FOI
Online Liturgy ; Panthea, Initiationen und Feste der Göttin
Das Fest der Opet (1)
23. Juli
03. August
Übersetzung:
Rev. Wolfram & Annette
Orakel der Göttin Mut
(2)
Priesterin:
Göttliche Mut, Mutter aller Wesen, komm in unsere Herzen! Erfülle uns mit Weisheit und
Mitleid, damit wir am Ende in Deinen immerwährenden Wohnungen leben können, die von
deinen Flügeln beschattet werden.
Orakel: In
Wahrheit sind die zwei Länder des Diesseits und des Jenseits eines. Sie werden nur durch
Blindheit und Unwissenheit getrennt. Tag und Nacht sind Eins. Sonne und Mond sind Eins,
Mann und Frau sind Eins. Die innere Sonne, die in den Tiefen der Erde scheint, ist mit der
Sonne am Himmel Eins. Jedes Herz ist mit allen Herzen in allen Sphären mit der Wärme der
Liebe verbunden. Jedes Wesen und jedes Atom ruft die anderen mit seiner einzigartigen Art
und Weise, die seine Essenz ist.
Aber Zwietracht zerstört
Frieden und Freude gerade durch diese Liebe, wenn sie zu zwanghafte Leidenschaft entstellt
wird. Sie schlägt durch die eingeengte Verehrung von Familie und Nation zu, aber am
bösartigsten ist sie, wenn die Seele durch religiösen Fanatismus verzehrt wird. Derart
irregeführte Verehrer werden diejenigen foltern und töten, die das Objekt ihrer Anbetung
nicht anerkennen.
Meine Kinder des alten Ägypten
sahen die Gottheiten in der Vielheit. Sie erkannten angeborene Göttlichkeit in Katzen und
Hunden und Nilpferden, in Käfern und Krokodilen und Flüssen. Als der Verstand die
Trennung von Mensch und Natur brachte, fanden die Menschen den Weg des Einen Lichtes: sie
anerkannten, das die Vielheit aus dem Eins hervorgeht. Das befriedigte Verstand und Herz.
Beide Wege, sich der Wirklichkeit zu nähern, haben vielen immerwährende Freude gebracht.
Aber beide haben auch durch Missbrauch und durch Einsseitigkeit großes Übel verursacht.
Die, welche die Vielheit gedankenlos verehrt haben, sind degeneriert. Sie wurden zügellos
und verloren die Stärke des zweckgerichteten Verstandes und Zieles. Nach ihnen kamen die
Anhänger des Einen, ob des einen Gottes oder des Verstandes: diese unausgewogenen
Wunschbilder töteten Millionen ihrer Gefährten im Namen der Liebe und der Gerechtigkeit.
Die Gottheiten stellen immer ein
Gegenmittel für das Gift bereit. Und das Gegenmittel für zwanghafte Verehrung, ob einer
Person oder eines Landes, einer Religion oder einer Wunschvorstellung, ist es, der
Wahrheit ins Gesicht zu sehen. Das ist nicht einfach. Wenn Tatsachen lang gehegten
Gefühlen oder Meinungen widersprechen, wird ein Mensch lieber sterben, als sie
anzunehmen. Solche Leute betrachten die Wahrheit als hässlich und meiden sie. Sie werden
von dem Unbekannten erschreckt. Für sie ist die Göttin in schwarze Nacht gehüllt. Doch
wenn sie den Mut hätten, sie zu entschleiern, würden sie das schöne Angesicht der
Wahrheit sehen. Stattdessen verfolgen sie die Liebe und schieben alles, was ihnen im Weg
steht, beiseite. Unvermeidlich werden sie von Gewalt und Krankheit verzehrt. Der Liebe
muß man sich mit Demut nähern.
Lasst Liebe und Wahrheit die
Heilige Hochzeit begehen, die zur Eintracht führt.
Hohepriester:
Wir sind versammelt, um die Heilige Hochzeit des Sonnengottes Ra und der Himmelsgöttin
Muth zu feiern. Sirius, Stern der Isis, hat seinen heliakischen Aufgang (3) am
ägyptischen Neujahrsfest. Die Geburt ihres Sohns, des Mondgottes Chons wird erfleht.
Pharaoh: Dieses
Räucherwerk verkörpert die lebensspendende Wärme von Ra. Das Fest der Opet hat damit
begonnen, die Statue des Amun-Re von seinem Tempel in Karnak die Allee der widderköpfigen
Sphingen hinunter in das Boot des Ra auf dem Nil zu befördern. Der Pharaoh, sein Sohn,
der Hohepriester des Amun und andere Würdenträger begleiteten die Statue. Das Boot wurde
nach Südwesten, entlang der Heiligen Meile zum Tempel von Luxor gerudert. Adlige und Volk
begleiteten die Prozession auf dem Flussufer, musizierten und sangen und tanzten.
Hoher Priester:
Der Gott ist nach Luxor zu seinem jährlichen Aufenthalt bei seiner Königin, der Göttin
Mut gereist, in Ihren Tempel von Opet-Resyt. Darin, bei der Statue von Mut, stand die
große Königin von Ägypten, Tochter der Muth, und erwartete den Pharao, ihren Ehemann.
Pharao: Elf
Tage lang wurde die Mystische Vereinigung von Gott und Göttin im Allerheiligsten
gefeiert. Am elften Tag erschien vor dem erwartungsvollen Publikum, das sich im äußeren
Hof versammelt hatte, die Königin, gefolgt vom Pharao. Sie läuft in einer Prozession die
Sphingenallee hinunter zum Nilufer. Sie hebt dort ihre Arme und ruft die Macht der
Himmelsgöttin herbei und segnet den Fluß. So war eine erfolgreiche Überschwemmung
gesichert, die eine gute Ernte bringt, um die Menschen zu ernähren. Zum Ende des Festes
wird die Statue von Amon Ra auf seinem Boot zu seinem Tempel in Karak gebracht. Laßt uns
eine Prozession zum Altar der Mut bilden!
Musik: Prozession zum Altar
Der Hohepriester klopft mit
dem Stab zweimal auf den Boden.
Hohe Priesterin:
Wer begehrt Einlaß zum Allerheiligsten der Göttin Muth?
Hoher Priester:
Ihr Ehemann, der Gott Amon Re, der mit Ihr das Fest Opet feiern möchte.
Königin: Er
ist willkommen!
Pharao: Ich
opfere diesen Weihrauch, der mit dem göttergleichen Feuer des Amon Re beseelt ist, das
Leben bringt. Ehre Dir, Amon Re, der du auf Maat ruhst und die Himmel weiter schiebst.
Jedes Antlitz sucht Dich! Du nimmst zu, sowie Deine Majestät wächst, und Deine Strahlen
sind auf jedem Antlitz. Du hörst mit Deinen Ohren und Du siehst mit Deinen Augen.
Hoher Priester:
Millionen Jahre sind in die Welt gegangen: Ich kann die Zahl derer nicht nennen, durch die
Du hindurch gegangen bist. Dein Herz hat einen Tag des Glücks ausgerufen, in Deinem
Beinamen des Reisenden. Du reist durch ungenannte Räume durch Millionen
Jahre. Du reist durch sie in Frieden. Du steuerst deinen Weg durch den Abgrund der Wasser
zu dem Ort den Du liebst. Du bist im Herzen Deiner Königin, der Göttin Mut.
Königin: Ich
nehme den Weihrauch im Namen der Muth an! Sie lässt den Weihrauch dreimal rechtsherum in
der Luft kreisen. Sie versprengt Wassertropfen: Ich weihe dieses Wasser der Göttin, die
Ihren Regen auf die fruchtbare Erde gießt und die verborgenen Quellen, die der Ursprung
des Nils sind, wieder auffüllt. Ehre sei Dir, Du Gebieterin der Götter, die Du Flügel
trägst. Du bist die Mächtige Zauberin im Boot der Jahrmillionen, die Mutter der
Himmelshorizonte. Lobpreis sei Dir, O Herrin der Himmel. Worte der Anbetung steigen zu Dir
von acht Göttern auf.
Hoher Priester:
Lebendige Seelen, die von den Särgen des Todes auferstanden sind, preisen Dein Geheimnis.
Du bist Mutter aller verstorbenen Seelen, Du Quelle, aus der alles entspringt. Du schaffst
für die Seelen einen Ort der Erquickung in der Unterwelt von Amaunet und machst sie stark
im Wohnsitz der Ewigkeit. Im Namen von Muth, die die Seelen stark macht und die Leiber
gesund, lasst uns gesegnet sein. Amun Re ruht seine feurigen Strahlen aus unter ihren
ausgebreiteten Flügeln. So wird unser Durst gestillt und unsere Felder werden für eine
reiche Ernte bereitet!
Pharao: Zu
dieser Zeit des Opet-Festes war es Brauch ein göttliches Schauspiel aufzuführen. Laßt
das Mysterienspiel von der Sandale der Rhodope aufführen!
Mysterienspiel
von der Sandale der Rhodope
Darsteller: Moderner
Reisender, arabischer Führer. Griechischer Chor. Rhodope in weiß mit vergoldeten
Sandalen. Priester des Helios in Gold mit Strahlenkrone. Alte Frauen in Schwarz.
Ägyptische Soldaten. Pharaoh Amasis mit Krone (4). Ägyptische Tänzer.
Reisender trifft
Reiseführer:
Reiseführer: Ich
habe noch nie einen so erschöpften Reisenden gesehen! Unser Land hat drei berühmte
Pyramiden! Warum machst Du dann einen Rundgang um die dritte, die kleiner als die anderen
ist und sogar vernachlässigt? Ich habe Dich bei Tag und Nacht wandern sehen und das seit
Wochen, und Du machst kaum Pausen zum Essen oder Schlafen!
Reisender: Ich
habe mein Zuhause und mein Studium vergessen. Ich bin eine verlorene Seele, die von einem
Phantom besessen ist. Zur Zeit des goldenen Mondes im August, als er bei Sonnenuntergang
aufging, sah ich bei genau dieser Pyramide eine nackte Frau von der göttlichsten
Schönheit dahingleiten. Sie sah mich und errötete rosenrot und schenkte mir das Lächeln
eines Engels! Sie winkte mich heran und ich kam näher, aber dann verflog sie wie ein
Trugbild und schien in diese Steine einzutreten. Seitdem verlange ich nach ihr, wie ein
Hungernder Brot verlangt und der Dürstende Wasser. Meine Seele wird von Feuer verzehrt.
Ich kann diesen Ort nicht verlassen.
Reiseführer:
Viele Menschen haben diese Erscheinung am Mittag oder zu Sonnenuntergang gesehen, und im
Laufe der Jahrhunderte gab es immer wieder welche, die auf der Suche nach ihr
verschwanden. Einige haben sie als Hathor des Sternbildes Stier, Göttin der Liebe,
angebetet. Andere glauben, sie sei der Geist der Großen Pyramide. Aber die meisten
verehren sie als Königin Nitokris, die diese Pyramide des Mykerinos (5) vollendete, und
dafür sorgte , daß sie mit rotem Granit aus Syene ummantelt wurde, der magische
Eigenschaften hat.
Reisender: Ich
bin verzweifelt. Du bist ein Führer. Kannst Du mir helfen?
Reiseführer:
Ich helfe denen, die mich darum bitten. Tatsächlich nennen mich manche Hermes und andere
Anubis. Du hast die Wahl zwischen zwei Wegen. Du kannst diese Vision aus deinem Verstand
ausradieren, in dein eigenes Land zurückkehren und dich in deine Studien vergraben. Oder
du kannst deine Suche nach Liebe fortsetzen
und ich werde dir helfen. Aber dieser Weg ist gefährlich und hat viele Fallgrubem.
Reisender: Ich
wähle den Weg des Herzens, auch wenn er Wahnsinn oder Tod bedeutet.
Reiseführer::
So sei es. Betrachte deine innere Vision! Er macht das Ankh-Zeichen in der Luft und zieht
den Reisenden zur Seite: Die uralte Vergangenheit enthüllt sich selbst. Schau, was sich
im Tempel des Sonnengottes Helios (6) auf der Insel Rhodos (7) zuträgt.
Musik
Chor: Weh über
Rhodope! Weh über uns. Mit dickköpfigem Ungehorsam leugnet sie die Lehren unserer
Priester, wendet sich starrsinnig von ihren Lehrsätzen ab und zieht ihre eigenen
Phantasien vor.
Priester tritt von der einen
Seite auf, Rhodope von der anderen.
Priester: Ich
war dir immer wohlgesonnen, Rhodope, meine klügste Schülerin, wirst Du nicht deinen
Willen unseren Lehrsätzen beugen? Dies ist ein Tempel des Lichtes der Vernunft und
Philosophie. Warum bestehst Du darauf, deinen eigenen wilden Einbildungen zu glauben?
Rhodope: Helios
ist mir in einer Vision erschienen und hat zu mir gesprochen. Er erklärt, Du entfremdest
die Menschen dem Glauben an die Gottheiten und deshalb bringst Du dieser Insel
spirituellen Tod.
Priester: Du
bestehst also darauf, deine Sinnestäuschungen unter deinen Gefährten zu verbreiten!
Höre den Richtspruch der Hohen Priesterschaft. Du bist exkommuniziert und also aus dem
Tempel verbannt. Weil Du eine Vestalin (8) bist, darf kein Mann bei Strafe des
schmerzhaften Todes Hand an dich legen! Auch darf dir keiner Unterkunft oder Essen oder
Trinken geben.
Horus: Rhodope,
bereue! Gehorche und sei still. Wenn Du uns verläßt, werden wir unsere neugefunde
Ekstase verlieren. Und du wirst sicher zugrundegehen.
Rhodope: Niemals!
Ich nehme mein Schicksal an.
Priester und
Chor gehen ab. Musik. Helios erscheint, Rhodope sinkt auf ein Knie.
Helios:
Rhodope, Meine Tochter, sei frohen Mutes. Lange hast Du mutig den Pfad der Wahrheit
beschritten. Jetzt musst du den Weg der Liebe finden. Dafür musst du meine Schwester, die
Königin der Nacht, entdecken.
Rhodope: So
soll es sein. Wo finde ich sie?
Helios: Du
wirst links vom Haus der Eladen eine Brunnen-Quelle finden. Und dort an der Seite wächst
eine weiße Zypresse. Gehe an die Brunnen-Quelle nicht nah heran. Aber du wirst eine
andere beim See der Erinnerung finden, kaltes Wasser wird davon fließen und ein Wächter
wird davor stehen. Sage Ich bin ein Kind der Erde und des Bestirnten Himmels: Aber
meine Art ist nur des Himmels. Und sieh, ich bin ausgedörrt von Durst und ich gehe zu
Grunde. Gib mir schnell das kalte Wasser, das aus dem See der Erinnerung fließt.
Und der Führer wird dir aus der Brunnen-Quelle zu trinken geben. Und schau, du sollst die
Rüstung des Hermes (9) erhalten! Und du sollst ermutigt werden, dein Glaubensbekenntnis
mit Worten auszudrücken, die von Mnemosyne, der Muse der Erinnerung, inspiriert werden.
Reiseführer:
Und Rhodope reiste weit und lang und niemand gab ihr Unterkunft oder Essen oder Trinken.
Und obwohl sie weit und breit suchte, fand sie keine Quelle, weder Zypresse noch den See
der Erinnerung. Und ihr war kalt und sie war hungrig und durstig, als sie einen kleinen
Zypressenhain an einem Bach erreichte.
Auftritt Rhodope mit Brot in
einem Tuch.
Rhodope: Meine
Füsse bluten und schmerzen! Ich sollte sie in diesem Bach baden. Sie nimmt ihre Sandalen
ab. Als sie einen Fuß im Bach hat, kommt eine alte Frau zu ihr.
Frau: Schönes
Mädchen, gib mir zu essen, sonst sterbe ich! Soldaten habe meine ganze Familie getötet,
sogar meine Kinder. Sie haben unser Zuhause abgebrannt. Doch lebe ich, damit ich der
Göttin Persephone für ihre Seelen Opfer darbringen kann.
Rhodope: Ich
sehe, dass andere noch mehr leiden als ich. Ich weine mit dir. Nimm dieses Brot, liebe
Mutter. Es ist alles was ich habe.
Rhodope gibt ihr Brot. Die
Frau legt ihren Mantel ab und enthüllt sich als Göttin Mut (11).
Mut: Rhodope,
meine Tochter, du hast den Strom erreicht, der aus dem See der Erinnerung gespeist! Du
hast die Prüfung, die dir die gesegneten Götter auferlegten bestanden. Du sprichst die
Wahrheit. Was ist dein Glaubensbekenntnis?
Reiseführer:
Und Rhodope erinnerte sich an die Worte des Helios und sprach sie zu der Göttin.
Rhodope:
Begeistere mich, O Mnemosyne! Aus dem Reinen komme ich, reine Königin derer die in der
Unterwelt leben, denn ich erkläre von deiner gesegneten Art zu sein. Und ich habe die
Strafe für unrechte Taten bezahlt, ob es das Schicksal war, das es nicht gut mit mir
meinte oder die unsterblichen Götter. Ich bin dem sorgenvollen, ermüdenden Rad
entflohen. Ich bin mit flinken Füßen zum ersehnten Kreis gelangt, ich bin in den Schoß
der Königin der Unterwelt eingetreten, Despoina (10) der Unterwelt, und jetzt komme ich
als Bittstellerin zu Dir, Heilige Persephone (11), Göttliche Mut, dass Du aus Deiner
Gnade mich bei den Sitzen der Heiligen empfängst.
Mut: Heilige
und Gesegnete, du solltest Göttin und nicht sterblich sein? Gibt Rhodope Wasser aus einem
Becher. Empfange dieses Wasser aus dem See der Erinnerung, damit du dein wahres Selbst
empfangen mögest. Rhodope trinkt. Aber es gibt eine weitere Prüfung für dich zu
bestehen! Flieh, Rhodope, denn Soldaten kommen hierher! Rhodope zieht die rechte Sandale
an. Zögere nicht einen Augenblick, sondern flieh um dein Leben zu retten! Muth hüllt den
Mantel um sie. Rhodope flieht und vergisst die linke Sandale, als Soldaten geführt von
ihrem Hauptmann eintreten.
Hauptmann hebt
Sandale auf. Das ist wirklich seltsam! Eine Frau von unübertroffener Schönheit
flieht durch eine Wüste, ihr Haar wehend wie die Nacht, und läßt diese winzige goldene
Sandale zurück! Das ist sicher ein Omen, denn das Fest Opet nähert sich. Ich sollte sie
dem Pharao bringen, der kein gemeiner Zauberer ist!
Reiseführer:
Und der Hauptmann war so gut wie sein Wort. Er brachte die Sandale dem Pharao Amasis (12),
der seine Hauptstadt in Memphis in Richtung Theben im Süden verlassen hatte, um Opet zu
feiern.
Auftritt Amasis und
Hauptmann
Hauptmann: Ihre
Majestät, Ich habe diese Sandale an einem Bach gefunden, in dem eine Jungfrau von
göttlicher Lieblichkeit ihre Füße gewaschen hat. Als sie uns von weitem gesehen hat,
ist sie geflohen und hat die Sandale zurückgelassen. Er zeigt die Sandale mit
geschnürten Bändern.
Amasis: Diese
Sandale bildet ein Goldenes Ankh! Ich habe es in einer Vision gesehen, als es eine
lächelnde Göttin in der Hand hielt, das
offene Haar tief wie ein Mantel um sie. Sie hat mein Herz mit Feuer gefüllt. Ich muß
dieses Mädchen um jeden Preis finden. Ich werde sie zu meiner Königin machen. Lasst die
Eigentümerin dieser Sandale suchen und zu mir bringen! Ich setze eine reiche Belohnung
aus.
Führer: Und die Eigentümerin dieser Sandale wurde im ganzen
Land Ägypten gesucht, aber keiner Frau Fuß passte genau. Und Suchende, die auf die
reiche Belohnung aus waren, reisten weiter und fanden schließlich Rhodope, als sie Beeren
zum Essen suchte, am Ionischen Meer (13). Sie war zu schwach, um zu protestieren, und
wurde zu Schiff und Land nach Theben gebracht. Dort wurde sie zum Pharao gebracht.
Rhodope: Was
wird der Pharao für mich haben.
Amasis: Ich
kenne dich, Bewahrerin des Ankh! Ich möchte das Mysterium von der Quelle der Persephone
erfahren.
Rhodope: Wenn
die Göttin will, soll es so sein.
Amasis: Was
kann ich dir dafür geben?
Rhodope: Du
bist zu mir als Helios gekommen. Ich werde den geheimen Namen des Ra wissen.
Amasis: Wenn
der Gott will, soll es so sein. Rhodope, dir gehört meine Liebe. Wirst du meine Königin
sein?
Rhodope: Du bist in meinem Herzen, Amasis. Ich werde deine
Frau sein.
Musik
Mut tritt auf:
Diese heilige Hochzeit ist von Amon Re und mir, der Göttin Mut, beschlossen worden.
Wisse, dass du, Rhodope, in Wirklichkeit Prinzessin Nitokris, die Schwester des Pharao
Mykerinos bist (6). Nach seiner Ermordung wurdest du als Säugling zum Tempel des Helios
auf der Insel Rhodos befördert, dem Geburtsort deiner Ionischen Mutter. Amasis aber hat
Wahrheit und Gerechtigkeit in Ägypten wieder hergestellt und soll durch diese Vereinigung
mit Nachkommen gesegnet werden. Ihr sollt zusammen Opet mit eurer Heirat feiern! Als
Wiedergutmachung für den Bruch deiner Vestalischen Eide sollst du, Nitokris, den Bau des
Tempels des Mykerinos mir zur Ehre beenden. Dein Geist soll all die segnen, die in
Wahrheit die Ewige Liebe suchen.
Amasis und Rhodope halten
sich an den Händen, drehen sich um, um alle zu segnen. Ägyptische Musik und Tanz.
Reiseführer:
Kehre zurück, Reisender, in die Zeit deiner derzeitigen Existenz! Verlasse diese Pyramid,
nachdem du erfahren hast, was du von ihr erfahren konntest und reise in dein Land und nimm
deine Studien wieder auf. Von jetzt an wirst du in jeder Frau, ob schön oder hässlich,
alt oder jung, weise oder töricht, die Göttin sehen! Und so werden sie in dir den Gott
sehen.
Reisender: Ich
danke dir. Mein Verstand und mein Herz sind Eins. Ich kenne mich. Ich bin Ra der Reisende,
und der Tag des Glücks ist gekommen! Ich ruhe im Herzen von Mut.
Der Gong wird
einmal geschlagen. Ende des Mysterienspiels
Königin salbt
jedem Mitfeiernden die Stirn mit Öl und sagt: Mögest Du wahre Visionen haben.
Pharao bietet
jedem Räucherung dar und sagt: In deinem Herzen ist die verborgene Sonne.
Hohepriesterin:
Mitfeiernde, lasst uns über das Mysterienspiel von Rhodopes Sandale nachdenken.
Meditation.
Strahlen der Harmonie werden ausgesandt. Priester und Priesterin danken Mut und Amon Ra.
Das Fest wird genossen.
Finis

Quellen: The Dawn of Civilization,
Egypt & Chaldea, Professor Maspero, S.P.C.K. London, 1884. The Book of the Dead,
Wallis Budge, Kegan Paul, 1923. The Gods of the Egyptians, Budge, Dover. The Goddesses of
Chaldea, Syria & Egypt, Durdin-Robertson, Cesara.

Anmerkungen
der Übersetzer:
Opet: Ägyptische Göttin,
Schutzgöttin schwangerer Frauen, wird als aufrechtstehendes trächtiges Nilpferd mit
Löwenkopf und Krokodilschwanz dargestellt. Der Name bedeutet Die Große, eine
der mythischen Mütter von Isis und auch mit Muth eng verbunden.
Mut: Ägyptische Himmels- und
Muttergöttin, wird als Frau mit Geierflügeln dargestellt
heliakischer Aufgang: der
erste Tag, an dem der Himmelskörper kurz vor Sonnenaufgang am östlichen Horizont
erscheint, nachdem er zuvor unsichtbar war.
orig.: Amen crvwn, hierzu
habe ich nichts gefunden.
Nitokris: Diese Geschichte
beruht wohl auf Herodot. Der Name erscheint ca. 2250 v.u.Z. in den Königslisten,
ungefähr 2000 Jahre vor dem später auftretenden Amasis und man nimmt heute an, dass es
in der frühen Zeit ein Männername war.
Mykerinos: Pharao ca. 2525
v.u.Z., eigentlich Men-Kau-Re. Die Pyramide des Mykerinos ist die kleinste der Pyramiden
von Gizeh.
Helios: griechischer
Sonnengott
Rhodos: griechische Insel,
eines der 7 Weltwunder der Antike war der Koloss von Rhodos, ein über 30 m großes
Standbild des Helios
Vestalin: Priesterin der
Vesta, der römischen Göttin der Herdfeuer, die zur Keuschheit bei Strafe des Todes
verpflichtet ist.
Hermes: der griechische
Götterbote
Despoina: griechisch für
Königin, wurde als Beiwort für Persephone verwendet und hier ist es wohl so auch
gemeint. Despoina ist auch eine Tochter von Demeter und Poseidon.
Persephone: griechische
Unterweltsgöttin, in der bekanntesten Erzählung Tochter der Demeter.
Amasis aka Ahmose II., 6. Jh.
v. u. Z., Zeitgenosse des lydischen Königs Krösus.
Ionisches Meer: bezeichnet
heute das Meer zwischen Griechenland und Italien. In der Antike war Ionien aber die
östliche Mittelmeerküste der heutigen Türkei, dieser Landstrich wird wohl gemeint sein.

Es wird darauf
hingewiesen, dass die Übersetzung nur zum privaten Gebrauch innerhalb der Fellowship of
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Die Übersetzung ist
autorisiert durch Rt. Rev. Claudia, AU FOI, Ardbandroi DCOD; GLC Noble Order of Tara; Hon.
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