER.

MAGIER: Gefährtinnen und Gefährten in den magischen Künsten; wir haben uns in diesem heiligen Tempel versammelt, um die Planetenmagie von Neptun und Ngame durchzuführen. Es ist unsere Absicht, die Magie von Atlantis und die Weisheit von Lemuria miteinander in Einklang zu bringen; um auf diese Weise Kunst und Natur in uns und auf unserem Planeten miteinander in Einklang zu bringen.

MAGIER NIMMT DEN DREIZACK VOM ALTAR UND ZIEHT AM ALTAR IM WESTEN DAS ZEICHEN DES NEPTUN.

MAGIER: Ich invoziere den Gott Neptun, Poseidon von Atlantis und Hellas. 

MAGIER BIETET RÄUCHERWERK DAR.

MAGIER: Ich besinge Poseidon, den Großen Gott, den Erschütterer der Erde und des unfruchtbaren Meeres, den Gott der Tiefe, der auch Herr der Weiten der Ägäis und des Helikon ist. Heil dir,   Poseidon, der du die Erde hältst; dunkelhaariger Herrscher! In der Mitte deines Tempels in Atlantis, welcher der Nymphe Cleito und dir geweiht ist, wirst du stehend in einem von sechs Pferden gezogenen Streitwagen dargestellt, umgeben von hundert Nereiden, die auf Delphinen reiten. Hilf uns, die magische Kunst von Atlantis zu lernen, die so lange von der Zeit und vom Ozean verborgen war.

MAGIERIN STEHT VOR DEM ALTAR UND HÄLT DEN KELCH GEN SÜDEN.

MAGIERIN: Ich invoziere die Dreifache Mondgöttin Ngame von Lemuria und Afrika.

MAGIERIN BIETET RÄUCHERWERK DAR.

MAGIERIN: Oh geheimes Licht! Oh verborgene Göttin von unsichtbarem Ruhm! Lüfte den Schleier von deinem Gesicht, damit sein Strahlen Licht in meine Unwissenheit bringt. Erhebe mich in dein strahlendes Land zu jenen, die du liebst; aber möge ich auch durch deine Dunkelheit zu tieferem Wissen gebracht werden. Oh geheimer Mond; Oh verborgener Teich; Oh Vielnamige Göttin! Der Schleier ist von meinen Augen gefallen; und ich sehe dein strahlendes Gesicht. Aber der Schlaf nähert sich; die Schwärze steigt auf, um mich zu umfangen; oh wunderbare Göttin, erhöre mein Gebet, bevor ich meiner Wege gehe.

MAGIER: Lasset uns die Vier Wächter invozieren, um damit das Gleichgewicht der Kräfte zu erreichen.

1.TEILN. STEHT IM SÜDEN UND HEBT DIE ARME.

1.TEILN.: Ich invoziere Asase Ya, die Muttergöttin von Lemuria und Afrika. Mögen uns die verborgenen Schätze der Weisheit, die unter dem Pazifischen Ozean begraben sind, zurückgegeben werden!

2.TEILN. STEHT IM NORDEN UND HEBT DIE ARME.

2.TEILN.: ich invoziere Amma, den Regengott von Lemuria und Afrika. Mögen die alten Lehren von Lemuria, die in Afrika verborgen sind, zu den Weisen kommen.

3.TEILN. STEHT IM OSTEN UND HEBT DIE ARME.

3.TEILN.: Ich invoziere den Göttlichen Ahnen Evenor von Atlantis und Hellas. So werden die magischen Künste von Atlantis beschworen.

4.TEILN. STEHT IM WESTEN UND HEBT DIE ARME.

4.TEILN.: Ich invoziere die Göttliche Ahnin Leucippe von Atlantis und Hellas. Mögen wir die wunderbaren Künste von Atlantis, die in Hellas gehütet wurden, wiederbeleben.

MAGIER (ZU KAND.): Bist du gewillt, die magischen Künste zu erlernen, indem du die Rolle der Cesara übernimmst, die mit ihrem Bogen eine Regenbogenbrücke von einem mächtigen Ozean zum anderen formt, und so zwei Kontinente und zwei Kulturen, die des Herzens und die des Kopfes, die der Natur und die der Künste, miteinander vereint?

KAND.: Ich bin gewillt. Denn ohne die Weisheit des Herzens sind die Künste der Magie und der Wissenschaft unfruchtbar.   

MAGIER (ZU KAND.): Es ist notwendig zu verstehen, um die Verbindung wieder herzustellen. Wisse, dass uns der Weise Mehlo Moya von den Berberstämmen einige Fragmente von einer Schrift gegeben hat, die in Afrika entdeckt wurde und in Isunzu, einer dem Bantu entstammenden Geheimsprache abgefasst ist. Der Weise entdeckte diese Schriften in einer unterirdischen Kammer in einer der alten Ruinenstädte Südafrikas, deren Name nicht genant wird. Diese Schrift steht in Hieroglyphen und Symbolen auf Pergamentblättern, Elfenbein- und Knochentafeln und auf Stein- und Tonscherben geschrieben. Die Schriften berichten von der Geburt des Universums und der Menschheit, ihrer Evolution und ihrer Bestimmung. Sie beziehen sich auf Lemuria, das die Alten unter dem Namen "Mu" kannten.

MAGIERIN: Meine Invokation stammt aus eben diesen Schriften. Lausche den Worten aus der unvordenklichen Vergangenheit und schau dann in Stille in unsere Wasserschale.

MUSIK.

MAGIER LIEST: Auf der Suche nach meiner verlorenen Heimat wanderte ich, der Wanderer mühevollen Jahre lang allein durch die sandige Wüste. Der Hunger hatte mein Fleisch einfallen lassen; der Durst hatte meine Lebensquelle versiegen lassen, und der Tod folgte mir mit ausgestreckter Hand dicht auf den Füßen, bereit nach mir zu greifen. Obwohl ich immer wieder ohnmächtig wurde und fiel, erhob ich mich wieder und wieder. Und im Tau der Nacht, in einem Rinnsal im glühenden Sand, im hohlen Herzen der Wüstenblume fand ich genug reines Wasser, um mich zu erfrischen. Aber ich fand weder das Land noch den Teich, nach dem ich suchte und schließlich waren meine Kräfte aufgezehrt. Meine Gewänder waren zu Lumpen zerfallen, und meine Sandalen fielen mir in Fetzen von den Füßen. Über mir lag die Nacht der Wüste. Dunkelheit und Stille umgaben mich. Ich stolperte und fiel; und dachte bei mir, dass ich jetzt sterben würde!

DIE MAGIERIN FÜLLT DEN KELCH MIT DEM WASSER AUS DER SCHALE UND GIBT DEM KAND. ZU TRINKEN.

MAGIER: Doch seht! In diesem Augenblick berührten meine Hände weiches, taufeuchtes Gras. Der Duft der Blumen strömte in meine Nase, und meine Ohren nahmen das süße Geplätscher von Wasser wahr. Ich öffnete meine Augen und stellte fest, dass ich meine Heimat der Freude und Schönheit wiedergefunden hatte. Überall breiteten sich blühende Auen und vielfarbige Pflanzen aus. Ein tiefer, klarer Teich erstrahlte in sanftem Leuchten zwischen den Blumen. Von Zeit zu Zeit flogen Vögel im schillernden Federkleid aus den von Früchten schweren Ästen des nahen Obstbaumes auf und erfüllten den azurblauen Himmel mit ihrem Gesang. Ich stand auf und trank aus dem Teich; und ich wusste, dass dies das Wasser des Lebens war! Und ich tauchte dort ein; und die Kräfte kehrten in meinen Körper zurück; und ich fühlte mich wie neugeboren! Ich stand nackt zwischen den Blumen und streckte meine Arme aus und sah zu dem Baum hinauf; dann kniete ich nieder und schaute in den Teich; und ich erblickte darin wunderbare Visionen dessen was war, ist und sein wird.

MAGIERIN FÜHRT KAND.ZUR WASSERSCHALE, DAMIT ER/SIE HINEINSCHAUT.

MUSIK. DEBUSSYS "LA MER"; RAVELS "DAPHNIS UND CHLOE" SUITE ODER SIBELIUS "SCHWAN VON TUONELA" SIND PASSEND.

KAND. BERICHTET, WAS FÜR VISIONEN ER/SIE BEKOMMEN HAT.

MAGIER (ZU KAND.): Viele Jahre lang segelte Cesara auf der Suche nach ihrem Himmelreich. Stell dir vor, dass du der Wanderer unter dem Baum am Teich in dem Garten, unserer wahren Heimat bist. Was hättest du getan, wenn du an diesem Ort erwacht wärest?

KAND.: Ich hätte mich eine Zeit lang an der Schönheit des Ortes erfreut und mich mit den Vögeln angefreundet. Dann hätte ich mich danach gesehnt, unsere Heimat mit meiner Familie und meinen Freunden zu teilen. Darum wäre ich in die Welt zurückgekehrt, und ich hätte darauf geachtet, ein wenig von dem wertvollen Wasser des Lebens mitzunehmen!

MAGIER: Dasselbe hat auch der Wanderer getan! Lausche diesen Worten!

MAGIER (LIEST VOR): "Dann plante ich den Bau einer Straße, die von den Städten zu dem Teich führt. Damit wollte ich für die Füße meiner erschöpften Brüder und Schwestern einen sanften Weg schaffen; aber als ich die Straße vollendet hatte, da kehrten all jene, die darauf gereist waren, wieder in die Städte zurück und schimpften mich einen Betrüger! Ich wunderte mich sehr darüber und machte mich auf den Weg auf der Straße, die ich geschaffen hatte; aber ich stellte fest, dass es dort wirklich keine Straße gab, denn der Sand hatte sie verschluckt." Was lernst du daraus?

KAND.: Ich erkenne, dass jeder von uns durch seinen eigenen Herzenswunsch und aus eigener Bemühung nach dem verlorenen Garten suchen und aus dem Teich trinken muss. Man kann den anderen nicht das Wasser des Lebens bringen; denn in einer Atmosphäre, in der die Göttliche Natur fehlt, wird das Wasser verschmutzt oder es verdunstet.

MAGIER: Wie der Wanderer in der Legende hast Du die Weisheit von Lemuria verstanden. "Schließlich erblühte die Weisheit in meinem Herzen, und ich sah ein, dass weder Wissen noch Wahrheit durch die geschickten Kunstgriffe des menschlichen Verstandes gefunden werden können. Die Wahrheit muss durch die Kraft des Herzens erlangt werden; und das Wissen muss mit der Kraft der Hände ergriffen werden.

MAGIERIN SALBT KAND. MIT WASSER DIE STIRN UND DAS HERZ UND GIBT IHR/IHM DEN KELCH.

MAGIERIN: Im Namen von Ngame erkläre ich, dass dein Herz für die Weisheit von Lemuria geöffnet ist. Von nun an wirst du die Sprache der Vögel und der Tiere verstehen; du wirst dich mit den Hügeln freuen und die Majestät der Berge erkennen. In deinen Adern fließt das Meer; und das vulkanische Feuer brennt in deinem Herzen. Auf deiner Stirn ist die Mondsichel, denn du bist Cesara des Grals!

KAND.: Wie kann ich hoffen, diese Gaben zu behalten, selbst wenn ich sie, so wie Cesara verdient habe? Denn steht nicht geschrieben, dass die Bewohner des Kontinentes Mu einen furchtbaren Untergang durch den Pazifischen Ozean erlitten? Berichte mir über ihre Schwierigkeiten und deren Ursache, damit ich daraus lernen kann!

MAGIER: Wisse, dass die Bewohner Lemurias zu weise in den Bereichen der irdischen Geschicklichkeit wurden; doch fehlte ihnen die Göttliche Kunst der Intuition. Statt die Natur mit dem Herzen zu zähmen, taten sie dies äußerlich. Und in ihnen wuchs der Durst nach Macht, und dadurch vernachlässigten sie ihre Gefährten. Die uralte mündliche Überlieferung des afrikanischen Stammes der Bambala erzählt von ihrem Ende. Es heißt, dass sich die Menschen in der Vergangenheit danach sehnten, den Mond kennen zu lernen; und sie nahmen sich vor, ihn zu erreichen. Darum machten sie mit großem Geschick eine hohe Sprossenleiter. Vielleicht erreichte einer der Menschen den Mond - niemand kann das so genau sagen; denn jene riesige Leiter brach zusammen und alle Menschen wurden darunter zertrümmert! Erst im Laufe einer langen Zeit hat die Erdmutter eine neue Rasse geboren.

MAGIERIN: Diese neue Rasse lebte auf einem anderen Kontinent an einem anderen Ozean. Nach den Berichten des Philosophen Plato bei Critias hieß dieser Kontinent Atlantis. Critias berichtet, dass einst der Weise Solon die ägyptische Stadt Sais besuchte; die Göttin dieser Stadt war Neith, welche die Athener als Athene und die Afrikaner als Ngame kennen. Ein uralter Priester erzählte Solon: LIEST VOR: "Oh Solon, Solon; ihr Hellenen seid nie etwas anderes als Kinder gewesen! Ihr habt weder alten Werte, die im Laufe einer überlieferten Tradition an euch weitergereicht worden wären; noch habt ihr irgendeine Wissenschaft von ehrwürdigem Alter. Und ich werde dir sagen, warum  dies so ist. In der Vergangenheit hatte es viele Zerstörungen der Menschheit gegeben; und es wird wieder solche Zerstörungen geben. Die Ursachen hierfür sind unterschiedlich; aber die größten Katastrophen geschahen durch die Wirkkräfte von Feuer und Wasser. Du kennst die Mythe von Phaeton? Das war derjenige, der die Rosse seines Vaters anspannte und alles auf der Erde verbrannte, weil er nicht dem Pfad der Sonne folgen konnte. Nun - dies war eine Mythe, die in Wirklichkeit eine Schilderung der Himmelskörper ist, die in der Umlaufbahn der Erde reisen und in großen Abständen wiederkehren."

MAGIER: Und die ägyptischen Priester belehrten Solon über den Aufstieg und Untergang von Kontinenten und Völkern, sowie diese in den geheimen Aufzeichnungen überliefert sind, die in den alten ägyptischen Tempeln aufbewahrt werden.

KAND.: In diesem Falle sind also die Zivilisationen von Lemuria und Atlantis Mythen wie die Geschichte von Phaeton?

MAGIERIN: Ein Planet kann fallen; ein Meteorit kann die Erde streifen; und gleichzeitig kann ein ungestümer junger Mensch ebenso gut durch den Missbrauch eines schnellen Fahrzeugs Unheil anrichten! Bezüglich der irdischen Realität von Mythen wird dir deine Intuition antworten.

KAND.: Warum zählen die Tatsachen? Reicht nicht der Mythos aus zum geistigen Verständnis der durch Symbole verborgenen Göttlichen Wahrheit?

MAGIER: Die verlorenen Überlieferungen enthalten oft verschüttete Erinnerungen an unsere eigene Vergangenheit. Vor der okkulten Einweihung müssen diese verwandelt werden.

MUSIK.

MAGIERIN: Lausche dem Mythos von Atlantis, den Solon von dem ägyptischen Priester überliefert bekommen hat. SIE LIEST VOR:   "Vor Tausenden von Jahren gab es einen Kontinent im Großen Ozean; und dieser war größer als Afrika und Asien zusammen. Auf diesem Inselkontinent gab es ein großes und wunderbares Imperium. Alle möglichen Produkte gab es dort in Hülle und Fülle, und alles, was dort fehlte, wurde von Übersee gebracht. Zwei Ernten gab es in jedem Jahr. Neben anderen Metallen gruben sie dort Orichalcum aus der Erde, ein rötliches Metall, das beinahe so wertvoll wie Gold ist. Und es gab viele Elefanten auf der Insel.

MAGIER: Sie bauten Brücken über jenen Meereseinschnitten, welche die alte Hauptstadt umgaben. Sie begannen am Meer und hoben einen äußeren Kanal aus, der dreihundert Fuß breit und einhundert Fuß tief war. Und sie befestigten ihre Kanäle mit Wällen, die mit Messing, Zinn und Orichalcum überzogen waren.

Die Paläste im inneren der Stadt waren ähnlich gebaut. Der Heilige Tempel von Poseidon und der Nymphe Cleito, ihren Gottheiten, war von einer Einfriedung aus Gold umgeben; und dort lebten die Familien der zehn Könige und Königinnen, die blaue Umhänge trugen. Das Äußere des Tempels war mit Silber und die Zinnen mit Gold überzogen.

MAGIERIN (LIEST): Und dort standen goldene Statuen der Könige und Königinnen und der Würdenträger. Und es gab dort Springbrunnen mit kaltem und heißem Wasser. Diese ganze Landschaft ragte hoch auf mit steil abfallenden Seiten zu einer flachen Ebene hin. Und die Ebene war künstlich geschaffen worden, obwohl dies bei solch einer Größe schwer zu glauben ist. Aber dort wurde bis zu hundert Fuß tief gegraben, um alles einzuebnen. In hundert Fuß breiten Kanälen wurden Hölzer und die Früchte der Erde mit Schiffen zur Hauptstadt gebracht.

MAGIER (LIEST): Viele Generationen lang, solange sie von der Göttlichen Natur geleitet wurden, waren die Menschen gehorsam gegenüber den Gesetzen und voller Wohlwollen zu den Gottheiten.

Sie besaßen einen wahrhaften und in jeder Beziehung großartigen Geist - denn Sanftmut und Weisheit waren bei ihnen miteinander verbunden. So groß war die Macht, mit der die Gottheiten den Kontinent Atlantis ausstatteten.

MAGIERIN FÜHRT KAND. ZUM WASSERGEFÄSS, DAMIT ER/SIE HINEINSCHAUT.

MUSIK.

KAND. BERICHTET SEINE/IHRE VISIONEN.

MAGIER: Was hättest du an der Stelle von Lady Cesara getan, die von Mu zu diesem Land segelte und dort lebte?

KAND.: Wo keine Armen zu unterstützen, keine Schlachten zu bestehen und keine Schwierigkeiten zu überwinden sind, da hätte ich mich wie im Himmelreich gefühlt und mich erfreut! Ich hätte die verschiedenen Künste praktiziert und schließlich genügend Freizeit gehabt, um mich mit den okkulten Wissenschaften zu beschäftigen.

MAGIER: Genau dasselbe haben die Atlantaer auch gemacht! Aber schließlich waren Männer und Frauen so weit von Leid und Sorgen entfernt, dass sie eher blasierten Puppen als natürlichen Lebewesen ähnelten! Männer sowie Frauen bemalten ihre Gesichter und Körper mit bunten Farben. Die Männer waren wie Frauen und die Frauen wie kleine Jungen! Und die Jugendlichen betrachteten sich wie Narcissus im Spiegel und verliebten sich in sich selber oder in gemalte Bilder. LIEST VOR: "Und der göttliche Anteil in jedem von ihnen begann langsam zu verschwinden. Sie begannen, sich ungebührlich zu benehmen und waren unfähig, ihr Glück zu erhalten. Ihre Ausschweifungen wurden offensichtlich, denn sie waren dabei, die schönste ihrer wertvollen Gaben, die Erde, zu verlieren."

KAND.: Was wurde aus ihnen?

MAGIERIN (LIEST): Die Gottheiten erkannten die erbärmliche Lage dieser einst ehrenwerten Rasse und bestraften sie, damit sie sich bessern konnten. Die Natur selber nahm diese aufgeputzten Puppen an ihre mächtige Brust. Aus dem Herzen der Mächtigen Mutter brach ein Vulkan aus und ließ die Erde erbeben; und die reinigende See verschlang sie alle und mit ihnen all ihre Paläste und Gärten." Was lernst du daraus?

KAND.: Ich erkenne, dass scheinbare Schwierigkeiten eine Verwandlung sind. Das, was von der Göttlichen Natur getrennt ist, muss zu Ihren Wurzeln zurückgebracht werden, damit es gereinigt und von Neuem geboren werden kann!

MAGIERIN: Du hast weise und wie eine wahre Magierin gesprochen!

MAGIERIN ÜBERGIBT DEN DREIZACK AN KAND.

MAGIERIN: Du bist Cesara des Dreizacks! Damit hast du die Macht, die Elemente durch die drei Sphären zu verwandeln. Benutze sie, um Stürme der Lebensenergie damit zu entfesseln und zu meistern.

MAGIER (ZU KAND.): Lerne, dir diese Kräfte durch Wahrhaftigkeit zu erhalten, so wie Cesara, die Lemuria und Atlantis, Natur und Kunst miteinander verbunden hat. Lasset uns alle an dieser Harmonie teilhaben. Möge die Magierin den Spiraltanz der Schöpfung anführen!

MUSIK.KOMPOSITIONEN VON JANACEK, SCHOENBERG, HINDEMITH STOCKHAUSEN SIND PASSEND.

MAGIERIN FÜHRT DEN SPIRALTANZ AN. MIT DEM 1. KREISUMGANG WENDEN SICH DIE TEILN. NACH AUSSEN und drehen das GESICHT beim NÄCHSTEN KREISUMGANG. EIN BRANDEN VON VIOETTER UND SILBERNER ENERGIE WIE EIN WASSERSTROM KANN ERFAHREN WERDEN.

SCHLIESSLICH STEHEN ALLE IM KREIS UM DIE WASSERSCHALE HERUM. DIE MUSIK ENDET.

ALLE INTONIEREN "NGAME", "CLEITO" MIT DEN SILBEN "NEE-GA-MAY-CLY-TO" BIS EIN ROSA-VIOLETTES UND SMARAGDGRÜNES STRAHLEN, DAS AUS DEM WASSERGEFÄSS AUFSTEIGT, GESEHEN WERDEN KANN.

ALLE SETZEN SICH IM KREIS UM DAS WASSERGEFÄSS.

KAND. SALBT ALLEN TEILN. DIE STIRN MIT DEM WASSER.

MAGIERIN: Schließt eure Augen und habt Teil an der Vision Des Wanderers. "Ich betrat den Tempel der Mondgöttin der Alten Weisheit. Und ich sah eine riesige Halle mit einem Dach blau wie das Mondlicht und einem Fußboden aus milchweißem Kristall. Sieben Lampen hingen an silbernen Ketten und erleuchteten den weißen Altarstein mit den Sieben Heiligen Farben des Regenbogens. Und drei weitere Lampen erstrahlten in den verschiedenen Farbtönen des Geheimnisvollen Opals. Ich stieg sieben Stufen aus Regenbogenkristall und drei Stufen aus Opal hinauf. Dann drehte ich mich um. Ich sah, dass der Kristallfußboden zu einem Teich geworden war, klar und spiegelglatt wie ein See, in dem sich der Mitternachtshimmel wiederspiegelt. Voller Verwunderung bemerkte ich, dass das Wasser schnell und still zu meinen Füßen anstieg. Stufe für Stufe versanken die Altarstufen unter der stillen Oberfläche der Flut bis sie völlig verschwunden waren. Die Flut küsste meine Füße und umfing meine Knie; doch empfand ich weder Furcht noch Kälte.

Die stille Welle erreichte meine Kehle und verschlang gleichzeitig den Altarstein. Und ich sagte: "Alles was ich habe, teile ich mit denen, die sich nach dem Leben sehnen." Und ich beugte meinen Kopf unter das Wasser und gelangte in eine Ebene, die weder Länge noch Breite, noch Höhe oder Tiefe hatte. Und die Königin war Schwärze, und Ihr Thron war Stille.

KONTEMPLATION.

MAGIERIN: "Und ich sah, wie die Schwarze Königin der Nacht und die Hellstrahlende Königin des Weißen Steines aufeinander zuliefen und sich umarmten. Und ich stieg aus den Wassern des Tempelteiches auf und stand auf den Stufen des Altarsteins. Und ich sah an meinem Körper herab und war von Kopf bis Fuß in eine purpurne Robe gehüllt, und eine silberne Krone zierte meine Stirn."

ALLE SENDEN HEILENDE ENERGIEN.

BERICHTE WERDEN AUSGETAUSCHT.

MAGIER: Lasset uns dem Gott Neptun und der Göttin Ngame und den Gottheiten der vier Himmelsrichtungen danken.

Finis

 

Quellen: "The Sayings of the Ancient One"; "African Mythology"; "World Mythology"; "The White Goddess"; "Timmaeus", Critias; Plato; "Classical Dictionary"; "The Homeric Hymns".

 

Es wird darauf hingewiesen, dass die Übersetzung nur zum privaten Gebrauch innerhalb der Fellowship of Isis bestimmt ist.

Die Übersetzung ist autorisiert durch Rt. Rev. Claudia, AU FOI, Ardbandroi DCOD; GLC Noble Order of Tara; Hon. Member Circle of Isis, Isian News and Mirror of Isis contributing editor, die FOI Global website Germany

  Rt. Rev. Olivia Robertson has legally transferred the copyright of these materials to the three authorized global FOI central websites of Rt. Rev. Caroline Wise, London, Rt. Rev. Linda Iles, USA, Rt. Rev. Claudia Wehmeyer, Germany . All rights reserved, please do not reproduce. Fellowship of Isis rituals are to be enacted by FOI members only.

Liturgie

Home