Auszüge aus der Einleitung zu "Dea"

- Teil I der Liturgie der Fellowship of Isis -

Übersetzung: Rt.Rev. Hamsadevi, Archpriestess

Alle Rechte der deutschen Übersetzung: Rt.Rev. Hamsadevi

Wiedergabe, auch auszugsweise nur mit schriftlicher Genehmigung der Übersetzerin

Der Umgang mit Riten und Mysterienspielen

Die Religion der Göttin zentriert sich um den Herd. Ob dies die innere Sonne ist, die im Zentrum unserer Erde flammt, oder die Sonne selbst; dies ist die Quelle des manifestierten Lebens. Im Körper jeder Mutter, ob Göttin, Frau, oder beim weiblichen Tier, das ein Ei gebiert oder im Samen - das innere Feuer ist das Göttliche Zentrum. In diesem Kern ist das Leben unseres Herzens verborgen, des Herzens, dessen rhythmisches Schlagen uns am Leben erhält und den rhythmischen Tanz der Schöpfung in Bewegung hält. Dieser Herzschlag des Kosmos setzt alle Herzschläge, selbst den winzigen Pulsschlag des Lebens in einem Grashalm in Bewegung. Auf der irdischen Ebene bringt das Herz Leben. Auf einer anderen Ebene ist es Liebe. Denn das Herz existiert in allen Ebenen. 

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Um einen Schrein der Göttin zu schaffen, muss eine matriarchale Flamme vorhanden sein. Sie ist dieselbe Flamme und schenkt in jedem unpersönlichen Hotelzimmer, in einer Stadtwohnung, in einem kleinen Garten, dieselbe Kraft, wie jene Flamme, durch die in den mächtigen Tempeln der Antike die Göttin ihre Kraft spendete.

Diese heilige Flamme kann durch eine brennende Kerze, ein Räucherstäbchen, eine Pechfackel oder durch ein kleines Feuer repräsentiert werden. Der Rauch repräsentiert Luft, den heiligen Atem, der die Flamme am Leben erhält, ebenso wie unser Atem dies zusammen mit unserem Herzschlag tut. Durch das göttliche Gesetz der Korrespondenzen, ist alles Materielle in dieser Welt ein Symbol für irgendeine Wirklichkeit in einer anderen Ebene.

Wenn ein Feuer, Kerzen oder Räucherung mit der Intention einer Gottheit zu huldigen entzündet wird, so wird dadurch ein Kommunikationszentrum geschaffen, das ein Glied in der goldenen Kette darstellt, welche die starke Kraft der angerufenen Gottheiten übermittelt. Wenn wir das Zentrum unseres Schreines geschaffen haben, so benötigen wir ...

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 Innerhalb dieses Schreines ist der Aufenthaltsort der Gottheit, der Altar. ..... Hier manifestieren sich Göttin und Gott entweder durch die HohepriesterInnenschaft oder durch alle Teilnehmenden.........

Die Riten in diesem Handbuch beginnen sehr einfach, passend für eine/n Betende/n, die oder der den Weg zu den Mysterien als Neuling beschreitet und allein ist. Heutzutage ist Einsamkeit für viele ein sehr unerfreulicher Lebensumstand, besonders für jene, die ... In den vergangenen Jahrhunderten haben jene Könige und Kirchenmänner, die Menschen mit geistigen Gaben verfolgt haben, diesen Fehler als Heldentat hingestellt......

Tausende von Männern und Frauen fühlen sich einsam, weil sie die geistige Ebene des Daseins spüren und sich danach sehnen, Zugang zu dieser zu erlangen. Sie trauen sich aber nicht, weil sie Spott und Verachtung fürchten. Niemandem gefällt es, für blöd oder sogar verrückt gehalten zu werden. Das Erschaffen eines Schreines hilft einem einsamen Anbeter der Göttin, eine Festung für die Seele aufzubauen, wo die geistige Entwicklung ohne Störung durch verständnislose Familienmitglieder oder Nachbarn stattfinden kann. Diese Festung mag im Zimmer oder im Garten sein. Das einzig Notwendige ist die Fähigkeit, sich mit geschlossenen Augen Bilder, oder auch Musik und Worte durch die Gabe der kreativen Imagination vorzustellen. Doch wirkliche Repräsentationen sind eine große Hilfe. Eine Postkarte mit dem Bildnis der Göttin wird weniger Aufmerksamkeit erregen als der Duft von Räucherung; und wer bemerkt schon eine Schachtel Streichhölzer und ein Glas mit Wasser?!

Das Entzünden eines einzigen Streichholzes reicht aus, um das Feuerelement zu beschwören; doch ist Vorsicht geboten, wenn dies in einer beliebigen Ebene stattfindet. Auch Musik, die von Schallplatte oder Tonband/ Casette kommt, kann der Seele Schwingen verleihen; und das Lesen von aufgeschriebenen Ritualen kann den Geist anregen.

Wenn am Schrein regelmäßig Verehrung stattfindet, so wird der Suchende die Freundlichkeit und Hilfe der spirituellen Kräfte und Schutzengel erfahren. Die Beziehung zur Gottheit ist nicht länger nur ein Versprechen - sie wird zur Tatsache. Nun kommt die Wahl. Da gibt es jene, die es vorziehen, ihren Weg allein fortzusetzen, was besonders in den östlichen Schulen gepriesen wird. Nach einer Einweisung durch den Guru meditiert der Schüler in Zurückgezogenheit. Wir von der FELLOWSHIP OF ISIS nehmen jedoch an, dass unser einsamer Schüler auf seinem Weg Gesellschaft wünscht. Zwei oder drei Freunde versammeln sich und entdecken das gesteigerte Glück und die Kraft, die durch die Gemeinsamkeit verstärkt wird. Erfahrungen werden durch gemeinsame Praxis und Diskussion gemacht. Weitere Visionen werden durch Gruppenmeditation erreicht; und durch den Austausch von Meditationserfahrungen entsteht ein vielfarbiges Muster mit unterschiedlichen und ähnlichen Visionen, die alle zusammen ein wunderbares und bedeutungsvolles Bild zeichnen. Die Wesenheiten, die durch die Reiche der Vision führen, mögen variieren; deren Herkunft und selbst die Gottheiten können völlig verschiedenartig sein. Einige der Teilnehmenden erhalten vielleicht chinesischen Einfluss; andere werden vom Alten Ägypten oder den Devi-Reichen geleitet. Und wenn die Zusammenarbeit fortgesetzt wird, wird man die Entdeckung machen, dass die Lehrer, je weiser sie sind, umso mehr zusammenarbeiten, um der Menschheit und allem Leben zu helfen. Je mehr sich die spirituellen Führer aus anderen Ebenen den Einzelnen bemerkbar machen, desto mehr enthüllen sie die essentiellen Wahrheiten in allen Religionen und Philosophien. Mit ihnen wird der Wert jedes Pfades erkannt.

Was ist aber mit Ebenen, die weniger entwickelt als die unsrige sind und uns bei unserer Arbeit stören könnten? Es gibt keine Störung! Die weniger Fortgeschrittenen sind in Kontakt mit uns, weil sie uns brauchen; und auch wir können sie gebrauchen. Sicher haben wir als einzigartige Individuen etwas, das wir den Gottheiten neben preisenden Hymnen und Gebeten als Geschenk darbringen können. Und jedes Wesen, das uns um Hilfe bittet, kann auch uns eine Menge lehren.

Die täglichen Riten, die in diesem Handbuch angeboten werden, sind Hilfe für einen Einzelnen oder zwei oder drei Leute, die im selben Haus leben. Die Jahreszeitenrituale sind besonders für Gruppen geeignet, die sich nur sporadisch treffen können. In einem Jahreszeit-Ritual ist die Invokation mit einer entsprechenden, speziellen Zeit des Jahres verbunden, mit der zyklischen Bewegung der Himmelskörper und den klimatischen Veränderungen auf der Erde. Für jene, die abgeschlossen von der Natur in ihrer ursprünglichen Form, in einer Stadt leben, bringt schon die Visualisation von Stonehenge und dem Polarstern zur Zeit der Wintersonnenwende Nahrung für die Seele, eine Erinnerung an vergangene Inkarnationen, Harmonie mit den Naturwesen. Selbst wenn eine Gruppe, die sich zu einem der Jahresfeste trifft, nur einen kleinen Raum zur Verfügung hat, erkennt sie ihre Verwandtschaft zum Kosmos. Dort oben ist keine einfache Zimmerdecke mehr, von der eine Glühbirne herabhängt, sondern vielmehr die sternenklare Pracht des Himmels. Hinter dem Fernsehgerät ist das Mysterium der untergehenden Sonne zu sehen; jenseits des Elektroofens wird das Strahlen des polaren Nachthimmels sichtbar.....

Diese schöpferische Anwendung der göttlichen Gabe der Imagination hilft der Seele, während der Körper passiv ist, und so ist in der materiellen Umgebung kaum eine Veränderung zu bemerken, umso mehr aber dafür im Bewusstsein; und dies ist der spirituelle Entwicklungsweg. Wenn rituelle Aktivitäten unternommen werden, dann wird die Kraft bis hin in die irdische Ebene übermittelt. "Für Ariadnes zarte Füße erschuf er einen Tanzboden", so schrieb Homer Über den Tanz des kretischen Labyrinths. Beim rituellen Tanz übermittelt schon eine einfache Kreisbewegung Kraft. Es ist..........

Alle Künste verstärken ein Ritual und bringen sinnvolle Veränderungen mit sich. Wenn alte Liturgien rezitiert und Worte der Kraft ausgesprochen werden, dann klingt ihr Ton durch die Jahrhunderte, wie die Note zur Note klingt. Es werden Worte ausgesprochen, die selbst in übersetzter Form jene wiederholen, die vor Tausenden von Jahren in den Tempeln ausgesprochen wurden.

In diesen Ritualen der FELLOWSHIP OF ISIS werden alte Invokationen, Hymnen und Dialoge benutzt, die aus den Liturgien vieler alter Religionen stammen. Denn die Zeit ist gekommen, wo Iris, die Regenbogenbotin ein Muster aus der Schönheit vieler Glaubensrichtungen webt. Die Kommunikation durch neue Arten des Reisens, drahtlose Nachrichtenübermittlung, Fernsehen, Zeitungen und Bücher zwingt die Menschen zu erkennen, dass der religiöse Horizont viel weiter ist, als sie es sich je erträumt hätten. Keine religiöse Richtung kann nun mehr den Anspruch auf Vorherrschaft auf dieser Erde erheben, und erzwingen, dass andere religiöse Richtungen als Ketzerei betrachtet werden. Die Weisen akzeptieren dies und halten Ausschau nach Gemeinsamkeiten, um so Harmonie zu erreichen. Darum werden in diesen Ritualen Anbetungen aus Karnak, Babylon, den nordischen Ländern, Afrika, Indien, China, Japan und dem keltischen Kulturkreis verwendet. Wir nehmen das Geschenk einer jeden Religion an; wir lernen jetzt, mit Bewunderung jede Religion als esoterischen Beitrag von jedem Punkt unseres Globus zu betrachten.

Jedes Ritual, das die Gottheit oder die Gottheiten anruft durch Mysterienreligion, die sich mit dem Unbekannten auseinandersetzt, zeigt durch alle Ebenen hindurch Wirkung und auch auf der Erde selbst. Durch die Jahrtausende haben Menschen der verschiedenen Kulturen gelernt, mit anderen Ebenen zu kommunizieren; wir brauchen all das Wissen, Verstehen und gute Gefühl, das wir erreichen können, um im Hier und Jetzt miteinander und mit allen Lebewesen in Frieden und Liebe zu leben und Weisheit und Glück in den Sphären jenseits des "Todes" zu erreichen.

In all diesen Riten haben wir einen gemeinsamen Faktor, um Einheitlichkeit zu schaffen: die matriarchale Quelle; die Große Mutter. Es gibt einen guten Grund für diese Widmung. Der Gott oder die Götter, die angerufen wurden, schlossen im Eisenzeitalter, das etwa 3.500 Jahre gedauert hat, mehr und mehr die Göttinnen aus. Nun wird die analytische, technologische Zeitperiode vom Atom- oder Weltraumzeitalter abgelöst. Dies bringt auch immer mehr die Entdeckung des Übernatürlichen, des "Aethers" mit sich, für dessen Nachweis es seit kurzem auch besonders empfindliche Instrumente gibt. Um das Leben auf diesem Planeten zu schützen, ist es besonders wichtig, das Gleichgewicht wieder herzustellen, besonders hier im Westen, wo die gefährliche Ausprägung der Konzentration der Mars-Saturn oder männlich-aggressiven Kraft besonders stark ist. Die geistige und emotionale Anziehungskraft der Göttinnen ist notwendig, um auf Mars- Saturn sanfte Beruhigung auszuüben.

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Das Tragen von Ritualsgewändern und Insignien, das Spielen von Musikinstrumenten - all dies verstärkt die Wirkung. Wenn jedoch verwunderte Nachbarn an Gesang, sonderbaren Symbolen, den hellen Tönen der Flöten und dem Rasseln des Sistrums Anstoß nehmen sollten, so genügt auch ein stiller Gang durch den Garten in alltäglicher Kleidung. Während dieses ruhigen Spaziergangs werden Gedanken ausgesandt, mit denen Pflanzen und Erde gesegnet werden. Die Prozession wendet sich dann nach drinnen, zum Tempel hin, und so zum Schrein. So ist das Äußere einbezogen worden, damit es sich mit dem Inneren verbinden kann. Nach dem Ritual im Tempel, das die für den guten Zweck der Zeremonie notwendige Kraft bringt, ist es notwendig, dass sich die Prozession in entgegengesetzter Spiralbewegung wieder nach draußen begibt. Diese Wiederholung geschieht weder, um die Kraft zu bannen, noch um sich der Gegenwart von Elementengeistern und anderen hilfreichen Wesenheiten, die an der Zeremonie teilgenommen haben, zu entledigen. Es geschieht, um die Kraft außerhalb zu verteilen, sodass der Segen weiter strahlt durch die ganze Nachbarschaft und alles in der Umgebung - Pflanzen, die Erde und die Gewässer.

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Ein Ritual beginnt mit der Anrufung einer Gottheit und endet mit dem Dank an eben diese angerufene Gottheit. Der Dank beinhaltet die Anerkennung der gewährten Hilfe; und so wird das Bewusstsein geschärft für das göttliche Geschenk, das gewährt wurde. So oft bitten wir um etwas und vergessen dann alles, was damit zusammenhängt. Innerhalb von sieben oder neun Tagen nach einem Ritual tun die Beteiligten gut daran, darauf zu achten, was an möglichen Wirkungen auftritt. Verstärkte Bewusstheit können wir nur dann erreichen, wenn wir uns dessen bewusst werden, was um uns herum geschieht. Die Aura von Bäumen und Pflanzen kann sichtbar werden; neue Lebenskraft wird nicht nur von den Beteiligten, sondern auch innerhalb ihres Freundeskreises empfunden. Heilungen in der Nachbarschaft können geschehen

..... Der Hunger nach Macht ist in Wirklichkeit das Bedürfnis danach, andere in einer alles vereinenden Umarmung zu halten. Selbst das fehlgeleiteste Bedürfnis ist die Reflexion eines Wunsches, der ursprünglich gut ist. So bringt das Ritual Verbindung zwischen anderen Ebenen und der realen Welt, indem es ihm eigene Symbole benutzt. Wenn man die Wahrheit erkannt hat, kann man die Reflektionen des Bösen zum Guten verändern. Kein Beteiligter, der den Kontakt zur Gottheit erfahren hat, wird danach ganz derselbe sein.

In Riten und Zeremonien spenden die Gottheiten Speise und Trank, Segen und Hilfe. Sie tun dies für alle. Aber die Mysterien gehen noch weiter. Sie sind für diejenigen, die für eine weitere Entwicklung zum Wahren Selbst bereit sind. ...

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So wurde Religion aufgeteilt in die Philosophie, wo sich das abstrakte Denken durchsetzte und in eine theurgische Praxis für die Menschen, die noch immer Hilfe von und Kontakt mit den Gottheiten wünschten. Offensichtlich wünschte die Mehrzahl der Leute sich da lieber eine "wirkliche" Zimmermannsfamilie aus Nazareth als archetypische Wesen, über die gelehrt wurde, dass sie nicht "wirklich" sind. Der Heiligenkult brachte ihnen die freundliche Hilfe und Wärme von Wesen, die in einer besseren, freundlicheren Welt jenseits des Grabes lebten. Die Heiligen übernahmen dieselben Aufgaben wie die Götter und Göttinnen, weil sie ebenso wie diese in der geistigen Ebene lebten und doch in der materiellen Welt etwas bewirken konnten.

Als sich das menschliche Bewusstsein immer mehr dem verstandesmäßigen Denken zuwandte, wurden die Mysterien aufgespalten. Das altgriechische Drama bezog sich ebenso wie die späteren europäischen Stücke mehr und mehr auf menschliche Probleme. Die Mysterien der Religion hatten aber nur einen Kanal: die Masse. Nur geheime esoterische Orden hüteten die alten theurgischen Dramen. Diese sind keine weltlichen Dramen. Diese Mysterien sind Mittel, die uns durch die Gunst der Götter zuteil geworden sind, und durch die der oder die Gläubige durch Identifikation oder Verehrung Harmonie und sogar Gemeinschaft mit der Gottheit erfahren kann. Schließlich wird die verborgene Göttlichkeit in den Töchtern und Söhnen der Göttlichen erweckt.

Wenn man diese alten Mysterien studiert, ....So, wie jedes Lebewesen eine besondere Offenbarung der alles durchdringenden Göttlichen Wirklichkeit ist, so ist auch jedes Lebewesen notwendig, um zu einem harmonischen Ganzen zu führen. ...

....Die dreifache Natur der Göttin, und unserer selbst wird deutlich am Beispiel der olympischen Göttinnen, die Herrscherin, die Schöpferin; das lachende Mädchen auf den blühenden Feldern der Kunst und der Natur; und der Königin der Mysterien, der dunklen Zauberin des Hades. Während der Eisenzeit wurde nur einer dieser Archetypen bewahrt und den Frauen als nachahmungswert vorgehalten: die keusche Jungfrau oder die jungfräuliche Mutter, die der Menschheit nur durch Flehen für sie vor dem Allvater helfen konnte. Frauen, die diesem Beispiel folgten, wurde nur als jungen Mädchen bewundert, während sie mit zunehmendem Alter als "alte Jungfer", "alte Hexe" galten. Ungebildet und machtlos, oft ohne finanziellen Rückhalt - was blieb ihnen anderes als ihre sanfte Hingabe?

Wie kraftvoll sind dagegen die wirklichen "alten Hexen", die Eumeniden. In diesen Riten werden die Schicksalsgöttinnen, die Eumeniden, die Königinnen der Unterwelt angerufen. Denn die dunklen Kräfte der Mütter sind nichts Furchterregendes; aber sie sollten mit Achtung behandelt werden. Denn die fruchttragende Ähre wächst aus der schwarzen Erde; und der Baum des Lebens, auf dem die Vögel mit ihrem leuchtenden Gefieder wohnen, wächst ebenfalls vom Erdboden herauf.

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Während die Frauen gelehrt wurden, sich der Dunklen Mutter in sich zu schämen und die Zauberin, die geistige Gaben spendet, zu fürchten, wurden die Männer daran gehindert, ihr spirituelles Erbe anzunehmen, indem sie gelehrt wurden, sich ihrer Empfindsamkeit, ihrer Liebe zu den Künsten und zum Übersinnlichen, ihrer Zärtlichkeit und Fürsorge für Kinder, Tiere und Pflanzen zu schämen.

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Die, die sich mit den verschiedenen Gottheiten identifizieren, sie verehren und lieben werden eine Ergänzung des Bewusstseins feststellen. Denn es gibt eine Gottheit für jeden Menschen, humorvoll, ernst, lebensfroh, stark oder sanft. Nicht nur jeder Mensch wird von einer Gottheit repräsentiert; der oder die ideale Geliebte ist ebenso gegenwärtig; denn Isis hat zehntausend Namen und Osiris zehntausend Gesichter.....Darum sollte die Gottheit in der Meditation gesucht werden, in jenen, die wir kennen geliebt werden und durch die Mysterien entdeckt werden. ........

 Mögen jene, die diese Riten zelebrieren ihr Wahres Sein erreichen.

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