Die Hochzeitszeremonie der Fellowship of Isis

Übersetzung: Rt. Rev. Hamsadevi Claudia, AU

Teilnehmende:

Hüter der Schwelle

Barde der Druiden

zwei Tempelmädchen

Braut und Bräutigam

Priester der Isis

Hohepriesterin

 

Auf einem Altar befindet sich ein Topf mit brennender Räucherkohle und Räucherwerk; ein Kelch mit Wasser; eine mit Getreide gefüllte Schale und ein Gefäß mit Öl oder Ghee (=Butterfett).

Der Tempel ist mit Blumen, Grünpflanzen und Kerzen geschmückt.

Die Teilnehmenden tragen die ihrer Aufgabe entsprechenden Roben; Braut und Bräutigam bringen zusätzlich jede/r ein Tuch mit.

Die zur Zeremonie eingeladenen Gäste versammeln sich im Tempel. Prozessionsmusik.

Draußen, bzw. außerhalb des Tempels in einiger Entfernung wartet der Barde, der ein großes Buch in den Händen hält.

Die Tempelmädchen haben Blumensträuße z.B. Myrthensträuße in den Händen.

Der Priester hält das Tempelritual (Hochzeitszeremonie); die Hohepriesterin hält ein Räuchergefäß.

Barde, Tempelmädchen, Hohepriesterin und Priester betreten den Tempel, gefolgt vom Hüter der Schwelle, der zuletzt eintritt und die Tür schließt.

Hohepriesterin und Priester stehen auf dem Podium zur Linken und zur Rechten des Altars mit der Statue der Göttin. Sie schauen die Versammlung an. An beiden Seiten stehen die Tempelmädchen; der Barde steht auf der linken, der Hüter der Schwelle auf der rechten Seite.

Bräutigam und Braut bewegen sich auf den Tempel zu.

Ende der Prozessionsmusik.

Der Bräutigam klopft zweimal an die Tür.

Priester: Geehrter Barde der Druiden, wer ersucht um Einlaß in diesen heiligen Tempel der Isis?

Barde: Ehrwürdiger Priester der Isis, es sind zwei, die draußen stehen, um mit dem Hochzeitsritus vereint zu werden.

Priester: Es ist gut. Werter Hüter der Schwelle, gestatte ihnen einzutreten.

Der Hüter der Schwelle öffnet das Tor zum Tempel.

Hüter: Der Priester der Isis gebietet euch einzutreten.

Hochzeitliche Prozessionsmusik.

Braut und Bräutigam treten in den Tempel ein und bleiben vor dem Podium stehen. Sie schauen die Hohepriesterin und den Priester an.

Ende der Musik.

Priester: Im Namen der Göttin, welche die Verkörperung von Liebe, Schönheit und Wahrheit ist, seid ihr beiden und alle hier Versammelten willkommen.

Barde und Tempelmädchen: Wir heißen euch beide willkommen.

Priester: Möge die Hohepriesterin die Göttin invozieren.

Hohepriesterin (wendet sich gen Osten): Ich invoziere Isis von Ägypten und ihren Gemahl Osiris. Mögen Weisheit und Harmonie herrschen.

(wendet sich gen Süden): Ich invoziere Lakshmi von Indien und ihren Gemahl Vishnu. Mögen sie Schönheit und Fülle gewähren.

(wendet sich gen Westen): Ich invoziere Dana von Irland und ihren Gemahl Bres Eochaid. Mögen sie Freude und Kreativität spenden.

Priester: Die Göttin Isis kommt voller Freude zu jenen, die zu ihr rufen. Höret die Worte von Lucius Apuleius, dem Priester - Initiierten der Mysterien von Isis und Osiris.

(Er liest aus einem Buch, das ihm vom Barden überreicht wird.)

Als ich in der Nacht am Meeresufer meine Invokation beendet hatte, erhob sich eine göttliche Gestalt mitten aus dem Meer. Zuerst zeigte sich das Gesicht, das selbst die Gottheiten verehren. Darauf entstieg nach und nach ihr ganzer Körper den Wellen und stand vor mir.

Reiche Lockenpracht spielten um den Nacken der Göttin. Ihre hohe Stirn schmückte ein bunter Blumenkranz mit einer glänzenden Scheibe in der Mitte, die einem Spiegel oder durch das Licht, das von dieser ausstrahlte mehr noch dem strahlenden Vollmond ähnelte. Ihre Gewänder waren aus dem feinsten Stoff, der in verschiedenen, einander abwechselnden Farben leuchtete. Ihr Umhang war von einem tiefen, leuchtenden Schwarz, in dem hier und dort die Sterne erstrahlten. In ihrer rechten Hand hielt sie ein Sistrum, und in der linken hielt sie einen goldenen Kelch, der in seiner Form einer Barke ähnelte.

Die Göttliche Gestalt sprach diese Worte zu mir:

Die Hohepriesterin bekommt von dem ersten Tempelmädchen ein Buch gereicht und liest daraus vor:

Hohepriesterin: `Siehe Lucius, ich bin gekommen. Dein Gebet hat mich gerührt. Ich bin die Mutter aller Dinge, Beherrscherin der Elemente, Höchste der Gottheiten, Königin der Seelen in Elysium, Erste der Himmlischen. Ich bin gekommen, huldvoll, und um dir zu helfen.

Siehe - der Tag deiner Rettung, geheiligt durch meine Schirmherrschaft, ist gekommen.`So sprach die Göttin Isis.

Priester: Stark ist der Segen der Isis all jenen, die zu ihr beten. Möge Sie deshalb diese Hochzeitszeremonie segnen.

Hohepriesterin wendet sich zum Altar und hält ihre Handflächen über das Gefäß mit brennenden Räucherwerk, den Kelch mit Wasser und die Schalen mit Getreide und Öl.

Hohepriesterin: Mögen die Elemente des Wassers, des Feuers, der Erde, der Luft und des Aethers geheiligt sein für diesen Ritus.

Sie nimmt den Kelch mit Wasser, taucht ihren Mittelfinger in das Wasser und markiert Bräutigam und Braut die Stirn.

Dabei spricht sie zu jedem der beiden die folgenden Worte.

Möge durch dieses Wasser aus einer heiligen Quelle hinter jeder Stirn die wahre Visionsfähigkeit erwachen.

Priester: Mögen Braut und Bräutigam nun selbst den Ritus vollziehen.

Hohepriesterin und Priester tauschen den Platz mit Bräutigam und Braut, die nun mit dem Gesicht zur Versammlung gewandt auf dem Podium stehen. Sanfte Flötenmusik ist nun zu hören.

Hohepriesterin zu Braut und Bräutigam: Zusammen sollt ihr den Topf des Feuers halten. So sollt ihr den schöpferischen Willen zum Guten anwenden.

Das erste Tempelmädchen reicht dem Priester das Gefäß mit dem Feuer.

Der Priester übergibt das Gefäß an Braut und Bräutigam.

Diese halten es gemeinsam und geben es dann an ihn zurück.

Hohepriesterin: Das Wasser wird nun dem Feuer hinzugegeben. Mögen die ruhigen Gefühle mit dem Willen in Einklang sein.

Das zweite Tempelmädchen überreicht der Hohepriesterin den Kelch mit dem Wasser.

Diese gibt es an Bräutigam und Braut weiter.

Bräutigam und Braut tauchen nacheinander den Mittelfinger in das Wasser und lassen ein paar Tropfen in den Kelch zurück fallen.

Hohepriesterin: Das Element Luft, Symbol des Verstandes, kann sich verbinden mit Wasser und mit Feuer.

Bräutigam und Braut nehmen den nun vom Priester das Gefäß mit der Räucherung entgegen und halten es gemeinsam hoch in die Luft, sodaß sich der aufsteigende Rauch frei entfalten kann.

Hohepriesterin: Kraft und Fülle der fruchtbaren Erde müssen nun durch diese Getreideähren hinzugefügt werden.

Das zweite Tempelmädchen überreicht nun der Hohepriesterin das Gefäß mit dem Getreide.

Die Hohepriesterin bietet dieses Bräutigam und Braut dar. Nacheinander nimmt jeder der beiden nun ein paar Ähren heraus, die sie in den Topf mit der Räucherung legen, die für sie vom Priester gehalten wird.

Hohepriesterin: Durch dieses Öl vermischt der Aether Wasser, Erde, Feuer und Luft. Mögen diese beiden Geister ebenso irdische Harmonie finden.

Priester: Es ist jetzt notwendig, daß die Hohepriesterin den ewigen Knoten knüpft.

Hohepriesterin und Priester tauschen Plätze mit Braut und Bräutigam.

Braut und Bräutigam holen zwei Tücher hervor.

Jede der beiden Personen hält sein Tuch an einer Ecke.

Die Hohepriesterin, mit Blickrichtung auf die Versammlung, nimmt ein loses Ende jedes Tuches und knüpft einen festen Knoten.

Priester: Lasset uns nun entsprechend der uralten Sitte dreimal das Feuer umrunden, indem wir zunächst dem Lauf der Sonne folgen.

Der Priester nimmt das Räuchergefäß und leitet Braut und Bräutigam dreimal um den Feuertopf, der auf einem Stativ (dreibeinigen Ständer) vor dem Altar steht. Sie bewegen sich von links nach rechts (Anm.Übers. deosil, im Uhrzeigersinn).

Die Hohepriesterin folgt und hält dabei ebenfalls ihr Räuchergefäß.

Hohepriesterin: Damit die Vereinigung vollkommen ist, mögen Braut und Bräutigam allein den Pfad des Mondes beschreiten.

Braut und Bräutigam gehen allein dreimal um das Feuer, dabei führt die Braut. Sie bewegen sich von rechts nach links (Anm.Übers. sinistroversus, gegen den Uhrzeigersinn). Ende der Flötenmusik.

Hohepriesterin (mit Blickrichtung zum Paar und zur Versammlung): Im Namen von Isis, von Lakshmi, von Dana erkläre ich euch für verheiratet.

Priester: Im Namen der Priesterschaft von Isis bezeuge ich, daß diese beiden verheiratet sind.

Barde: Im Namen der Barden und Druiden von Irland bezeuge ich, daß diese beiden verheiratet sind.

Hohepriesterin nähert sich Braut und Bräutigam und nimmt jedem der beiden das Ende des Tuches ab, das diese zwei halten. Sie wendet sich dem Altar zu und hält dabei die zusammengebundenen Tücher, jedes an einer Ecke. Sie legt den Knoten vor dem Bild der Göttin auf den Altar.

Hohepriesterin: Lasset uns in dieser Zeremonie an die Götter und Göttinnen von Irland denken.

Der Ruf der Sidhe wird von jenen Seelen gehört, die sich nach ewiger Glückseligkeit sehnen.

Priester: Lasset uns dem Feengedicht lauschen, das der irische Gott Midir zu seiner Gemahlin Etain sprach, als sie hier auf der Erde inkarniert ist.

Sanfte Harfenmusik ist zu hören. Hier kann ein Tanz aufgeführt werden.

Der Bräutigam liest aus einem Buch, das ihm von dem ersten Tempelmädchen gereicht wird.

Bräutigam: Oh hellhaarige Frau, willst Du mit mir in das wundervolle, von Musik erfüllte Land kommen?

Niemand dort spricht von „mein” oder „dein”. Wenn auch die Ebenen Irlands wunderschön sind, so sind sie doch wie eine wüste Einöde verglichen mit der Großen Ebene. Und eines der Wunder dieses Landes ist, daß dort der Jugend nicht das Altern folgt. Die Männer dort sind edel und ohne Fehl; Zauber der Freude weben die Frauen dort. Wir können um uns herum zu allen Seiten schauen, und dennoch sind wir für der Menschen Augen unsichtbar: denn menschliche Dummheit ist es, die uns vor ihnen verbirgt. Oh Herrin, wenn Du zu meinem starken Volke kommst, so wird dort eine Krone aus reinstem Gold auf Deinem Haupt erstrahlen.

Hohepriesterin: Unsterbliche Sehnsucht erwecken die Frauen der Sidhe in den irdischen Männern. Niamh mit dem goldenen Haar war eine solche Frau. Auf einer schneeweißen Stute kam sie über das Wasser geritten, als Oisin an den Ufern von Loch Lena verweilte. Sie bat ihn, sie nach Tir nanOg zu begleiten, zum magischen Land jenseits des westlichen Ozeans.

Braut liest aus einem Buch vor, das ihr von dem zweiten Tempelmädchen gereicht wird.

Braut: Dies Land ist wunderschön, übertreffend alle Vorstellungen und Träume, größere Schönheit hat kein menschliches Auge je erblickt. Die Bäume tragen Früchte dort das ganze Jahr hindurch; und Blumen tragen Blüten dort das ganze Jahr. Honig tropft nieder von den Bäumen dort im Wald; und niemals schwinden dort die Vorräte an Met und Wein.

Nicht Schmerz noch Krankheit kennen die Bewohner jenes Landes und niemals nähern ihnen sich Verfall und Tod.  Das Fest dort endet nie; und Tanzen ist dort nie ermüdend;und niemals hört die Musik auf, in jenen Hallen zu erklingen; und Gold und edle Steine in unserem Land der Jugend überstrahlen alle Schätze, die jemals sich ein Mensch erträumt. Die herrschaftliche Krone sollst du tragen auf deiner Stirn, gegürtet wirst Du sein an deiner Seite mit der magischen Klinge, und Herrscher aller sollst du sein im Land der Jugend, und Liebster von Niamh mit ihrem goldnen Haar.

Erstes Tempelmädchen: So rufen Frau und Mann einander zu, zu jenem, dem geheimen Wunsch von allen.

Zweites Tempelmädchen: Der Schleier zwischen der Feenwelt und der unsrigen schwindet von Zeit zu Zeit für einige Stunden der Verzauberung.

Barde: Den anderen zu finden, heißt sich selbst zu finden. Und alle Natur findet ihren Ausdruck in dem einen geliebten Antlitz.

Ende der Harfenmusik

Hohepriesterin, zu der Versammlung gewandt: Lasset uns Gedanken der Harmonie an alle Lebewesen senden, damit sie an unserer Freude teilhaben können.

Sie erhebt ihre Hände in der Haltung von Isis.

Mögen alle Lebewesen und alles Existierende gesegnet sein; Sidhe und Menschen, Säugetiere und Vögel, Reptilien, Fische und Insekten, Bäume und Pflanzen und alle Elemente.

Alle Teilnehmenden: So sei es!

Hohepriesterin (wendet sich nach Osten): Wir danken Isis und Osiris für ihre Weisheit und Harmonie.

(wendet sich nach Süden): Wir danken Lakshmi und Vishnu für ihre Schönheit und Fülle.

(wendet sich nach Westen): Wir danken Dana und Bres Eochaid für ihre Freude und Kreativität.

Sie erhebt die Arme und schaut auf die Anwesenden.

Hohepriesterin: Möge der Göttliche Segen euch begleiten!

Priester: Im Namen von Isis, so sei es!

Prozessionsmusik. zuerst verlassen Braut und Bräutigam den Tempel.

Es folgen die Tempelmädchen, dann der Barde der Druiden und schließlich die Hohepriesterin und der Priester der Isis.

Die versammelten Gäste folgen der Prozession des Brautpaares. Der Hüter der Schwelle bleibt bis zuletzt zurück.

Ende des ISIS-Hochzeitsritus

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Es wird darauf hingewiesen, dass die Übersetzung nur zum privaten Gebrauch innerhalb der Fellowship of Isis bestimmt ist.

Die Übersetzung ist autorisiert durch Rt. Rev. Claudia, AU FOI, Ardbandroi DCOD; GLC Noble Order of Tara; Hon. Member Circle of Isis, Isian News and Mirror of Isis contributing editor, die FOI Global website Germany

  Rt. Rev. Olivia Robertson has legally transferred the copyright of these materials to the three authorized global FOI central websites of Rt. Rev. Caroline Wise, London, Rt. Rev. Linda Iles, USA, Rt. Rev. Claudia Wehmeyer, Germany and David Durdin-Robertson. All rights reserved, please do not reproduce. Fellowship of Isis rituals are to be enacted by FOI members only.