MAGIE DES JUPITER UND DER HATHOR

Übersetzung: Rt. Rev. Hamsadevi Claudia

ORAKEL DER GÖTTIN HATHOR

PRIESTERIN: Verehrungswürdige Hathor, freundliche Mutter aller Lebewesen; Göttin der Liebe und des Lachens; wir sind verwaist von Dir! Wir haben uns von deiner Freude abgewandt, die uns durch die gesamte Natur ruft, zu deiner wunderbaren Fülle zurückzukehren. Schenke uns Freude und Liebe, Gesundheit und Fülle.

ORAKEL: Ihr sollt diese Gaben empfangen, weil ihr mich darum bittet. Denn lange, schwere Jahrhunderte hindurch habt ihr, meine lieben menschlichen Kinder nach Wissen und Autorität, nach Kraft und Heiligkeit gestrebt und dabei geglaubt, dass diese mühsam gewonnenen Errungenschaften euch den Göttern gleich machen würden! Doch obwohl es gut ist, mächtig zu sein, so seid ihr doch nichts ohne Liebe und Freude. Und diese Liebe ist nicht irgendeine seltsame und schreckliche Leidenschaft, die euch zerreißen kann, wie es geschieht, wenn sie fehlgeleitet oder unterdrückt wird; sondern sie ist das freundliche Wohlwollen, welches das Gute nicht nur für andere sondern auch für sich selber sucht. Denn wer wollte das Opfer der Opferung eines anderen sein? Wahre Freundschaft und Ehe bedeutet, Gutes, Fülle, Lachen und Frieden miteinander zu teilen. Denn in der Vergangenheit seid ihr, die Klugen, und Schwerarbeitenden, durch die Welt gereist und habt dabei eure Zivilisation missbraucht, und damit habt ihr Millionen von ihrem eigenen Lebensweg gezerrt und sie entwurzelt.

Nicht umsonst werde ich mit der Sonnenscheibe zwischen den Kuhhörnern dargestellt! Verachtet mich nicht in dieser Gestalt, denn als Kuh habe ich vier Beine und kann stehen, während ich schlafe, während das zweibeinige, aufrechtgehende menschliche Wesen unter Unausgewogenheit leidet! Großzügig spende ich meine Milch und habe die Weisheit, dort zu bleiben, wo ich bin; entweder fresse ich Gras oder ich meditiere; und ihr nennt es "Wiederkäuen", wenn ich nachdenke.

Ihr lauft zuviel herum in eurem Verstand und mit eurem Körper. Seid friedvoll. Freut euch. Und auf diese Weise werdet ihr durch Sanftmut Kraft finden, durch Ruhe Fortschritt erreichen und durch lebendiges Auskosten eines jeden Augenblicks für alle Zeiten Fülle erfahren. Wisset, dass selbst Jupiter ebenso wie Serapis in der Gestalt eines Stieres erscheint. Doch weder einer dieser Götter noch ich selbst, die wir uns in Tiergestalt manifestieren, bekommen unsere Gesundheit und Kraft dadurch, dass wir unsere Freunde töten und essen. Ihr wendet euch mit der Bitte um Gesundheit an mich. Macht es wie wir - seid freudig! Denn wenn ihr jetzt freudig seid, dann seid ihr immer voller Freude.

Mein Geheimnis ist es, sich am ewigen Augenblick, dem Hier und Jetzt zu erfreuen. Meine Liebe begleitet euch, denn es ist die Liebe der Allmutter.

DER ALTAR IST GOLDEN GEDECKT. DARAUF STEHEN VIER ENTZÜNDETE KERZEN, EIN GEFÄSS MIT BRENNENDEM RÄUCHERWERK, EIN SPIEGEL, EIN KELCH MIT ROTEM WEIN, KLEINE GELBE "SONNENSTEINE" UND EIN GOLDENES SZEPTER MIT EINEM ROTEN STEIN AN DER SPITZE.

ZWEI MAGIERINNEN TRAGEN HATHORKRONEN (DIE SONNENSCHEIBE ZWISCHEN DEN KUHHÖRNERN) UND ROTE UND GOLDENE ROBEN.

ZWEI MAGIER TRAGEN LORBEERKRÄNZE UND GRÜNE UND GOLDENE ROBEN.

TEILNEHMENDE TRAGEN KRÄNZE UND GRÜNE UND GOLDENE ROBEN.

NEOPHYTH/IN IST WEISS GEKLEIDET.

1.MAGIER: Anbeterinnen und Anbeter der Olympischen, lasset uns die Zeremonialmagie des mächtigen Planeten Jupiter und der Monde, die ihn umkreisen, durchführen. Mögen wir die planetarischen Gaben der Herrschaft, des Edelmutes, der Freundschaft und des Erfolges empfangen.

1.MAGIERIN: Damit wir diese Gaben genießen können, müssen wir sie zum Ausdruck bringen, indem wir mit Liebe herrschen, großzügig in unserem Erfolg sind, den Edelmut in anderen erkennen und Freundschaft mit allen Lebewesen teilen. Für diesen inneren Ausdruck Jupiters müssen wir uns an die Große Hathor, ägyptische Göttin der Liebe und Freude, wenden. Denn die Priester Ägyptens erklärten dem Weisen Solon, dass die Griechen wie kluge Kinder sind. Die Ägypter verehren die Weisheit des Herzens.

1.MAGIER: So sei es. Mögen beide, Jupiter und Hathor, angerufen werden.

ER ZIEHT DAS ZEICHEN DES JUPITERS IM SÜDWESTEN UND BRINGT RÄUCHERWERK DAR.

1.MAGIER: Ich bringe dem Gott Jupiter Räucherwerk dar. Mächtiger Ägäis-tragender Jupiter, Donnerer, der du Macht und Lachen spendest, verleihe uns Größe und Majestät. Schenke uns deine Gabe, in alle Lebewesen einzutreten, denn Liebe wird nur durch Gleichheit erreicht.

2.MAGIER: Aus Liebe zu Frauen verwandelte Jupiter viele Male seine Gestalt. Minerva, die Tochter Jupiters und der Metis, illustrierte die Verwandlungen ihres Vaters in einem großen mit Wolle gestickten Bild. Ein Hauch von Majestät kennzeichnet in ihrer Darstellung Jupiter als den Monarchen des Universums. Sie stellte Asteria dar, wie sie mit einem Adler kämpfte, der sie ergriffen hatte; und Leda liegt auf dem Rücken unter den schnee-weißen Schwingen eines Schwanes. Sie zeigt in ihrem Bild, wie Jupiter in der Gestalt eines Satyrs die schöne Antiope mit Zwillingsnachkommenschaft beglückte, wie er als Amphytrion Alkmene erfreute, wie er als goldener Regen zu Danae kam, und wie die Tochter des Asopus ihn in einer gleißenden Flamme spürte. Der Mnemosyne, der Erinnerung, erschien er als Schafhirte, und der Deosis als eine gefleckte Schlange.

1.MAGIERIN: Es war die Göttin in jeder Frau, nach der Jupiter immer suchte. Und Sie ist Hathor und Juno und alle Göttinnen.

Denn wisset, dass es eine Verwandlung der Göttin für jede Verwandlung des Gottes gibt, sei er Jupiter, Pan, oder Proteus. Wir kennen Hathor und Io als Kühe, Muth als Geier und Kundalini als die Flamme des Feuers.

2.MAGIERIN ZIEHT DAS ZEICHEN DER HATHOR UND BRINGT RÄUCHERWERK DAR.

2.MAGIERIN: Ich bringe der Göttin Hathor Räucherwerk dar! Höre die Worte der Priesterin, die seit alter Zeit in den Heiligen Schriften als Gebete an dich überliefert sind: Hathor, Herrin von Amentet, Herrin von Ta-Tchesert, Auge des Ra, du mit dem wunderschönen Antlitz im Boot der Millionen Jahre, der Wohnstatt des Friedens, Erschafferin des Gesetzes im Boot der Bevorzugten, wir preisen Hathor, die Herrin von Amentet und geben Ehrebietung der Mehurit. Die Tore des Himmels sind für uns geöffnet; die Tore der Erde sind für uns geöffnet; und der erste Tempel wurde für uns aufgeschlossen. Wisset, dass wir behütet und beschützt sind; wir sind befreit.

1.MAGIERIN: Ich sitze bei einem Baum und knie nieder vor der  Göttin Hathor; ich verehre die Göttin an ihrem Schrein. Ich habe Meisterschaft über mein Herz erlangt; ich habe Meisterschaft über meine Brust erlangt; ich habe Meisterschaft über meinen ganzen Körper erlangt. Ich habe Meisterschaft über die Dinge erlangt, die auf der Erde zu tun befohlen wurde. An einem reinen Ort sitze ich unter dem Laubdach der Dattelpalme der Göttin Hathor, die in der Himmelsscheibe wohnt, wenn sie sich Anu nähert; bei mir habe ich die Bücher mit den Heiligen Worten des Gottes Thoth. Ich begebe mich auf den Weg des Windes als ein Gutvorbereiteter Führer.

2.MAGIERIN: Wir sind die reinen Reisenden. Schau, oh Ahi, schau,  oh Ahi, lass uns unter jenen sein, die der Göttin Hathor folgen.

1.MAGIER: Die Worte der Macht sind ausgesprochen worden. Die Magie hat begonnen. Wer unter uns will die Rolle der vier Verwandlungen der Frau übernehmen, wie sie die Gaben des Planeten Jupiter gewinnt?

NEOPHYTH/IN: Damit wir diese Gaben miteinander teilen können, werde ich diese Rolle übernehmen.

1.MAGIERIN:  Es ist für dich notwendig, dass du in der Zeit rückwärts reist - zurück bis ins Goldene Zeitalter. In jedem Zeitalter sollst du eine Frau sein, die Jupiter liebte, und der er in verwandelter Gestalt erschien.

NEOPH.: Niemals! Wie soll ich den Zorn der Göttin Juno ertragen, die solche Frauen und deren Nachkommenschaft mit unvergleichlicher Grausamkeit verfolgte?

1.MAGIERIN: Warum, wo du doch Juno bist!

NEOPH.: Ich, eine einfache Sterbliche? Unmöglich!

1.MAGIERIN: Nicht doch. Durch die Göttin Hathor wirst du die Weisheit des Herzens empfangen, damit du den Gott in jedem anderen Lebewesen erkennen wirst. Und dadurch wirst du tugendhaft handeln, denn den Gott zu empfangen bedeutet, ebenso seine Frau, Juno, anzunehmen! Denn diese beiden sind eine Einheit. Hab Mut!

Olympische und Menschen und alle Lebewesen, ob Stiere oder Schwäne oder Schlangen - sie alle sind Kinder unserer Muttergöttin. Vertraue Hathor.

NEOPH.: Möge Hathor mich segnen und inspirieren.

2.MAGIERIN: Deine erste Verwandlung ist unserer Zeit am nächsten, unser eigenes Eisenzeitalter. Du sollst dich mit Helena identifizieren, der Tochter von Jupiter und Leda, die von den Weisen Nemesis genannt wird. Die reichgelockte Leda gebar nach ihrer freudevollen Vereinigung mit Jupiter in der Gestalt eines Schwanes zwei goldene Eier. Aus dem ersten schlüpften die Zwillinge Castor und Pollux, die dem gleichnamigen Sternbild ihre Namen gaben. Das zweite Ei barg ein drittes Kind - Helena, ein Wunder für die Männer.

Einige sagen, dass Hermes auf den Befehl von Zeus hin Helena stahl und sie nach Ägypten brachte, wo er sie Proteus, dem König der Ägypter übergab, damit dieser sie verberge. Dann schuf er ein Trugbild von Helena, der Königin von Sparta; und es war dieses Trugbild, das Paris entführte und nach Troja brachte. Welche Helena wählst du? Willst du die schicksalhafte Helena sein, die den Untergang von Troja verursachte oder die Helena, die still in Ägypten lebte und im Tempel der Hathor meditierte?

NEOPH.: Viele Leben lang habe ich vollkommen als Frau gelebt, liebend und umsorgend, heiratend und gebärend. Dies ist die Art der Frauen. Nun aber suche ich ein neues Leben, das von Erfolg gekennzeichnet ist! Ein Schwan ist das schönste Lebewesen in der Natur - wie er leicht durchs Leben gleitet und sich in der ruhigen Wasserfläche spiegelt. Meine Seele möchte weit entfernt von irdischen Sorgen in geflügelter Lieblichkeit dahingleiten. Ich wähle, im Tempel der Hathor zu meditieren.

2.MAGIER: Ah - aber welche war die wahre Helena?

NEOPH.: Warum; ich selbst in Ägypten! Denn meine Seele war dort, während mein Körper der nur ein sterbliches Trugbild ist, Paris' Nachkommenschaft in Troja gebar. Wo die Seele ist, dort ist echter Ausdruck.

MUSIK. BEETHOVENS VI. ODER VIII. SYMPHONIE; MOZARTS JUPITER-SYMPHONIE ODER HOLSTS "JUPITER" SIND PASSEND.

2.MAGIER: Nimm diesen Spiegel. Du hast das Element Wasser gewonnen, jenen Erfolg, durch den wunderbare Ruhe kommt. Von nun an sollst du die Gabe haben, durch die Lieblichkeit deiner Seele alle Lebewesen zu dir zu ziehen. Dein Gesicht wird strahlen wie das der Helena, die einen Edelstein auf ihrer Stirn trug, der ewiges Licht ausstrahlte. Doch bedenke, dass Hathor als Kuh ebenso wie als Nilpferd erscheint! Schönheit liegt in der Seele jedes einzelnen Lebewesens.

1.MAGIER: Gehe zurück in das Zeitalter des Stieres, und lerne von deiner zweiten Verwandlung als Europa, der Tochter Agenors, des Königs von Tyros. An der sidonischen Küste wünschte die Tochter des mächtigen Monarchen sich die Zeit zu vertreiben, begleitet von einem Zug tyrischer Jungfrauen. Der große Jupiter verliebte sich in die schöne Prinzessin. Aber Majestät und unerwiderte Liebe können nicht lange dieselbe Wohnstatt miteinander teilen. Daher legte der Herrscher der Götter, dessen rechte Hand mit einem Donner-Dreizack bewaffnet ist, und der durch sein Kopfnicken das Universum erschüttert, seine Würde beiseite, nahm die Gestalt eines Stieres an und mischte sich unter die Herde an der Küste.

Er muht und brüllt und tollt auf dem weichen Rasen herum. Seine Farbe ist die des Schnees, unbeschmutzt von Fußtritten oder dem lösenden Luftzug des wässrigen Südwindes. Sein Nacken rollt sich in den Fettpolstern, und die doppelten Muskelstränge hängen zwischen seinen Schultern herab. Seine Hörner sind wahrhaft klein, aber durchsichtiger als jeder Edelstein; als wären sie durch eines Handwerkers Hand poliert. Keine Falten erscheinen auf seiner Stirn; seine Augen haben nichts Furchterregendes; jeder Blick zeugt stattdessen von Friedfertigkeit.

2.MAGIER: Die Tochter Agenors bewundert seine Schönheit und wundert sich, dass er keinen Streit anfängt. Zuerst fürchtet sie sich davor, ihn zu berühren, obwohl er so sanftmütig ist; aber schon nähert sie sich und hält seinem weißen Maul Blumen hin. Der Liebhaber freut sich, und weil er sich nun auf das erhoffte Vergnügen freuen kann, küsst er ihre Hände; kaum, ja kaum kann er den Rest aufschieben. Und nun frohlockt er und spielt ausgelassen in den grünen Wiesen; jetzt rollt er seinen Körper im gelben Sand und stellt fest, dass ihre Ängste geschwunden sind; manchmal bietet er seine weiße Brust der jungfräulichen Hand zum Streicheln dar; manchmal steckt er seine Hörner in die Blumenkränze.

1.MAGIER: Und nun wagt sich die königliche Jungfrau -unwissend, wen sie drückt, verwegen auf seinen Rücken. Der Gott entfernt sich mit sanften Schritten vom Festland und den trockenen Wiesen auf das Meer zu. Und zunächst taucht er mit betrügerischer Miene die Hufe in die Wellen. Dann stiehlt er sich weiter davon und taucht plötzlich ein und trägt seinen Preis mitten durchs Meer.

Die erschrockene Nymphe schaut zum Ufer zurück, das sie hinter sich gelassen haben. Mit der rechten Hand hält sie sich an seinen Hörnern fest, die andere liegt auf seinem Rücken. Ihre wallenden Gewänder wehen vom Wind aufgebauscht hinter ihr her.

2.MAGIER: Der Stier brachte Europa nach Kreta; dort nahm er die Gestalt eines Mannes an und warb um sie. Die Nymphe willigte ein obwohl sie einst ein Gelübde ewiger Keuschheit abgelegt hatte.

Sie gebar ihm drei Söhne -Minos, Sarpeton und Rhadamantus, deren Tempel bis heute zu sehen sind. Und die Prinzessin gab dem Kontinent Europa ihren Namen. Was hast du als Europa gewonnen?      

1.PARKT.: Das Lachen! Diese Legende hat etwas so Anziehendes, so Natürliches, mit der schlauen Gottheit und der Jungfrau und ihrem nicht eingehaltenen Gelübde! Zuerst dachte ich: wie kann man einem solchen Gott folgen, nachdem man vorher den ernsten und tugendhaften Pfad des Saturn beschritten hatte?! Aber dann empfand ich, dass die Mächtigsten die Einfachsten sind; die Ernsthaftesten können am meisten lache, und wenn man viele Lieben findet und eine Menge guter Freunde gewinnt, dann mag man nicht auf seiner Würde bestehen. Denn wenn der Herrscher der Olympischen es sich leisten kann, sich als Stier in grünen Auen auf dem Rücken zu wälzen, herumzutollen und zu hüpfen auf eine solch unkönigliche Art -er, der wahrhaft ein König ist- wer sind wir dann, uns unter die Prüden und Pedanten zu setzen?!

Ich, Europa, habe dies als das ewige Zölibat des Stolzes erkannt. Ich akzeptiere Jupiter; er bringt mich zum Lachen.

MUSIK.

1.MAGIER PRÄSENTIERT DEM PRAKT. EINEN KELCH MIT WEIN.

1.MAGIER: Du hast das Element Erde gewonnen, die Frucht des Weines, die Freundschaft und Lachen bringt. Niemals sollst du wieder einsam sein, selbst dann nicht, wenn du allein bist.

1.PRAKT. TRINKT AUS DEM KELCH, DER HERUMGEREICHT WIRD BIS JEDE/R DAVON GETRUNKEN HAT.

2.MAGIERIN: Lerne nun aus deiner dritten Verwandlung als Danae im Messingzeitalter. Akrisius war durch einen Orakelspruch mit Schrecken erfüllt; denn dieser sagte voraus, dass er eines Tages von seinem eigenen Enkelsohn, den seine schöne Tochter Danae gebären würde, ermordet werden sollte. Daher veranlasste er, dass sie in einen Messingturm eingesperrt wurde. Jupiter verliebte sich in Danae; und obwohl sie in ihrem Messingturm von sterblichen Männern abgeschlossen war, so war sie dennoch nicht gefeit gegen die Einmischung durch den König der Götter. Als Danae dasaß und über ihre lebenslängliche Gefangenschaft weinte, verwandelte Jupiter sich in einen goldenen Regen, den er von seiner Mutter Rhea empfangen hatte, die als Ops die Göttin des Reichtums ist. Durch die himmlische Vereinigung mit diesem strahlenden Schauer gebar Danae den Halbgott Perseus. Sie wurde aus ihrer Gefangenschaft errettet, und Perseus wurde ein mächtiger und leidenschaftlicher Held. Geliebt von seiner Halbschwester Minerva rettete er mit dem Gorgonenhaupt die Prinzessin Andromeda, die nun strahlend am Nachthimmel erscheint.

Welche Wirkung hat diese Verwandlung als Danae auf dich?

1.PRAKT.: Sie ist ganz anders als die der Europa. Hier finde ich kein Lachen, sondern nur heilige Ehrfurcht. Durch den goldenen Regen empfinde ich ein Erschauern, das mich von der Spitze meines Scheitels durch meinen ganzen Körper bis hin zu meinen Fußsohlen durchströmt. Meine Seele fühlt sich erhöht, und mein Körper ist durch die Fontäne des ewigen Lebensfeuers erneuert. Durch meine Vereinigung mit Jupiter erkenne ich die Natur der himmlischen Liebe. Diese ist nicht auf einen Teil von mir beschränkt, sondern sie durchglüht jedes Atom meiner Seele und meines Körpers, die nun durch den Geist des Feuers vereint sind, der von oben zu mir herabgestiegen ist und mich aus meinem Messinggefängnis der Dummheit und des Todes befreit hat.

MUSIK.

2.MAGIERIN ZEIGT DEM PRAKT. DIE GOLDENEN STEINE.

2.MAGIERIN: Nimm diese Sonnensteine, Zeichen des Feuerelementes, dem Schauer von Gold. Du hast Adel erreicht. Von nun an wirst du das strahlende Feuer des Lebens in dir spüren, das dich durch diesen Lebensfluss mit allen Lebewesen vereint und auch in diesen Steinen fließt, belebt in deinen Handflächen. Alles wird durch deine Berührung zu wahrem Gold werden und jenen Überfluss bringen, deren Leben das deine berührt.

1.MAGIERIN: Wer mag sich Jupiter nähern, es sei denn mit dem Einverständnis Junos? Und niemand wagt es, in das Licht der Königin zu schauen ohne die Hilfe des freundlichen Jupiter. Denn durch ihre Ehe sind beide Herrscher; und wir gehören zu ihren Nachkommen.

Lausche nun deiner vierten Verwandlung als Juno, die sich durch ihre Tochter, die Priesterin der Juno manifestiert. Während der Herrschaft des Saturn im Goldenen Zeitalter gedachte Jupiter das Silberne Zeitalter, das der Frauen zu bringen. Er war nicht unempfindlich für den Zauber der Muttergöttin von Argos, der Göttin Juno. Um noch machtvoller ihr Vertrauen zu erlangen, verwandelte er sich in einen Kuckuck und veranlasste, dass sich ein schwerer Sturm erhob; und er ließ die Luft ungewöhnlich feucht und kalt werden. Dann begab er sich in dieser Gestalt, am ganzen Leibe zitternd, zu der Göttin. Juno   bedauerte den Kuckuck und nahm ihn an ihre Brust. Als Jupiter diesen Vorteil erreicht hatte, da nahm er seine ursprüngliche Gestalt an, und erreichte die Erfüllung seiner Sehnsucht, nachdem er ein feierliches Ehegelöbnis abgelegt hatte.

2.MAGIERIN: Mit großer Feierlichkeit wurde die Hochzeit von Jupiter und Juno begangen. Die Götter, alle Menschen und die gesamte Tierwelt nahmen daran teil. Juno wird auch Olympia, Domiduca und Februa genannt, und sie ist die Göttin aller Macht, aller Weltreiche, und die Hüterin aller Reichtümer. Sie ist die Himmelskönigin; und von ihren Brüsten hat sie den Fluss der Milchstraße geschaffen. Sie herrscht über die Ehe und die Geburt; und sie segnet die Gläubigsten und Tugendhaftesten ihres Geschlechtes. Sie sitzt auf einem Thron oder in einem strahlenden Streitwagen; auf ihrem Haupt trägt sie ein Diadem und in ihrer rechten Hand hält sie ein goldenes Szepter. Pfauen begleiten sie; und auf ihrem Szepter thront ein Kuckuck. Hinter ihr entfaltet Iris die tausend Farben ihrer wunderbaren Aura. Nun antworte, was du aus deiner Verwandlung als Tochter der Juno gelernt hast.

1.PRAKT.: Als Tochter und Priesterin einer göttlichen Mutter weiß ich, dass Herrschaft ohne Mitgefühl wertlos ist. Denn die königliche Juno hatte Mitgefühl für einen zitternden Kuckuck und nahm ihn an ihr Herz. Und so fand sie unerwartet ihren wahren Geliebten, den mächtigen Jupiter. Ich sehe auch, dass Jupiter ihre mitgefühlvolle Natur, die unter ihrem Schleier der Autorität verborgen ist, wohl erkannte; und durch diese beiden Eigenschaften sehnte er sich danach, sie zu heiraten; und so war er dazu fähig, dies zu tun. Denn sie hätte den König der Götter in keiner seiner großartigen Erscheinungen akzeptiert!

MUSIK.

1.MAGIERIN PRÄSENTIERT DEM PRAKT. EIN SZEPTER.

1.MAGIERIN: Nimm dieses Herrschaftsszepter, denn du hast das Element Luft erlangt. Von nun an hast du die Gabe, Autorität mit Sanftmut und Macht mit Umsicht zu benutzen, und Erfolg in der Liebe und im Leben zu gewinnen!

ALLE NEHMEN SICH AN DEN HÄNDEN UND BEWEGEN SICH IN EINEM KREISTANZ BIS EIN GOLDENER KRAFTSTROM DURCH KOPF UND HERZ GESPÜRT WIRD UND JEDEN TEIL DER SEELE UND DES KÖRPERS ERREICHT.

REGENBOGENFARBIGE LICHTER KÖNNEN GESEHEN WERDEN. DER REST DES WEINS WIRD GETEILT, WENN SICH DER KREIS GESETZT HAT.

1.MAGIERIN: Gefolgschaft der Söhne und Töchter von Jupiter und Juno und Hathor - lasset uns ihre Gaben betrachten.

DIE GABEN DER GOTTHEITEN WERDEN ALS STRAHELN ZU ALLEN LEBEWESEN UND BESONDERS ZU JENEN IN NOT GESANDT. BERICHTE WERDEN AUSGETAUSCHT.

1.MAGIER: Lasset uns Jupiter und Juno und Hathor danken!

Finis

 

Quellen: "Metamorphosis"; Ovid; "Book of the Dead"; "The Library", Apollodorus; A Classical Dictionary".

 

Es wird darauf hingewiesen, dass die Übersetzung nur zum privaten Gebrauch innerhalb der Fellowship of Isis bestimmt ist.

Die Übersetzung ist autorisiert durch Rt. Rev. Claudia, AU FOI, Ardbandroi DCOD; GLC Noble Order of Tara; Hon. Member Circle of Isis, Isian News and Mirror of Isis contributing editor, die FOI Global website Germany

  Rt. Rev. Olivia Robertson has legally transferred the copyright of these materials to the three authorized global FOI central websites of Rt. Rev. Caroline Wise, London, Rt. Rev. Linda Iles, USA, Rt. Rev. Claudia Wehmeyer, Germany. All rights reserved, please do not reproduce. Fellowship of Isis rituals are to be enacted by FOI members only.


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