FOI
Online Liturgy; Broschüre: Panthea, Initiationen und Feste der Göttin

Die Eleusinischen Mysterien (1)
22.
September 01. Oktober
Übersetzung:
Rev. Wolfram & Annette; Artemis und Lugh Iseum
Orakel der Kore
(2)
Priesterin:
Heilige und reinste Kore, Verkörperung von Wahrheit und Gerechtigkeit, Mitleid und
Freude, bring zu uns Deine Gaben von Liebe und Weisheit.
Orakel: Sieh, Flüsse entspringen der dunklen Erde und
fließen zum Meer und die Sonne zieht sie als Wolken in den Himmel, von dort fallen sie
als Regen und bilden neue Bäche. In gleicher Weise werde ich offenbar, in wechselnder
Form erscheinend, aber immer die gleiche. Wann immer das Böse über das Gute siegt, komme
ich unter euch, um die freie Wahl wieder herzustellen. Während des Zeitalters, das nun
verschwindet, habe ich den Rückzug in Männer- und Frauenklöster gelehrt, damit die
Tugenden von Glaube, Keuschheit und Demut über Männer siegen möge, die von Gewalt und
grausamer Tyrannei betrunken sind.
Von Wänden eingeschlossen
versuchten die Büßer ihre zwanghaften Leidenschaften zum geistigen Ziel zu erklären.
Indem viele daran scheiterten, befleckte religiöse Verfolgung das Zeitalter des Glaubens
und Frauen nahmen den Schleier, um ihre wachsenden Seelen zu schützen. Aus vielen
Männern und Frauen erwuchs eine geistige Ernte von lieblichen Heiligen, die wie Seerosen
in stillen Seen erblühten.
Jetzt bricht ein neues Zeitalter
an und die Demütigen müssen lernen zu herrschen, die Sanftmütigen die Schwachen zu
verteidigen, Frauen müssen aufstehen, um dem Willen der Großen Mutter Geltung zu
verschaffen. Seht, ich komme! Hört Meinen Ruf. Verteidigt unsere Kinder, die Tiere.
Schützt eure Wälder und Gewässer. Diese liebliche Erde wurde der menschlichen Gattung
anvertraut, um ihren Tieren und Pflanzen in der Evolution des Lebens mit seinen Myriaden
Gestalten zu helfen. Stattdessen beachtet ihr die Göttin der Natur nicht und seit zu
Gewaltherrschen über Ihr Reich geworden und zerstört die, die ihr schützen sollt. Ihr
verwüstet Ihre heilige Erde. Ich bin ihre Tochter, Meine Mutter und ich sind Eins. Einige
von euch hören Meine Stimme in der Stille. Viele sehen mein Gesicht. Von mir lernt ihr
Ideale, die sich verbreiten sollen. Ihr lernt, daß ihr verwandt seid mit jedem Wesen auf
diesem Planeten seid, denn auch wenn ihr euch mit Intellekt und Geschicklichkeit
durchsetzt, hat jedes Geschöpf und jedes Ding seinen eigenen Geist in der Göttlichen
Welt. Ich bin allen eine Schwester.
Lasst die Ewige Sphäre der
Wirklichkeit sichtbar werden in dieser Schattenwelt, die sie widerspiegelt. Denn ach, das
Bild ist verzerrt worden. Die Einheit von Himmel und Erde wird nicht durch Dualität,
durch entgegengesetzte Kräfte erreicht, sondern durch Ganzheit. Das Ideal drückt sich
durch die Natur aus, wenn wir jeden und alles lieben und die Wahrheit ehren.
Vergesst nicht das
Glücklichsein und das Lachen und sogar freundliche Tränen! Dies zeigt meine Gegenwart.
Ich freue mich mit Kindern, jungen Tieren und Vögeln. Ich bin mit euch in Musik und
Dichtung und Tanz. Das Vogellied gehört mir und der leise fallende Regen ist Mein
durchsichtiger Schleier. Schaut auch hinauf zu den Sternen, denn von dort komme ich in
Fülle.
Hohepriester: Pilger
der Mysterien, wir sind zur Herbsttag- und Nachtgleiche versammelt, um die Eleusinischen
Mysterien aufzuführen. Seht, dieser Ort ist Eleusis! Klopft mit Stab zweimal auf die
Erde. Saisara (3), die Lächelnde Göttin, war der alte Name des Athenischen Eleusis.
Tausende von Jahren glaubte man, dass diese heiligen Mysterien die ganze Erde umfassen,
und wo auch immer sie aufgeführt wurden, war heiliger Boden, Eleusis oder Elysisch, wo
sich zwei Sphären treffen. Lasst uns deshalb diesen Platz mit Eleusis in Griechenland,
Kreta, Süditalien und Russland und mit dem Koreheiligtum in Alexandria in Ägypten
verbinden.
Hohepriesterin:
In all diesen heiligen Orten wurden die Eleusinischen Rituale der Zwei Göttinnen, Demeter
die KornMutter und Persephone, die Jungfrau Kore im Geheimen gefeiert, an neun Tagen zur
Herbsttagundnachtgleiche. Jetzt ist die Zeit, in der das Geheimnis für alle mit wahren
Visionen und klarem Verstand enthüllt wird.
Hohepriester:
Geehrter Mystagoge, führe uns betend in Prozession an den Heiligen Ort, das Telesterion
(4).
Prozession:
Wenn draußen, halten die Männer brennende Fackeln. Musik: Trommeln, Gong, Flöte.
Schwelle des Telesterions: Frau in Trauerkleidung wird auf einen Stein gesetzt, vor einen
Kessel mit Wasser oder Brunnen. Neben ihr stehen drei Reihen mit nicht angezündeten
Kerzen.
Hohepriesterin:
Geehrte Witwe, demütig kommen wir, um mit dir zu trauern, wie es die sorgendvolle Demeter
tat, als Ihre Tochter Persephone vom dunkeläugigen Herrn der Unterwelt fortgebracht
wurde, dem Unterirdischen Dionysos (5). Mögen wir der Mutter des Alls bei Ihrer Suche
nach Ihrem Kind helfen, das in dieser dunklen Welt verloren gegangen ist.
Frau: salbt
jedem/jeder die Stirn und sagt: Empfange die wahre Vision, die auch im Dunkeln sehen kann.
Hohepriester:
Gütige Witwe, schenke uns die Wärme der Liebe und wecke in uns das Verlangen, nach
Verlorenen Seelen zu suchen.
Frau verteilt
lange Zündhölzer, um die Kerzen anzuzünden und sagt zu jedem/r: Empfange das Feuer
der Liebe, das uns die Geburt des Einen schenkt, der in der Dunkelheit verborgen ist.
Alle entzünden Kerzen.
Prozession zum Telesterion, einem Raum, der von sieben Steinen, Pfeilern oder Bäumen
begrenzt wird. Auf dem steinernen Altar ist ein Kohlenbecken mit brennender Holzkohle, ein
Becher Wasser, mit Minze und Getreide darin. Abseits sitzt im Schatten Kore mit einem
weißen Schleier.
Hohepriesterin:
Ich bringe Demeter und Persephone Räucherwerk dar. Ich rede von der schönhaarigen (6)
Demeter, der ehrfurchtgebietenden Göttin und von Ihrer Tochter, der lieblichen
Persephone. Heil den Göttinnen. Bewahrt dieses Eleusis von (Name des Landes) sicher und
leitet unser Mysterienspiel.
Hohepriester:
Ich bringe dem Unterirdischen Dionysos Räucherwerk dar. Ich rede vom elfenbeinbekrönten
Dionysos, Sohn der Semele, Mutter des goldenen Getreides (7). Die Göttinnen zogen ihn im
Delta des Nysa in einer süß duftenden Höhle (8) auf. Gott der reichen Traubenbündel,
wir grüßen Dich! Gewähre, dass wir freudig in dieser Jahreszeit der reichlichen Ernte
zusammenkommen!
Hohepriester:
Lasst uns dem Brauch des Alexandrinischen Eleusis folgen und ein Göttliches Schauspiel
aufführen, damit die Wahrheit der inneren Seele enthüllt werde. Möge das Mysterienspiel
von Demeter und Demophoon beginnen!
Gong. Musik
Mysterienspiel
von Demeter und Demophoon
Rollen: Demeter in
Trauerkleidung. König Keleos und Königin Metaneira mit Kronen und purpurnen Mänteln.
Demophoon in weißer Tunika. Töchter des Keleos in Weiß mit farbigen Bändern,
Girlanden. Hermes in Gelb mit Hermesstab. Demeter sitzt auf einem Stein neben einem Kessel
mit Wasser, dem Brunnen.
Demeter:
Kummer, schrecklich und wild, ist in meinem Herzen, weil ich nirgendwo, in der Sonne, im
Mond oder in dieser dunklen Welt meine verlorene Tochter Persephone finden kann. Ich sitze
weinend neben diesem Jungfrauenbrunnen am Wegesrand, von einem Olivenbaum beschattet.
Hermes: Die
Töchter des Königs Keleos, König des duftenden Eleusis, kamen zu dem Brunnen, um Wasser
in ihren bronzenen Wasserkrügen heraufzuziehen. Sie waren wie Göttinnen in der Blüte
ihrer Jugend: Kallidike, Kleisidike und die lieblichen Demo und Kallithoe. Sie erkannten
Demeter nicht, weil die Götter nicht leicht von den Sterblichen erkannt werden.
Demeter: Habt
Mitleid mit mir, liebe Kinder! Ich bin eine alte Frau, der die Gaben der bekränzten
Aphrodite nicht mehr zuteil werden, wie die kinderlosen Ammen von Königskindern oder die
alten Mägderauen, die ihnen den Haushalt führen. Gut könnte ich ein neugeborenes Kind
pflegen, oder Hauswirtschafterin sein oder meines Herren Bett in einer Ecke der gut
gebauten Kammer ausbreiten oder den Frauen ihre Arbeit lehren.
Kallidike:
Mutter, was uns die Götter schicken, sollen wir Sterblichen notgedrungen annehmen, auch
wenn wir leiden; denn sie sind viel stärker als wir. Wir werden zu unseres Vaters Haus
gehen und der Königin Metaneira deine Angelegenheit vorbringen. Sie hat nur ein Kind,
einen willkommenen Sohn vieler Gebete und willkommen. Wenn du ihn großziehen könntest,
würde unsere neue Königin dich für seine Erziehung reich beschenken!
Hermes: Die
Göttin neigte zustimmend ihren Kopf. Und die Jungfrauen füllten ihre glänzenden
Wasserkrüge und gingen zur ihres Vaters Haus und erzählten es der Königin. Sie baten
sie, die fremde Frau hereinzuholen. Und eilig hoben sie ihre Röcke auf und rannten den
Hohlweg hinunter und ihre Haare flatterten um ihre Schultern. Und sie brachten Demeter zu
ihrem Haus und sie ging hinter ihnen, mit verschleiertem Gesicht. Und sie saß still vor
dem Feuer. Und Königin Metaneira gab ihr eine
Schale süßen Weines, aber sie lehnte ab und nahm nur eine Schale von Kykeon
Wasser mit Minze und Mehl. Metaneira gibt Demeter Schale vom Altar und sie trinkt.
Metaneira: Seid
gegrüßt, Herrin! Denn ich denke, du bist nicht gewöhnlich, sondern adlig geboren:
Würde und Anmut liegen verdächtig in deinen Augen wie in den Augen von Königen, die zu
Gericht sitzen. Aber wir Sterblichen müssen notgedrungen annehmen, was uns die Götter
schicken, auch wenn es uns Kummer bringt. Jetzt, da du hier Zuflucht gefunden hast, sollst
du haben, was ich gewähren kann, und darfst mein neugeborenes Kind pflegen.
Demeter: Und
auch dir Königin, alles Heil und mögen die Götter dir alles Gute schenken! Mit Freude
werden ich deinen Knaben an meine Brust nehmen, wie du mich gebeten hast, und ihn pflegen.
Niemals hoffe ich, soll ihn irgendetwas schmerzen, weil ich einen Zauber kenne, der
stärker ist als alles Böse.
Hermes: So nahm
die Göttin das Kind Demophoon an Ihren duftenden Busen mit ihren göttlichen Händen, und
ihre Mutter war froh im Herzen. In Demeters Obhut wuchs Demophoon heran wie ein
unsterbliches Wesen. Nun höre das Geheimnis, das die Königin nicht kannte! Der Junge
wurde als Säugling nicht an der Brust genährt, noch wurde er mit Essen gefüttert, als
er in Schönheit heranwuchs. Statt dessen salbte ihn die reichgekrönte Demeter mit
Ambrosia, der Speise der Götter und belebte ihn mit Ihrem Heiligen Atem. Und jede Nacht
hüllte sie ihn in das Herz des Promethischen (9) Feuers auf dem Herd, so dass er Ichor,
das Blut der Götter, in seinen Adern strömte.
Demeter legt
ihre Hände auf Demophoons Kopf und zieht diese um ihn herum, als wenn sie unsichtbare
Flammen schaffen würde.
Demeter: Demophoon,
du bist durch große Wunder weit über dein Alter hinaus entwickelt. Du wirst wie die
Götter werden! Aber behalte die Geheimnisse für dich, denn ich gebe sie nicht den
Unwürdigen weiter, nur denen, die ich ehre.
Demophoon:
Herrin, ich weiß nicht, wer du bist, aber verschwiegen nehme ich von deinen Händen deine
guten Gaben des neuen Lebens der unbeschreiblichen Freude an. Ich fühle in mir die
Regungen der Unsterblichkeit!
Hermes: Demeter
hätte Demophoon nicht altern lassen und ihn unsterblich gemacht, aber Königin Metaneira
hielt nachts Wache und spionierte. Und als sie ihren lieben Sohn von flackernden Flammen
aus hell leuchtendem Feuer umgeben sah, die von seiner Amme auf ihn geschüttet wurden,
stürzte sie sich auf ihn mit Wehklagen und zog ihn an ihr Herz.
Metaneira:
Demophoon mein geliebter Sohn, die fremde Frau birgt dich tief in magischen Flammen und
macht mir Kummer und bittere Sorgen. Ist das ihre Dankbarkeit? Sie nimmt dich von mir,
mein einziges Kind.
Hermes: Und die
leuchtende Göttin Demeter hörte sie und war zornig auf sie. Und Sie bannte das
göttliche Feuer mit einem Winken ihrer Hand und Demophoon blieb auf dem Herd wie tot
liegen.
Demeter:
Gedankenlos seit ihr Sterblichen und dumm! Armselige Frau, in deiner Unwissenheit hast du
Torheit der Heilung vorgezogen. Ich schwöre den Eid der Götter auf das Wasser der Styx,
ich hätte deinen Sohn unsterblich gemacht (10). Aber jetzt kann er auf keine Weise dem
allgemeinen Los entkommen. Demophoon soll sterben, wie es andere Menschen tun. Gong,
Musik: Seht! Ich bin die Demeter, die die größte Hilfe ist, Ursache der Freude für die
unsterblichen Götter und sterblichen Menschen. Als Buße für deine Zurückweisung lass
jetzt die Leute von Eleusis Mir einen großen Tempel bauen und eine Altar darunter. Und
Ich selbst werde Meine Riten lehren, so dass du und deine Leute sie danach nachher
ehrerbietig vollziehen könnt und so die Gunst Meines Herzens gewinnt.
König Keleos:
O Wunder! Die betagte Pflegerin hat Ihre Statur und Ihr Aussehen vor euren Augen
gewandelt! Sie hat das Alter von sich geworfen! Schönheit hat sich um sie verbreitet und
ein lieblicher Duft schwebte um sie. Und, das größte Wunder, von ihrem göttlichen
Körper leuchtete ein Licht so hell, daß es in ganz Eleusis gesehen worden ist! Und alle,
die es sahen, fühlten die göttliche Freude, die Demeter bringt, und die Blinden wurden
wieder sehend.
Hermes: So
endet das alte Märchen. Aber lasst uns jetzt einen Schleier beiseite ziehen und weiterer
Offenbarung teilhaftig werden.
König Keleus:
So sehr meine junge Königin, wie auch ich, von Ehrfurcht und Schrecken erfüllt war,
spürte sie keine Bedrohung und wandte sich Demeter vor dem Körper ihres Sohnes voller
Ernst zu.
Metaneira: Es
war nicht mein Wille, daß dieser Sohn Athens die Unsterblichkeit so leicht erreichen
sollte, durch Ambrosia und Ichor, aus Promethischem Feuer gezogen. Ewiges Leben darf nicht
nur durch göttliche Gnade gewonnen werden, sondern durch Leid und Mühe und mutig
überwundene Versuchungen. So soll es mit allen Männern und Frauen Attikas sein. So war
es im Lande Ägypten, als Du zu mir als die Göttin Isis gekommen bist und meinen
Ägyptischen Sohn eingefordert hast. Als Königin Astarte habe ich ihn dir verweigert, wie
ich es jetzt tue. Wie die sterbliche Frau durch ihre Kinder leidet und so die selbstlose
Liebe lernt, muß der sterbliche Mann genauso kämpfen und dulden, um in der Seele die
verlorene Göttlichkeit zu finden. Das ist das Gesetz der Parzen (11). Es gilt solange,
bis die Sterblichkeit in Unsterblichkeit verwandelt wird. Diese wird kein unverdientes
Geschenk sein, sondern durch Verdienst erworben.
Demeter: Wer
wagt es, so zu einer Göttin zu sprechen?
Metaneira:
Keine andere als eine Göttin. Göttliche Mutter, hast Du in Deiner Liebe zu Meinem Sohn
deine Tochter vergessen, diese langen Jahre verloren, während du Demophoon zu edler
Männlichkeit großgezogen hast?
Demeter:
Persephone! Du bist Meine Tochter Persephone! Lasst die ganze Welt glücklich sein! Aber
erst lasst uns Demophoon wieder zum Leben erwecken!
Demeter nimmt
Kopf aus Weizen aus dem Geheimnisvollen Kästchen (12) und gibt ihn Demophoon, der sich
erhebt:
Demeter zu
Demophoon: Ein Weizenkorn wird in Stille gesät. Dein neuer Name ist Äon.
Musik:
Freudentanz der Töchter Keleus. Gong.
Ende des
Mysterienspiels.
Hohepriester:
Dreifach gesegnet sind die, die diese Mysterien hören und sehen und verstehen. Die
Heilige Zeit ist gekommen, nach der wir als Pilger gesucht haben. Alle legen ihre Mäntel
beiseite: Lasst uns unsere Herzen auf die Erscheinung der Persephone vorbereiten. Alle
Lichter bis auf die Kerzen werden gelöscht. Wisset, dass am Ende eines Äons die Panaia,
die Witwe, sich zurückzieht, und die Ernte des alten Zeitalters mitnimmt. Sie lässt die
Tochter zurück, die das neue Zeitalter offenbart. Vor dem Zeitalter der Fische hat sich
Kore im Geheimen den Mysten von Eleusis in einer Höhle gezeigt, nachdem die Mysten in
Seewasser gebadet hatten. Als das Zeitalter der Fische sich seinem Ende zuneigte, hat sich
Kore Tausenden offenbart. In den letzten hundert Jahren hat sie sich offen am Himmel in
Frankreich, Irland und kürzlich in Portugal, Spanien und Jugoslawien gezeigt. An einem
heiligen Ort der Isis in der Nähe von Kairo ist sie von tausenden körperlich gesehen
worden, manchmal ein Kind haltend und von Delphinen umringt. Sie ist die Wasserjungfrau
des kommenden Zeitalters des Alls.
Der Gong wird sanft
geschlagen. Musik.
Hohepriester:
Komme, Göttin, komme, wie du zu uns in Eleusis in alter Zeit gekommen bist. In diesen
aufgewühlten Zeiten zeige uns dein schönes Mitgefühl und sprich mit der Stimme der
Wahrheit!
Hohepriesterin:
steht vor Kore, die in Trance ist. Sie hebt ihre Arme und fühlt die Kraft fließen:
Göttin, sieh deine Priesterin an, Deine Tochter, in irdischer Gestalt verschleiert.
Mutter und Tochter sind Eins! Sieh Kore an!
Stille.
Hohepriesterin hält
ihre Hände über Kore. Kraft fliesst in sie. Sie gibt Kraft in Kores Kopf, bis ihr Herz
glüht. Wenn das Licht in Kore ist, zieht sie sich zurück. Manche können farbiges Licht
sehen oder in der Priesterin das Gesicht von Kore.
Meditation. Der ganzen Erde
wird Licht gesandt. Berichte, Visionen und mystische Erfahrungen werden geteilt.
Hohepriester: Wir
müssen zur Erde zurückkehren. Höret die drei Gebote von Eleusis, die vom Initiierten
Triptolemus (13) gegeben worden sind: Ehret eure Eltern. Ehret die Gottheiten mit
Früchten. Verschont die Tiere.
Mystagoge:
Gefährten der Mysterien, wir haben das Ziel unserer Pilgerreise erreicht. Wir haben das
Mysterienspiel im Einklang mit der Liebe in unseren Herzen und der Wahrheit in unserem
Verstand geteilt. Höret diesen Bericht des Philosophen Plato über das Mysterion in dem
Dialog Phaidros (14): Es gab Schönheit zu sehen, die hell leuchtete, wenn der
gesegnete Chor sang
die Seelen sahen das glückselig machende Schauspiel und die
Vision und wurden vervollkommnet in diesem Mysterium der Mysterien, welches zu Recht das
Gesegnetste genannt wird. Das feierten wir in unseren wahren und vollkommenen Selbst
als
uns als Initianden erlaubt wurde, vollkommene und einfache, ernste und glückliche Geister
zu sehen. Rein war das Licht, das uns umgab
und rein waren wir
Hohepriester:
Lasst uns das Gesegnete Erntedankmahl feiernt!
Essen und
Trinken werden gesegnet und geteilt.
Hohepriester:
Gefährten der Mysterien, lasst uns der Mystischen Dreiheit danken, Demeter, Persephone
und Dionysos.
Finis

Quellen: The Dawn of
Civilization, Egypt & Chaldea, Professor Maspero, S.P.C.K. London, 1884. The Book of
the Dead, Wallis Budge, Kegan Paul, 1923. The Gods of the Egyptians, Budge, Dover. The
Goddesses of Chaldea, Syria & Egypt, Durdin-Robertson, Cesara.

Anmerkungen
der Übersetzer:
Eleusinische Mysterien: Der
berühmteste Kult der Antike, der bis zu seiner Zerstörung durch Christen im 4. Jh. u. Z.
ungefähr 2000 Jahre lang gefeiert wurde
Kore: die jungfräuliche
Tochter der Demeter, wörtlich Mädchen
Saisara: In der Mythologie
ist der Name als der einer Tochter des Keleos bekannt, bei dem Demeter auf ihrer Suche
nach Kore einkehrte und die eine der Vorsteherinnen des Kults sein sollte.
Mystagoge: unterweisender
Priester
Telesterion: große Halle im
Heiligtum von Eleusis
Dionysos: griechischer Gott,
vor allem als Gott des Weins und der Ekstase bekannt.
orig.: rich haired
reich an Haaren. Die römische Ceres, die mit Demeter nahezu identisch ist, wird mit
weizenblonden Haaren dargestellt.
Semele: Kerenyi vertritt die
Meinung, dass das der Name einer Mondgöttin ist eine Verbindung zu Getreide konnte
ich nicht finden.
Nysa: In der Mythologie ist
der Berg Nysa in Kleinasien bekannt. In einer Höhle in diesem Berg wurde Dionysos nach
der Schenkelgeburt durch Zeus von Ammen gepflegt. Des Weiteren gibt es den antiken
kleinasiatischen Ort Nysa am Fluß Mäander. Der Ort scheint an einem Vorgebirge, nicht an
einem Delta zu liegen.
von Prometheus, dem Titanen,
der den Göttern das Feuer geraubt und den Menschen gegeben hat.
übersetzt nach Kerenyi,
Mythologie I, XIV.
Parzen: römische
Schicksalsgöttinnen (griechisch: Moiren, germanisch: Nornen)
orig.: Cistus Mystica, die in
den antiken Schriften bezeugt ist, ihr Inhalt ist aber unklar.
Triptolemus: Bruder des
Demophoon, den Demeter die Kunst des Ackerbaus gelehrt hat und einer der ersten oder der
erste Priester von Eleusis.
Das Zitat konnte ich weder
englisch noch deutsch verifizieren besser wäre hier eine deutsche Übersetzung aus
dem Griechischen.

Es wird darauf hingewiesen,
dass die Übersetzung nur zum privaten Gebrauch innerhalb der Fellowship of Isis bestimmt
ist.
Die Übersetzung ist
autorisiert durch Rt. Rev. Claudia, AU FOI, Ardbandroi DCOD; GLC Noble Order of Tara; Hon.
Member Circle of Isis, Isian News and Mirror of Isis contributing editor, die FOI Global
website Germany
Rt. Rev. Olivia
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