Hexerei ohne Tränen
- oder: Chancen und Fallstricke auf dem Spiralweg der Göttin
In diesen Zeilen möchte ich dazu beitragen, Interessierten und neuen Mitgliedern die Entscheidung zu erleichtern, welchem der zahlreichen Wege und Zentren innerhalb der Fellowship of Isis sie sich zuwenden möchten.
Hierzu möchte ich die Begriffe "Religion", "Magie" und "Hexerei" im Kontext der Fellowship of Isis und ihrer Schwesterorganisationen kurz erläutern. Das Thema Hexerei wurde in die Betrachtung mit einbezogen, da auch viele neuzeitliche "Hexen" das Konzept der Göttin in ihre esoterischen Überlegungen mit einbeziehen.
Zweifelsohne ist die Fellowship of Isis mit dem Dana Clan und dem Tara Orden die weltweit einzige spirituelle Gruppe, die es Menschen ermöglicht, Göttin-Spiritualität in einer solch einzigartigen Vielfalt kennen zu lernen.
Die Kehrseite dieser "Medaille" ist leider die Tatsache, dass eine große Vielfalt an Angeboten für manchen Menschen nicht nur auf den ersten Blick verwirrend ist.
Die Fellowship of Isis ist einerseits eine Religionsgemeinschaft, andererseits begegnet uns die Vokabel "Magie" immer wieder in der Liturgie und den spirituellen Ausführungen von Lady Olivia. Was ist in diesem Zusammenhang damit gemeint?
Religion beinhaltet die Vorstellung von einem spirituellen Zuhause, einer Zufluchtsstätte, der "Rückbindung" an die oder die Verbindung mit der Gottheit.
Für viele Menschen ist ein religiöser Rahmen in diesem Zusammenhang wichtig und sinnvoll.
Einer der Kernsätze von Lady Olivia, der Mitbegründerin der F.O.I. lautet
Magie bedeutet, das ganze Himmelreich in einer Blume zu erkennen.
Dieser orakelhafte Satz lässt, wie das nun einmal in der Natur von Orakeln liegt, zahlreiche Interpretationsmöglichkeiten zu.
Zum Beispiel die: Magie bedeutet also, dass mir die ganze Welt zu Füßen liegt, wenn ich nur die richtige Blume pflücke.
Oder: Magie bedeutet, dass ich den Schlüssel zum Himmelreich fortan in meinen Händen halte und ihn je nach Gutdünken benutzen oder auch nur damit angeben kann...
Oder: Magie bedeutet, mich von der restlichen Welt ab- und den Blumen allein zuzuwenden.
Lady Olivias Verständnis dieses Satzes deutet auf ein Auflösen dualistischer Vorstellungen in dem Sinne hin, dass es eine Frage der Sichtweise ist, ob wir diese Welt, die materielle Ebene, Mittelerde als ein Paradies oder als den Vorhof zur Hölle sehen wollen.
"Magie" bedeutet im Kontext der Fellowship of Isis, eine Sensibilisierung für die eigenen geistigen Fähigkeiten sowie für die Ebenen der subtil wirkenden Kräfte und Energien. Nicht mehr und nicht weniger!
Magie - das hat sich herum gesprochen - hat nach der landläufigen Auffassung etwas mit Macht zu tun. Und Macht über andere wird in der westlichen Gesellschaft als etwas Erstrebenswertes betrachtet, als etwas, womit die eigene Persönlichkeit aufgewertet wird. So fühlen sich oft gerade jene zur Magie hingezigen, denen es im Alltag an Zuwendung und Selbstwertgefühl mangelt. So hoffen sie, in der synthetischen "zweit"-Persönlichkeit des Magiers oder der Magierin all das zu erlangen, von dem sie meinen, das ihnen der "normale" Alltag dies vorenthält. Das ist jedoch eine große Illusion, die sich dauerhaft kaum aufrecht erhalten lässt.
Das Konzept der Magie wird immer wieder, auch von vielen, die sich als "praktizierende MagierInnen" betrachten, als eine Möglickeit gesehen, die Welt aus den Angeln zu heben oder doch sie zu beherrschen. Und wenn die Machtphantasien nicht ganz so hochfliegend sind, so hofft man / frau doch, via magischer Handlungen zumindest den Mitmenschen den eigenen mehr oder weniger wohlmeinenden Willen aufs Auge drücken zu können. Diese Einschätzung entspringt jedoch kindischem Wunschdenken und oft nicht zuletzt mangelndem Selbstvertrauen, nach dem Motto "Wenn ich schon mit den Menschen nicht zurecht komme, habe ich wenigstens unter den Geistern meine FreundInnen" oder "Niemand mag mich außer meinen Elementalen".
Doch liegen die wirklichen Chancen, welche die Magie dem oder der Einzelnen bietet, in der Möglichkeit, Selbstfindungs- und Selbsterkenntnisprozesse auf den Weg zu bringen und zu beschleunigen. Bewusstseinserweiterung kann mittels geistiger Übungen und Zeremonien erfahren werden; so können innere Erkenntnis- und Entwicklungsprozesse in Gang gesetzt werden - oder auch nicht, je nach der Bereitschaft und Aufnahmefähigkeit der angehenden Magierinnen oder des Magier, sich auf diese einzulassen.
Die einzige Macht, nach welcher der Magier oder die Magierin streben sollte - und hierin liegt die eigentliche Chance magischer Praxis - ist die Macht über sich selbst, das Durchschauen und Auflösen jener Prägungen, Denk- und Handlungsmechanismen, die sich bei genauerer Betrachtung als leidvolle Verstrickungen in falsche Vorstellungen erweisen. In diesem Sinne ist die magische Praxis im Tara Hedge College konzipiert.
Mit anderen Worten: Selbsternannte Supermagier/Innen, die sich einbilden, mittels ihrer "Zauberkräfte" die Welt "retten" oder nach ihren Vorstellungen umformen zu können, sind im THC entschieden falsch untergebracht. Wir sind der Überzeugung, dass die Welt zwar einiger Wunder bedarf. Und wir wissen auch, dass die Praxis des betens und des Segnens allerlei Gutes bewirken kann.
Aber wem wirklich etwas daran liegt, zum Wohle der Wesen zu wirken, wird für diese Bemühungen schon den sicheren Raum des eigenen Kreises oder Tempels verlassen, sich in die Welt hinaus begeben und sogar soziale Kontakte zu Nicht-MagierInnen "ertragen" müssen. Klar, es kann ganz schön anstrengend sein, an sich selbst zu arbeiten. Die Phantasien der eigenen "Macht" mögen da schneller zerplatzen als eine/r "so sei es" gesagt hat. Aber - niemand hat gesagt, dass es leicht wäre, zum Wohle der Wesen zu wirken. Wäre es das, würde es auf unserem Planeten freundlicher zugehen!
Kommen wir zum dritten Begriff, dem der "Hexerei". Hexerei ist der Versuch, mittels sympathetischer Mittel und / oder Handlungen Geschehnisse und Menschen in der materiellen Ebene zu lenken und zu beeinflussen.
Eines ist die Magie und die Hexerei, jedenfalls im Tara Hedge College, ganz sicher nicht: eine Krücke, mittels der man/frau sich mangels menschlicher und sozialer Befähigung durchs Leben hinkt. Natürlich - versuchen kann man/ frau das; nur wird er / sie früher oder später bei diesem Versuch, sich so um lange anstehende Einsichten herum zu mogeln, bitterlich auf die Nase fallen und dabei - oh Wunder - nicht selten mit selbiger mitten in einer tiefen, tiefen Pfütze landen, die sich bei näherem Hinsehen wahrscheinlich als bis zum Rand mit dem Schlamm der eigenen Versäumnisse gefüllt entpuppen wird.
Immerhin, so mag die Einsicht schmerzhaft dämmern, dass noch so massenhaft geschickt gewobene Liebeszauber auf Dauer nicht den Gang zum Beziehungstherapeuten / -therapeutin ersparen und dass aller Geld- und Erfolgszauber nicht über das Niveau bizarrer Freizeitgestaltung hinauskommt, wenn die Bemühungen und Anstrengungen in der materiellen Ebene nicht ebenso engagiert angegangen werden.
So manche/r, die oder der einen Schutz- und Abwehrzauber nach dem nächsten loslässt, sollte sich fragen, ob es langfristig nicht sinnvoller wäre, sich mit seinem Paranoia vertrauensvoll in psychotherapeutische Behandlung zu begeben....
Im Tara Hedge College betrachten wir Hexerei als eine legitime Möglichkeit, vorhandenes gutes Karma aus der Latenz zu heben; und dementsprechend ist die Zauberpraxis konzipiert. Wer dieser Praxis folgt, erspart sich und anderen schlechte Erfahrungen und unnötiges Leid, daher der Titel "Hexerei ohne Tränen".
zurück zur Religion:
Hier bietet die Fellowship of Isis eine Menge Möglichkeiten. Religion impliziert, wie gesagt, die Idee eines spirituellen Zuhause, aber auch die Idee von religiöser Gemeinschaft und einer Gruppe von Gleichgesinnten, in der mensch gemeinsam mit anderen am Segen der Göttin teilhat, sich spirituell austauschen kann und vielleicht sogar neue Freundschaften knüpft. Das alles ist ganz wundervoll; und meiner Meinung nach ist schon allein diese Chance ein großes Geschenk der Göttin an die Menschen in dieser Zeit.
Hier können sich medial veranlagte Menschen in der Geborgenheit der Gruppe ihren Visionen und Durchgaben hingeben und andere daran teilhaben lassen.
Doch gerade medial veranlagte Menschen sind allein durch die Tatsache ihrer mediumistischen Veranlagung nicht unbedingt dazu qualifiziert, sich mit Magie im klassischen Sinne zu beschäftigen. In einigen Bereichen mag eine gewissen hellsichtige oder mediumistische Veranlagung zwar nützlich sein; jedoch allein das reicht bei weitem nicht aus, um jene inneren Prozesse zu bewältigen, die durch den leichtfertigen und unvorbereiteten Umgang mit magischen Energien unversehens und unkontrolliert ausgelöst werden können.
Um also Verwirrung zu vermeiden ist es sinnvoll, sich gleich von vorne herein darüber klar zu werden, was man/frau eigentlich von einer spirituellen Lehrerin oder einem spirituellen Lehrer in der F.O.I. und ihren Schwesterorganisationen erwartet.
Erwartet sie oder er, die Gemeinschaft mit anderen zu genießen, sich wohl zu fühlen im Kraftstrom der Göttin, und zusätzlich emotionale Zuwendung in Form von Lob, Anerkennung, Rücksichtnahme und Beachtung der Persönlichkeit zu empfangen, so ist er oder sie in einem tempel oder hain der Göttin gewiss ausgezeichnet aufgehoben, wo all dies im Überfluss für jede/n vorhanden ist.
Doch kommt es auch vor, dass ein Lyceum einen Kurs anbietet, der über die Definition der Magie, wie sie in der Fellowship definiert ist, hinaus geht. Dann muss es möglich sein, dass die spirituelle Lehrerin oder der spirituelle Lehrer eine/n Schüler/in auch schon einmal ermahnt, auf falsche Vorstellungen oder innere Widersprüche hinweist und so der oder dem Teilnehmenden eine Möglichkeit gibt, sich von diesen zu befreien.
Das ist nicht immer angenehm. Sinn solcher Unterweisungen ist es nicht, den Teilnehmenden ein esoterisches Wellnessprogramm mit Abschlusszertifikat zu bieten, sondern sie dazu zu führen, ihre eigenen Bewusstseinsgrenzen zu erkennen und ggfls. zu sprengen.
Wenn sich nun ein Mensch, der eigentlich Freundschaft und die Geborgenheit der Gruppe für die eigene Kommunikation mit der Gottheit und eine Bestätigung des eigenen Weges wünscht und wahrscheinlich auch augenblicklich mit gar nichts, was darüber hinausgeht etwas anfangen kann, den Anschluss an eine solche, eher an Erforschung des Selbst und direkter spiritueller Entwicklung interessierte Gruppe sucht, so kann dies zu großer Verwirrung und noch größerem Leid durch Enttäuschung der eigenen Wünsche und Bedürfnisse dieses oder dieser Suchenden führen.
Das ist so, als würdest eine Person, die eigentlich nur ein bisschen nett quatschen möchte, sich dann in einer Gruppe wieder findet, die konsequent Englisch lernt. Entweder bleibt die Person irgendwann enttäuscht weg, oder ist traurig, dass sich niemand für ihre Alltagsstories interessiert, oder sie stört sogar den Unterricht, einfach weil sie noch nicht verstanden hast, dass es hier nicht um die Erfüllung ihrer gesellschaftlichen und zwischenmenschlichen Bedürfnisse sondern um das Erlernen einer Fremdsprache geht.
Nun - würde der Lehrer oder die Lehrerin sogar auf diese Bedürfnisse nach zwischenmenschlicher Anerkennung und sozialen Austausch eingehen, ohne die Sprachfehler zu tadeln oder zu verbessern, so wäre er zwar am Ende des Kurses für alle, die auch eher quatschen als Englisch lernen möchten, ein echt netter Pauker - nur hätte wahrscheinlich niemand wirklich Englisch gelernt, was ja eigentlich das Ziel des Kurses gewesen wäre.
Anhand dieses Beispiels wird deutlich, wieviel Verwirrung falsche Vorstellungen von den eigenen Bedürfnissen in eine ganze Gruppe bringen können.
Wir, als Lehrer/innen des Tara Hedge College geben uns alle Mühe, unsere SchülerInnen ensprechend ihrer Befähigung nach bestem Wissen und Gewissen zu fördern. Deshalb finden wir, dass sich jeder Mensch, der in Erwägung zieht, an unseren Fortgeschrittenenkursen teilzunehmen, überlegen sollte, ob er nicht eigentlich seine wertvolle Lebenszeit verschwendet, wenn das, was wir anbieten, gar nicht das ist, was sie oder er eigentlich möchte, beziehungsweise, die Inhalte eines solchen Kurses seinen eigentlichen Neigungen und Befähgungen gar nicht wirklich entgegenkommen.
Deshalb sollte sich jede/r die Frage stellen:
Was ist eigentlich mein wahrer Wille, wenn ich in der Heckenschule studieren möchte?
Ist dies der Wunsch nach Anerkennung dessen, was ich für meine spirituellen Erkenntnisse halte?
Herzlich willkommen im Iseum der Heckenschule!
Bist du der Meinung, dass sowieso jede/r nur sein/e eigene/r Lehrer/in sein kann, auf jeden Fall dann, wenn dir deine Lehrer/innen etwas sagen, was deine bisherige Wahrnehmung einer Sache in Frage stellt, es im Übrigen aber ganz nützlich ist, ein bisschen Wissen hier und da "abzuzocken" mit dem man die eigenen Vorstellungen bei passender Gelegenheit und in passender Runde aufpeppen kann?
Dann verschwendest du hier deine Zeit!
Die Freiheit, die in der F.O.I. und ihren Schwesterorganisationen alle mitgliederhaben ist die der freien Wahl.
So kann sich ein Mitglied aussuchen, in welchem Lyceum / Iseum es einen Kurs machen möchte; und ebenso entscheiden die CenterleiterInnen, welche Kurse sie für welche Mitglieder anbieten. Es besteht also weder die Verpflichtung bei den Mitgliedern, sich dem ein oder anderen Zentrum sozusagen lebenslänglich anzuschließen; noch besteht die Verpflichtung seitens der CenterleiterInnen, in jedem Fall jedes Mitglied zu betreuen.
Wir möchten nicht, dass durch eine gravierende Fehleinschätzung der Ansprüche der Mitglieder an die Leitung der F.O.I. und andere falsche Vorstellungen von der Aufgabe der CenterleiterInnen innerhalb der Gemeinschaft der Göttin Missmut erzeugt und Verwirrung gestiftet wird.
Deshalb haben wir unser Bestes getan, auf dieser Seite allen neuen Mitgliedern und interessierten Mitmenschen die Möglichkeit zu geben, sich selbst zu reflektieren und sich, ihre Ansprüche an und Wünsche in einer Gruppe ganz genau für sich zu definieren, um so für sich und als Teil einer Gruppe das zu erfahren und zu verwirklichen, für was die Fellowship of Isis und ihre Schwestergemeinschaften stehen: Liebe, Freude, Frieden, Mitgefühl, Schönheit und Fülle für alle Wesen.
In diesem Sinne!
Viel Glück bei der Entscheidung für den richtigen Weg
mit dem Strahlenden Segen von Dana
Hamsadevi