ERDE - MAGIE DER TRANSMUTATION

Übersetzung: Rt. Rev. Hamsadevi Claudia, AU 

ORAKEL DER GÖTTIN HEARTHA

PRIESTERIN: Göttliche Mutter Hertha; wir preisen Dich, wir loben Deine wunderbare Schöpfung.

Aus dem unteren Teil einer Eierschale,

erschaffte sie nun die feste Erde.

Aus dem oberen Teil der Eierschale

erhob sich das hohe Himmelsrund.

Aus dem Eigelb wurde nun

der Sonne leuchtender Strahlenglanz.

Aus dem Eiweiß stieg jetzt auf

der Mond in hellem Schein;

Was noch vermischt im Ei geblieben

verwandelte sich in die Sterne am Himmel.

Als das neunte Jahr vergangen

im Verlauf des zehnten Sommers,

da erhob Sie ihr Haupt aus dem Meer,

und als ihre Stirn auftauchte,

da begann Sie mit der Schöpfung;

und Sie ordnete die Welten,

auf dem weiten Meer,

und den endlosen Gewässern,

wohin mit ihrer Hand Sie wies,

dort erschaffte Sie die ins Meer ragenden Landzungen;

wo Sie sich zum Lande wandte,

da erschuf Sie weite Strände.

ORAKEL:

Wo sich das sehnsuchtsvolle Herz der Mutter zuwendet, dort nehme ich meine Wohnstatt ein. Ich bin das Herdfeuer, das Herz des Lebens und die sichere Erde, die euer Zuhause ist. Und dieses mein Herz ist einzigartig und doch vielfältig in all den Galaxien. Ehrt euer Zuhause, die Erde, nicht wegen ihrer Größe, sondern für ihre Einfachheit. Denn in dieser Hülle ist euer Schutz. Seid wie meine Kinder, die Tiere, die Vögel und die Pflanzen. Denn statt zu sterben leben sie unsterblich in meiner immerwährenden Zuflucht. Ihre Existenzkreisläufe von Geburt und Tod sind nichts weiter als Träume für sie. Habt Mitgefühl mit euch selber. Nur die Menschen glauben, dass sie sterben. Und durch diesen Irrglauben leiden sie. Wendet euch meinen Tiefen zu, und ihr werdet meine Juwelen finden. Diese vielfarbigen Steine sind verborgen in eurem eigenen Körper! Meine Rubine, Saphire und Smaragde strahlen in eurem roten Lebensbaum; Meine Gold- und Silberadern fließen in eurem Blut. Wendet euch euren Wurzeln zu. Leugnet weder Tastsinn noch Geruch oder Geschmack. Diese bringen euch in Verbindung mit mir und allen meinen Kindern.

Erkennt mich als die Erdmutter, die alle Dinge gebärt, die atmen, sich bewegen und ein Dasein haben. Mein Körper enthält alle Elemente; darum sind alle meine Kinder von meinem Wesen. Ich bin in ihnen allen. Und ich bin unsterblich.

EIN NIEDRIGER FLACHER ALTAR STEHT IN DER MITTE DES RAUMES ODER SCHREINES. DARAUF BEFINDET SICH BRENNENDE RÄUCHERUNG, BROT UND WEIN.

AUF DEM BODEN VOR DEM ALTAR STEHT EIN GEFÄSS MIT ERDE, EIN KELCH MIT WASSER UND EIN HÖLZERNER STAB. AN DEN WÄNDEN STEHEN BRENNENDE KERZEN IN DEN VIER HIMELSRICHTUNGEN. FINDET DIE ZEREMONIE DRAUSSEN STATT, SOLLTE ES EIN FEUER IN DER MITTE GEBEN UND EINEN ALTAR AUS STEINEN, SOWIE VIER BÄUME ODER STEINE, DIE DIE VIER HIMMELSRICHTUNGEN MARKIEREN.

DAS RITUAL KANN VON EINEM ODER ZWEI TEILNEHMENDEN DURCHGEFÜHRT WERDEN. IN UNSEREM FALL GIBT ES HIER ZWEI ZAUBERINNEN, ZWEI MAGIER, EINEN BARDEN SOWIE ANDERE TEILNEHMENDE IM KREIS. DIESE TRAGEN STIRNREIFEN AUS KU-PFER ODER ORANGEFARBIGE KOPFBEDECKUNGEN, KUPFERINSIGNIEN UND ORANGEFARBIGE, GRÜNE UND ROSTROTE ROBEN.

DAS RITUAL KANN ZUR WEIHE EINES RAUMES, SCHREINES ODER TEMPELS FÜR DIE ERDGÖTTIN ZELEBRIERT WERDEN.

JEDE/R TEILNEHMENDE BETRITT DEN RAUM UND KÜSST KNIEEND DIE ERDE IM GEFÄSS. DABEI SAGT SIE/ER:

Ich verehre die Erde, meine Mutter.

DANN TRINKT SIE/ER AUS DEM WASSERKELCH.

1.MAGIERIN: Brüder und Schwestern, lasset uns das Haus der Mütter bauen!

1.MAGUS: Lasset uns die Grundsteine legen!

ER NIMMT DEN STAB UND MARKIERT DEN KREIS AUF DEM BODEN; DABEI GEHT ER VON KERZE ZU KERZE; DABEI BEGINNT ER IM NORDEN UND BEWEGT SICH IM UHRZEIGERSINN (DEOSIL - VON LINKS NACH RECHTS).

2.MAGIER: Mögen die vier Säulen für das Dach aufgerichtet werden!

DIE VIER TEILNEHMENDEN BEWEGEN SICH ZU DEN VIER KOMPASSPUNKTEN. DANN GEHEN SIE IM UHRZEIGERSINN ZWISCHEN DEN KERZEN HER.

2.MAGIERIN (IM OSTEN): Möge Gaea die Mauern bauen!

Erde, du Mutter, du Festgegründete, singen will ich von dir, uralte Ernährern aller Geschöpfe, die du ja alles, was im Meer und auf dem heiligen Boden, was in den Lüften lebt, mit überquellendem Segen nährst; du nur, oh Königin, lässt sie gedeihen so reich an Kindern und Früchten.

O selig, wem du in Güte bist segnend gewogen, denn alles erblüht ihm in üppiger Fülle; schwellende Saat bedeckt ihm alle Felder und reiche Herden beweiden sein Land. Sein Haus birgt Schätze in Menge. Und so herrschen sie dann in Städten voll lieblicher Frauen, mild nach rechtem Gesetz, begleitet von Segen und Reichtum.

Jünglinge schreiten stolz in junger, blühender Freude; Jungfrauen spielen fröhlich in blütenumschlungenem Reigen tanzbeseligt dahin auf den weichen Blumen der Wiese; so ist es mit jenen, die du segnest; oh heilige Gaea, du gabenspendende Göttin. Heil Dir, Du Mutter der Götter! Deine Mauern sind eine sichere Festung.

2.MAGIERIN (IM WESTEN): Möge der Gott Pan die Fenster öffnen!

Von dem lieben Sohn des Hermes sing mir, o Muse, ihm, dem Lärmerfreuten, Bocksfüßigen, Doppelgehörnten, der auf waldiger Wiese sich tummelt mit tanzenden Nymphen.

Schweifen sie doch dahin auf felsigen Häuptern der Berge, rufen Pan, den weidenden Gott, den glänzend behaarte, struppig rauen, dem alle beschneiten Gipfel zueigen und die felsigen Häupter der Berge und steinige Pfade.

Erst am Abend spielt er liebliche Weisen auf der Schalmei; es sänge wohl keine lieblicheren Lieder je ein Vogel, der aus den Zweigen im blühenden Frühling lässt sein Lied in süßen Klängen verströmen.

Nymphen der Berge umeilen ihn nun mit hellem Gesang, schwingen mit flüchtigen Schritten am dunklen Wasser der Quelle singende Reigen; es tönt vom Gipfel des Berges der Nachhall.

Und tanzend wiegt sich der Gott bald hier, bald dort; in der Mitte waltet sein flüchtiger Schritt. Heil dir Pan! Mache uns Fenster für die Freiheit!

1.MAGIER (IM SÜDEN): Möge der Gott Seb die Tür beschützen!

In Hymnen lobpreise ich Seb, der das Geheime Tor auf seiner Stirn trägt! Möge unsere Brust bei uns sein, wenn wir eintreten ins Haus der Herzen! Mögen unsere Herzen voller Liebe bei uns sein, wenn wir eintreten ins Haus der Herzen, und mögen wir dort ausruhen. Mögen die Torflügel aufschwingen für uns; möge Seb, der Prinz der Götter das Tor weit öffnen.

Heil Dir, Seb, Gott der Erde. Die verborgenen Torflügel öffnen sich in der Oberen Welt und in der Unteren Welt; und an ihrer Seite ist das Gleichgewicht des Ra, worin er Tag für Tag sich erheben lässt das Gute und die Wahrheit, die Göttin Mayet.

1.MAGIERIN: Möge die Göttin Aset den Thron der Macht aufstellen. Das Blut der Aset und die Kraft der Aset und die Worte der Macht der Aset mögen mächtig sein und wirken als Kräfte, die dieses Haus und die, die es bewohnen zu beschützen und zu bewahren vor allem Schaden.

Aset kommt und behütet das Haus, und sie sucht die geheimen Wohnstätten des Horus auf, als er sich erhebt aus dem Papyrus-Sumpf; und sie hebt ihn auf an seinen Schultern. Er wird vereint mit der Gesellschaft in der Heiligen Barke. Seine Mutter, die Mächtige beschützt ihn. Herrin, mache uns zur Gesellschaft der Heiligen Barke; beschütze auch uns und wache über unser Herdfeuer.

1.MAGIER: Möge die Feuerstelle errichtet werden!

1.MAGIER UND 1.MAGIERIN NÄHERN SICH EINANDER VON NORDEN UND SÜDEN MIT AUSGESTRECKTEN ARMEN.

ÜBER DEM ALTAR LEGEN SIE IHRE HANDFLÄCHEN GEGENEINANDER.

2.MAGIERIN UND 2.MAGIER TUN DASSELBE, DABEI VON OSTEN UND WESTEN KOMMEND, SODASS IHRE ARME ÜBER DEM ALTAR EIN GLEICHARMIGES KREUZ ERGEBEN. ES KANN KRAFT GEFÜHLT UND ORANGEFARBIGES LICHT GESEHEN WERDEN.

1.MAGIERIN: Möge die Erdmutter Nin-Ki von Chaldaea die Feuerstelle weihen!

1.MAGIER: Möge die Erdmutter Yatai von Indochina und Burma das Feuer entzünden!

2.MAGIERIN: Möge die Erdmutter Prithivi von Indien Brot und Wein weihen!

2.MAGIER: Möge die Erdmutter Tellus von Rom die Bewohner dieses Hauses segnen!

DIE VIER TEILNEHMENDEN LÖSEN IHRE HÄNDE UND KEHREN ZU DEN VIER KARDINALPUNKTEN ZURÜCK. ZUSAMMEN MIT DEN ANDEREN TEILNEHMENDEN SITZEN SIE IM KREIS. ALLE TEILNEHMENDEN KÖNNEN EIN WARMES GLÜHEN IM SOLARPLEXUS UND IN DER WIRBELSÄULE FÜHLEN. TIEFE, WARME FARBEN, DIE AUS DER DUNKELHEIT AUFSTEIGEN, WENN SIE SICH DEN AUGEN NÄHERN, MÖGEN GESEHEN WERDEN.

BARDE: Höret die Worte Äons, des Weisen von Irland:

Das Kind wird solange genährt, wie es in den Armen der Mutter liegt; und doch weiß es nicht, dass es die Mutter ist, die es füttert. Später weiß es, an wessen Brust es gelegen hat.

So, wie die Mutter das Kind nährt, so nährt die Mächtige Mutter den Boden. Doch nur wenige sind es, die Ehrerbietung zollen, wo Ehrerbietung angebracht ist; und dies ist so, weil diese freundliche Gottheit wie eine Mutter ist, welche die Launen ihrer Kinder erduldet. Einigen verleiht sie ein Dasein entsprechend ihrer eigenen Vorstellungen. Anderen verleiht sie die Vision ihrer eigenen Seele. Und selbst von diesen letzteren lieben einige sie in Stille und fürchten sich, von der Erhabenheit zu sprechen, die auf sie herablächelt.

Aber es kam der Tag, an dem ich der Mächtigen Mutter nicht mehr die rechte Ehrerbietung verweigern konnte; und dies geschah, als ich wahrhaft lernte, welches Wesen mich genährt hatte, mich verliebt gemacht und zum Geliebten gemacht hatte mit der Bewusstwerdung ihres alles durchdringenden Geistes.

So fühlte ich an einem warmen Sommertag als ich untätig im Gras des Hügels lag. Plötzlich fühlte ich eine feurige Hitze in meiner Kehle; und ich wusste, dies war persönlich und vertraut; und es begann mit der Erweiterung und Angespanntheit aller Sinne und wandte sich nach innen; und zuerst hörte ich eine Musik wie von verklingenden Glocken, deren Klang sich entfernt in jene wundersame Anderswelt, in die sich der Sage nach die Gottheiten Danaans zurückgezogen haben; und dann öffnete sich mir das Innere der Hügel; und ich wusste, es gab keine Hügel für jene, die dort lebten; und sie wussten nichts von den mächtigen Bergen, die sich über ihren Lichtpalästen türmten; und die Winde glitzerten und waren klar wie Diamanten; und dennoch voller Farben wie ein Opal, als sie dort durchs Tal schimmerten. Und ich wusste, dass das Goldene Zeitalter überall um mich herum war, und dass wir es waren, die blind für das waren, was in Wirklichkeit niemals von dieser Welt verschwunden ist.

1.MAGIERIN: Brüder und Schwestern, lasset uns mit den Müttern kommunizieren.

 KONTEMPLATION

1.MAGIERIN: Lasset uns allen Lebewesen die Liebe und Weisheit der Muttergöttinnen und der Erdgötter senden.

ALLE HALTEN DIE HANDFLÄCHEN AUSGESTRECKT, UM DIE KRAFT ZUM POSITIVEN ZU AUSZUSENDEN.

1.MAGIERIN: Lasset uns Namen von Personen und Gruppen nennen...

BARDE: Die fußlosen Lebewesen haben meine Liebe, und ebenso die zweibeinigen Lebewesen; und auch die Vierfüßigen liebe ich, und auch die Vielbeinigen .

Mögen alle Lebewesen und alle lebendigen Dinge, alles Leben, welcher Art es auch sei, alles sehen, das ihnen Gutes bringt; Möge alle Freude zu ihnen kommen!

ALLE TEILN.: Frieden für alle Lebewesen!

2.MAGIERIN: Brüder und Schwestern; lasset uns die Gaben der Erde miteinander teilen!

BROT UND WEIN WERDEN VON DEN BEIDEN MAGIERINNEN HERUMGEREICHT UND DAS BROT WIRD AUCH MIT DEN ANWESENDEN TIEREN GETEILT.

EINIGES WIRD AUFGEHOBEN, UM DIE VÖGEL DAMIT ZU FÜTTERN.

 

1.MAGIERIN: Lasset uns den Muttergöttinnen und den Erdgöttern für ihre Freigiebigkeit und das immerwährende Zuhause danken.

 

ALLE STEHEN, WÄHREND DIE MAGIERINNEN UND MAGIER AN DEN VIER KARDINALPUNKTEN DEN MÜTTERN UND DEN CHTONISCHEN GOTTHEITEN DANKEN.

 

Finis

 

Quellen: Rune I, "The Kalevala"; "Hesiod and the Homeric Hymns and Homerica"; "Egyptian Magic"; "The Book of the Dead"; "The Candle of Vision"; Buddhist Benediction from "Every Nation Kneeling".

 

Es wird darauf hingewiesen, dass die Übersetzung nur zum privaten Gebrauch innerhalb der Fellowship of Isis bestimmt ist.

Die Übersetzung ist autorisiert durch Rt. Rev. Claudia, AU FOI, Ardbandroi DCOD; GLC Noble Order of Tara; Hon. Member Circle of Isis, Isian News and Mirror of Isis contributing editor, die FOI Global website Germany

  Rt. Rev. Olivia Robertson has legally transferred the copyright of these materials to the three authorized global FOI central websites of Rt. Rev. Caroline Wise, London, Rt. Rev. Linda Iles, USA, Rt. Rev. Claudia Wehmeyer, Germany . All rights reserved, please do not reproduce. Fellowship of Isis rituals are to be enacted by FOI members only.

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