Die Geschichte vom gierigen Schäfer
Ich weiß nicht mehr so genau, ob es lange oder nicht so lange her ist, da lebte am Rande der Heide, welche an den Grenzen des Mömkelandes wächst, ein Schäfer mit seiner Frau.
Jahr für Jahr durchzog er mit seinen Schafen die Heide, die Auen und die Waldweide des Mömkelandes. Seine Herde wuchs und gedieh prächtig in diesen Weidegründen voll heilsamer Kräuter und schmackhafter Gräser.
Jahr für Jahr bemühten er, seine Hilfsschäfer und viele Freunde sich um die Lämmer aus zahlreichen Zwillingsgeburten.
Doch ach Sigurd der Schäfer war unglücklich, denn er war unzufrieden, weil die Gier an seinem Herzen nagte. Sein Dasein erschien ihm unverdient mühsam, sein Schicksal unerträglich schwer. So war er blind für den Segen der Fruchtbarkeit des Mömkelandes und für die Freundschaft jener, die ihn umgaben.
Tag und Nacht bejammerte er man laut, mal leise sein scheinbar so unvergleichlich schlimmes Schicksal, und kein gutes Haar ließ er an jenen, die ihm uneigennützig und hilfreich zu Seite standen.
Als er an einem sonnigen Tag im Spätfrühling, wohl um Walpurgis herum, halblaut vor sich hin jammernd und schimpfend bei den Schafen arbeitete, da schlug er sich beim Einschlagen von Zaunpfählen versehentlich mit dem Hammer auf den Daumen und nun war der Wut und des Jammerns und Fluchens kein Ende, bis er am Ende gar schrie: Verflucht soll das Mömkeland sein, verflucht die Schafe und die ganze elende Plackerei!
Da erschien wie aus dem Boden gewachsen ein etwa 3 Fuß großes Männlein in grünem Kapuzenumhang vor ihm und herrschte ihn an: Kannst du nicht einmal Ruhe geben? Dein grundloses Jammern schallt durch Wald und Heide. Und jetzt verfluchst du auch noch das Land und die Tiere!
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Huldfreund Heidebarts silberviolette buschige Augenbrauen zogen sich unter der von Zorn zerfurchten Stirn bedrohlich eng zusammen. Er deutete auf das alte Weißdorngesträuch, zu seiner Linken, welches in weißem Blütenkleide weithin leuchtete.
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