Hochzeitszeremonie des Druid Clan of Dana im Dana Nemeton, Bielefeld
Teilnehmende:Hüter der Schwelle
Barde der Druiden
zwei Tempelmädchen
Braut und Bräutigam
Ardroi
Ardbandroi

Auf einem Altar befindet sich ein Topf mit brennender Räucherkohle und Räucherwerk; ein Kelch mit Wasser; eine mit Getreide gefüllte Schale und
ein Gefäß mit Öl oder Ghee (=Butterfett).
Der Tempel ist mit Blumen, Grünpflanzen und Kerzen geschmückt.
Die Teilnehmenden tragen die ihrer Aufgabe entsprechenden Roben; Braut und Bräutigam bringen zusätzlich jede/r ein Tuch mit.
Die zur Zeremonie eingeladenen Gäste versammeln sich im Tempel. Prozessionsmusik.

Draußen, bzw. außerhalb des Tempels in einiger Entfernung wartet der Barde, der ein großes Buch in den Händen hält.
Die Tempelmädchen haben Blumensträuße z.B. Myrthensträuße in den Händen.
Der Priester hält das Tempelritual (Hochzeitszeremonie); die Hohepriesterin hält ein Räuchergefäß.
Barde, Tempelmädchen, Hohepriesterin und Priester betreten den Tempel, gefolgt vom Hüter der Schwelle, der zuletzt eintritt und die Tür schließt.
Hohepriesterin und Priester stehen auf dem Podium zur Linken und zur Rechten des Altars mit der Statue der Göttin. Sie schauen die Versammlung an. An beiden Seiten stehen die Tempelmädchen; der Barde steht auf der linken, der Hüter der Schwelle auf der rechten Seite.
Bräutigam und Braut bewegen sich auf den Tempel zu.
Ende der Prozessionsmusik.
Der Bräutigam klopft zweimal an die Tür.
Arrdroi: Geehrter Barde der Druiden, wer ersucht um Einlaß in diesen heiligen Hain der Dana?
Barde: Ehrwürdiger Arddroi im Nemeton der Dana, es sind zwei, die draußen stehen, um mit dem Hochzeitsritus vereint zu werden.
Ardroi: Es ist gut. Werter Hüter der Schwelle, gestatte ihnen einzutreten.
Der Hüter der Schwelle öffnet das Tor zum Tempel.
Hüter: Der ehrwürdige Arrddroi gestattet euch einzutreten.
Hochzeitliche Prozessionsmusik.
Braut und Bräutigam treten in den Tempel ein und bleiben vor dem Podium stehen. Sie schauen die ArrdroI und Arrdbandroi an.
Ende der Musik.
Arrdroi: Im Namen der Göttin, welche die Verkörperung von Liebe, Schönheit und Wahrheit ist, seid ihr beiden und alle hier Versammelten willkommen.
Barde und Tempelmädchen: Wir heißen euch beide willkommen.
Ardroi: Möge die Ardbandroi die Sidhe willkommen heißen, auf daß sie unserer Zeremonie und dem Brautpaar ihren Segen geben.
Ardbandroi (wendet sich gen Osten): Wir rufen Euch, Ihr Siddhe des Ostens.
Ihr Bewohner der Himmlischen Sphären, ihr reitet auf den Winden und spielt in den Baumwipfeln, auf den Wellen und auf den Höhen der Berge. Gewähret jenen, die hier um euren Segen bitten, Klarheit, Wissen und die Inspiration der richtigen Worte, wann immer sie eurer Hilfe bedürfen! Darum bitten wir euch. So sei es!
Mögen im Namen von Arianrhod, der Sternenkönigin, und ihrem Gemahl Lir, dem Erschaffer, dem heiligen Hauch, der am Anfang allen Seins war, Weisheit und Harmonie herrschen.
(wendet sich gen Süden): Ich rufe Euch, Ihr Siddhe des Südens und des Feuers. Ihr Bewohner der feurigen Sphäre, die ihr im Herdfeuer und in der Lebensflamme tanzt, im Bealfeuer und in der Herzenswärme. Bei zartem Kerzenschein und in hellem Licht, unter dem Strahlen der Sterne und im hellen Sonnenschein, schenkt jenen, die hier um euren Segen bitten, Mut, Schutz, Gesundheit, Tapferkeit und Stetigkeit im Willen zum Guten. Darum bitten wir euch. So sei es!
Mögen im Namen von Brighidh, der Heilerin, Hüterin der Heiligen Flamme und ihrem Gemahl Lugh, dem geschickten Kunsthandwerker, Schönheit und Fülle gewährt werden.
(wendet sich gen Westen): Ich rufe Euch, Ihr Siddhe des Westens und des Wassers. Ihr Bewohner der wässrigen Reiche, der Flüsse, der Quellen, der Seen und der Meere, ihr Kinder der Weser und der Werre, des Liffey und des Shannon, des Derry und des Slaine, von Loch Neath und Loch Erne, der irischen See und des westlichen Ozeans; im zarten Nebel und Nieselregen, im Gesang der Quellen und plätschernden Bäche, schenkt jenen, die hier um euren Segen bitten, Inspiration und Intuition und die Kraft der Einsicht und Sanftmut. Darum bitten wir euch. So sei es!
Mögen im Namen von Mari, Hüterin der Quellen und ihrem Gemahl Mananaan MacLir, dessen schneeweiße Rosse aus der Gischt der tosenden Wogen über den westlichen Ozean galoppieren, Freude und Inspiration gewährt werden.
(wendet sich gen Norden): Ich rufe euch, Ihr Siddhe des Nordens und der Erde. Ihr Bewohner des Erdelements, der Höhlen und Erdspalten. Ihr Mömkes und Moosweiblein, Hollen und Lohfräulein, Leprachauns und Cluricauns, ihr Gnome und Zwerge, die ihr in den Wäldern, im undurchdringlichen Weißdorngestrüpp und in den dichten Hecken wohnt; in den Wiesen und in den Städten, hinter den Hecken und in den Boglands gewährtet jenen, die hier um euren Segen bitten, Schutz und Kraft, Gesundheit und Stetigkeit. So sei es! Darum bitten wir Euch!
Möge im Namen von Hulda und Herne Kreativität, Erfolg und Fülle gewährt werden.
Ardroi: Ich invoziere den mächtigen Dagda Mor, den guten Vater des Tuatha de Danaan, den Hüter des Landes und des Friedens. Schenke all jenen, die hier um deinen Segen bitten, Kraft und Einsicht, Mitgefühl und Stärke. Lass uns teilhaben an Deinem Kessel der Fülle, aus dem Du für allen Lebewesen so gastlich und voller Großmut Nahrung für Leib und Seele spendest!
Ardbandroi: Ich invoziere Dana, die freundliche Mutter des Tuatha de Danaan. Wunderschöne Dana; in den wogenden Weizenfeldern erkennen wir dein goldenes Haar; dein Mantel ist der westliche Ozean; Dein grünes Gewand sind die Weiden und Wälder. Wir grüßen Dich als Dana und Maria, als Mari der Nebel und als Mutter des Tuatha de Danaan.
Du offenbarst Dich uns im Lied der Amsel und im Spiel der Schmetterlinge. Der kleine Marienkäfer findet Zuflucht auf Deiner Fingerspitze; und ebenso schenkst Du all Deinen Kindern Zuflucht und Geborgenheit. Gewähre all jenen, die hier um deinen Segen bitten, Zuversicht, die Kraft zur Vergebung, Mitgefühl, Mut und Tapferkeit.
Die Schönheit, die Wahrhaftigkeit und die Liebe sind ewig, denn diese sind Dein Vermächtnis. So sei es!
Ardroi: Die Göttin Dana kommt voller Freude zu jenen, die zu ihr rufen. Höret die Worte von William Russel, AE, dem inspirierten Barden und Seher des Tempels der Helden vom Roten Zweig, dem sich die Siddhe zu vielerlei Anlässen offenbarten.
Sie ist die hibernische Mutter aller Gottheiten. Sie ist die erste geistige Form der Materie und daher Schönheit. Da jedes Wesen in Form gekleidet aus ihrem Schoß heraustritt, ist sie die Mächtige Mutter, und als Mutter aller ist sie jenes Mitgefühl, das über die Gottheiten hinausgeht und der Göttlichen Gerechtigkeit als endgültige Instanz gilt.
Höret nun das Orakel Danas, welches sie AE zuteil werden ließ:
Ardbandroi: Ich bin die sanfte Stimme, die aus der Ferne ruft und zwischen zwei Herzzschlägen flüstert. Ich webe meine Zauber in die Abenddämmerung und mit zartem Trost lege ich meine luftig-ätherischen Arme und mein vom Tau des Zwielichts feuchtes Haar um den einsamen Wanderer im Wald oder an den Gestaden des westlichen Ozeans.
Ich webe geheimnisvollen Zauber um die Bäume und die Felsen und die stummen braunen Lippen der Erde, so enthüllen oder verbergen sie die Gottheit, Mich, die Mutter allen Daseins.
Ich bin der Kummer über das Verlorene und ebenso die plötzliche Sanftmut, die den Fall erträgt.
Unter den Gottheiten des Tuatha de Danaan bin ich die letzte Instanz der Gnade in ihren Herzen, wo sie Gerechtigkeit von tausenden von Sternenthronen erfahren. Mein Herz, es wohnt in deinem, immer dann wenn das deine vergibt.
Ardroi: Stark ist der Segen Danas für all jene, die zu ihr beten. Möge Sie deshalb diese Hochzeitszeremonie segnen.
Ardbandroi wendet sich zum Altar und hält ihre Handflächen über das Gefäß mit brennenden Räucherwerk, den Kelch mit Wasser und die Schalen mit Getreide und Öl.
Ardbandroi: Mögen die Elemente des Wassers, des Feuers, der Erde, der Luft und des Aethers geheiligt sein für diesen Ritus.
Sie nimmt den Kelch mit Wasser, taucht ihren Mittelfinger in das Wasser und markiert Bräutigam und Braut die Stirn.
Dabei spricht sie zu jedem der beiden die folgenden Worte.
Möge durch dieses Wasser aus einer heiligen Quelle hinter jeder Stirn die wahre Visionsfähigkeit erwachen.
Arddroi: Mögen Braut und Bräutigam nun selbst den Ritus vollziehen.
Ardroi und Ardbandroi treten zur Seite. Bräutigam und Braut treten einen Schritt vor.
Braut zu Bräutigam: Gehe nicht vor mir, denn ich will nicht folgen. Gehe nicht hinter mir, denn ich will nicht führen. Gehe an meiner Seite, denn ich will gemeinsam mit dir auf allen Wegen gehen.
Bräutigam zu Braut: Gehe nicht vor mir, denn ich will nicht folgen. Gehe nicht hinter mir, denn ich will nicht führen. Gehe an meiner Seite, denn ich will gemeinsam mit dir auf allen Wegen gehen.
Alle: So sei es, so ist es. Es ist.
Ardbandroi zu Braut und Bräutigam: Zusammen sollt ihr den Topf des Feuers halten. So sollt ihr den schöpferischen Willen zum Guten anwenden.
Das erste Tempelmädchen reicht dem Priester das Gefäß mit dem Feuer.
Der Priester übergibt das Gefäß an Braut und Bräutigam.
Diese halten es gemeinsam und geben es dann an ihn zurück.
Ardbandroi: Das Wasser wird nun dem Feuer hinzugegeben. Mögen die ruhigen Gefühle mit dem Willen in Einklang sein.
Das zweite Tempelmädchen überreicht der Hohepriesterin den Kelch mit dem Wasser. Diese gibt es an Bräutigam und Braut weiter.
Bräutigam und Braut tauchen nacheinander den Mittelfinger in das Wasser und lassen ein paar Tropfen in den Kelch zurück fallen.
Ardbandroi: Das Element Luft, Symbol des Verstandes, möge nun mit Wasser und mit Feuer verbunden werden.
Bräutigam und Braut nehmen den nun vom Priester das Gefäß mit der Räucherung entgegen und halten es gemeinsam hoch in die Luft, sodaß sich der aufsteigende Rauch frei entfalten kann.
Ardbandroi: Kraft und Fülle der fruchtbaren Erde müssen nun durch diese Getreideähren hinzugefügt werden.
Das zweite Tempelmädchen überreicht nun der Hohepriesterin das Gefäß mit dem Getreide.
Die Hohepriesterin bietet dieses Bräutigam und Braut dar. Nacheinander nimmt jeder der beiden nun ein paar Ähren heraus, die sie in den Topf mit der Räucherung legen, die für sie vom Priester gehalten wird.
Ardbandroi: Durch dieses Öl vermischt der Aether Wasser, Erde, Feuer und Luft. Mögen diese beiden Geister ebenso irdische Harmonie finden.
Ardroi: Es ist jetzt notwendig, daß die Ardbandroi den ewigen Knoten knüpft.
Ardbandoi und Ardroi tauschen Plätze mit Braut und Bräutigam.
Braut und Bräutigam holen zwei Tücher hervor.
Jede der beiden Personen hält sein Tuch an einer Ecke.
Die Ardbandroi, mit Blickrichtung auf die Versammlung, nimmt ein loses Ende jedes Tuches und knüpft einen festen Knoten.
Ardroi: Lasset uns nun entsprechend der uralten Sitte dreimal das Feuer umrunden, indem wir zunächst dem Lauf der Sonne folgen.
Der Ardroi nimmt das Räuchergefäß und leitet Braut und Bräutigam dreimal um den Feuertopf, der auf einem Stativ (dreibeinigen Ständer) vor dem Altar steht. Sie bewegen sich von links nach rechts (Anm.Übers. deosil, im Uhrzeigersinn).
Die Ardbandroi folgt und hält dabei ebenfalls ihr Räuchergefäß.
Ardbandroi: Damit die Vereinigung vollkommen ist, mögen Braut und Bräutigam allein den Pfad des Mondes beschreiten.
Musik
Braut und Bräutigam gehen allein dreimal um das Feuer, dabei führt die Braut. Sie bewegen sich von rechts nach links (Anm.Übers. sinistroversus, gegen den Uhrzeigersinn).
Ende der Musik.
Ardbandroi (mit Blickrichtung zum Paar und zur Versammlung): Im Namen von Isis, von Lakshmi, von Dana erkläre ich euch für verheiratet.
Ardroi: Im Namen der Priesterschaft von Isis und Dana bezeuge ich, daß diese beiden verheiratet sind.
Barde: Im Namen der Barden und Druiden von Irland bezeuge ich, daß diese beiden verheiratet sind.
Ardbandroi nähert sich Braut und Bräutigam und nimmt jedem der beiden das Ende des Tuches ab, das diese zwei halten. Sie wendet sich dem Altar zu und hält dabei die zusammengebundenen Tücher, jedes an einer Ecke. Sie legt den Knoten vor dem Bild der Göttin auf den Altar.
Ardbandroi: Lasset uns in dieser Zeremonie an die Götter und Göttinnen von Irland denken. Der Ruf der Sidhe wird von jenen Seelen gehört, die sich nach ewiger Glückseligkeit sehnen.
Ardroi: Lasset uns dem Feengedicht lauschen, das der irische Gott Midir zu seiner Gemahlin Etain sprach, als sie hier auf der Erde inkarniert ist.
Sanfte Harfenmusik ist zu hören. Hier kann ein Tanz aufgeführt werden.
Der Bräutigam liest aus einem Buch, das ihm von dem ersten Tempelmädchen gereicht wird.
Bräutigam: Oh hellhaarige Frau, willst Du mit mir in das wundervolle, von Musik erfüllte Land kommen? Niemand dort spricht von mein" oder dein".
Wenn auch die Ebenen Irlands wunderschön sind, so sind sie doch wie eine wüste Einöde verglichen mit der Großen Ebene.
Und eines der Wunder dieses Landes ist, daß dort der Jugend nicht das Altern folgt.
Die Männer dort sind edel und ohne Fehl; Zauber der Freude weben die Frauen dort.
Wir können um uns herum zu allen Seiten schauen, und dennoch sind wir für der Menschen Augen unsichtbar: denn menschliche Dummheit ist es, die uns vor ihnen verbirgt.
Oh Herrin, wenn Du zu meinem starken Volke kommst, so wird dort eine Krone aus reinstem Gold auf Deinem Haupt erstrahlen.
Ardbandroi: Unsterbliche Sehnsucht erwecken die Frauen der Sidhe in den irdischen Männern. Niamh mit dem goldenen Haar war eine solche Frau. Auf einer schneeweißen Stute kam sie über das Wasser geritten, als Oisin an den Ufern von Loch Lena verweilte. Sie bat ihn, sie nach Tir nanOg zu begleiten, zum magischen Land jenseits des westlichen Ozeans.
Braut liest aus einem Buch vor, das ihr von dem zweiten Tempelmädchen gereicht wird.
Braut: Dies Land ist wunderschön, übertreffend alle Vorstellungen und Träume, größere Schönheit hat kein menschliches Auge je erblickt.
Die Bäume tragen Früchte dort das ganze Jahr hindurch; und Blumen tragen Blüten dort das ganze Jahr. Honig tropft nieder von den Bäumen dort im Wald; und niemals schwinden dort die Vorräte an Met und Wein.
Nicht Schmerz noch Krankheit kennen die Bewohner jenes Landes, und niemals nähern ihnen sich Verfall und Tod. Das Fest dort endet nie; und Tanzen ist dort nie ermüdend; und niemals hört die Musik auf, in jenen Hallen zu erklingen; und Gold und edle Steine in unserem Land der Jugend überstrahlen alle Schätze, die jemals sich ein Mensch erträumt.
Die herrschaftliche Krone sollst du tragen auf deiner Stirn, gegürtet wirst Du sein an deiner Seite mit der magischen Klinge, und Herrscher aller sollst du sein im Land der Jugend, und Liebster von Niamh mit ihrem goldnen Haar.
Erstes Tempelmädchen: So rufen Frau und Mann einander zu, zu jenem, dem geheimen Wunsch von allen.
Zweites Tempelmädchen: Der Schleier zwischen der Feenwelt und der unsrigen schwindet von Zeit zu Zeit für einige Stunden der Verzauberung.
Barde: Den anderen zu finden, heißt sich selbst zu finden. Und alle Natur findet ihren Ausdruck in dem einen geliebten Antlitz.
Hört nun, wie der Barde von Irland, James Stephens, die fröhliche Prozession der Siddhe beschreibt:
Und Angus Og sprach zu seiner Liebsten: Meine Liebste, heute wollen wir eine Reise machen".
Es ist mir eine Freude, dich zu begleiten", sagte Caitlin
Wir werden die Welt der ruhigen Wohnstätten in den Hügeln verlassen und in die Welt der Menschen hinabsteigen, wo wir die lärmerfüllten Städte und die Vielzahl der Menschen besuchen.
Dies wird unsere erste Reise sein. Doch werden wir in naher Zukunft wieder zu ihnen gehen, und von jener Reise werden wir nicht zurückkehren, denn wir werden unter den Menschen wie unter unserem eigenen Volk leben und Frieden wird für uns alle herrschen."
Möge dieser Tag bald kommen", sprach sie.
Sodann hüllte Angus Og sich in sein leuchtendes Strahlen und sie traten hinaus an das Licht der Sonne. Es war früh am Morgen, die Sonne war soeben aufgegangen, und der Ttau glitzerte auf der Heide und den Grashalmen. Es lag soviel Lebhaftigkeit in der Luft, dass Caitlin in unkontrollierbarer Freude tanzte, und Angus tanzte mit ihr und ließ freudevoll seine Stimme singend in den Himmel klingen.
Vögel schwirrten um sein strahlendes Haupt, weil jeder Kuss, den er Caitlin gab, zu einem Vogel wurde. Denn diese Vögel sind die Botschafter der Liebe und der Weisheit, und auch sie fielen in die freudevolle Melodie ein, und der stille Platz hallte wieder von Glückseligkeit. Und ständig flog einer der kreisenden Vögel davon, und mit großer Eile flogen sie davon in die vier Himmelsrichtungen, um als Angus Og´s Botschafter der Liebe die Sluagh Siddhe, das Feenvolk aus den Hügeln und Tälern zusammen zu rufen.
Und eine, die mit ihnen kam, war Dana, die Mutter der Gottheiten, die ewige Zuflucht, und die anderen Gottheiten hießen sie mit freudigen Hochrufen willkommen. Ihr Atemhauch ist der Frühling, ihr Lächeln ist der Sommer. Von ihren Händen picken die Vögel ihre Nahrung. Der sanftmütige Ochse ist ihr Freund, und der Wolf trottet an der Seite der freundlichen Göttin.
Wenn ihre Stimme erklingt, lugt das Gänseblümchen aus seiner Höhle hervor und die Nessel neigt ihre Lanze vor ihr. Die Rose entfaltet sich voller Unschuld und mischt ihren süßen Duft in den Tau, und die hohe Eichenkrone lacht sie an.
Oh du Wundervolle! Die Lämmer folgen dir auf Schritt und Tritt; ungestört ernten sie deine Fülle in den Wiesen. Und die ermüdeten Menschen finden an deiner Brust Ruhe, oh Ewige.
Du erfüllst die Taten und Worte der Menschen mit Güte; Du bist Vergebung und du bist die Verheißung der Ewigkeit.
Und das Liebespaar wanderte singend und tanzend über die kleinen Pfade der Ziegen, entlang der schmalen Pfade zwischen den Gehöften hin zu den kurvigen Straßen und hinab in die Städte, wo sie in den Gassen und Läden ihre sonnige Geschichte erzählten und dabei nicht die bösen Blicke und die abweisende Kälte der Söhne Balors beachteten. Und so gelang es ihnen, den Philosophen aus seinem Gefängnis zu befreien. Sie nahmen sogar den menschlichen Verstand von den gelehrten Doktoren und Anwälten, den gerissenen Priestern und den Professoren, deren Münder ausgetrocknet sind vom Sägemehl der herzlosen Analyse, und sie verfuhren ebenso mit dem Krämern, die Grashalme als gute Nahrung verkauften. Dem Dichter und dem Handwerker sangen sie von TirnanOg und ließen ihre Augen erstrahlen im Licht der Erinnerung an das Sommerland, unser aller Ursprung, und dann kehrten sie lachend und singend zurück in das Land der Gottheiten, nach Tir nan Og.
Ende der Harfenmusik
Ardbandroi, zu der Versammlung gewandt: Lasset uns Gedanken der Harmonie an alle Lebewesen senden, damit sie an unserer Freude teilhaben können.
Sie erhebt ihre Hände in der Haltung von Isis.
Mögen alle Lebewesen und alles Existierende gesegnet sein; Sidhe und Menschen, Säugetiere und Vögel, Reptilien, Fische und Insekten, Bäume und Pflanzen und alle Elemente.
Alle Teilnehmenden: So sei es!
Ardbandroi (wendet sich nach Osten): Wir danken Arianrhod des Silberrades und Lir, dem Vater Mananaans für ihre Weisheit und Harmonie.
Wir danken den Siddhe der Luft für ihre Inspiration.
(wendet sich nach Süden): Wir danken Brighidh und Lugh für ihre Schönheit und Fülle. Wir danken den Siddhe des Feuers für das wärmende Herdfeuer.
(wendet sich nach Westen): Wir danken Mari und Mananaan MacLir für ihre Freude und Kreativität. Wir danken den Siddhe des Wassers für das reine Trinkwasser.
(wendet sich nach Norden): Wir danken den Siddhe des Nordens und der Erde, den Bewohnern des Erdelements, der tiefen Wälder, der Höhlen und Erdspalten, den Mömkes und Moosweiblein, Hollen und Lohfräulein, Leprachauns und Cluricauns, Gnomen und Zwergen, die in den Wäldern, im undurchdringlichen Weißdorngestrüpp und in den dichten Hecken wohnen; in den Wiesen und in den Städten, hinter den Hecken und in den Boglands für ihren Segen des Schutzes und der Kraft, Gesundheit und Stetigkeit.
Wir danken Hulda und Herne dafür, dass sie Kreativität, Erfolg und Fülle gewähren.
Sie erhebt die Arme und schaut auf die Anwesenden.
Ardbandroi: Möge der Göttliche Segen euch begleiten!
Ardroi: Im Namen von Isis und Dana, so sei es!
Prozessionsmusik.
Zuerst verlassen Braut und Bräutigam den Tempel.
Es folgen die Tempelmädchen, dann der Barde der Druiden und schließlich die Ardbandoi und der Arddroi.
Die versammelten Gäste folgen der Prozession des Brautpaares. Der Hüter der Schwelle bleibt bis zuletzt zurück.
Finis
copyright by Rt. Rev. Hamsadevi, Wiedergabe, auch auszugsweise nur mit ausdrücklicher schriftlicher Genehmigung der Autorin; alle Rechte vorbehalten, Leopoldshöhe, Mai 2008
Quellen: Olivia Robertson: Isis Wedding Rite, Cesara Publ. Clonegal Castle, Eire; James Stephens: Crock of Gold, Gutenberg archives; AE, William Russel: Candle of Vision