Panthea
Initiationen und Feste der Göttin
Auszüge aus dem Vorwort; Übersetzung Rt. Rev. Hamsadevi
Claudia, Ardbandroi, AU
lle Rechte der
deutschen Übersetzung: Rt.Rev. Hamsadevi
Wiedergabe,
auch auszugsweise nur mit schriftlicher Genehmigung der Übersetzerin
Unser Leben ist eine Reise durch eine von Zeit unterteilte
Spirale des Raums. Jenen Punkt, wo die Zeit den Raum kreuzt, nennen wir das
"Jetzt". Wir existieren nur wirklich in diesem, sich in Bewegung befindenden
Punkt des "Jetzt". "Gestern" existiert nur so schwach wie ein
veralteter Film aus Erinnerungen, die leicht verlorengehen. Die Zukunft existiert für uns
nicht in Wirklichkeit, abgesehen von einigen seltenen Ausnahmen. Wir gehen rückwärts in
die Zukunft und sind uns nur der Gegenwart bewußt; manchmal haben wir ein vages
Bewußtsein für die Vergangenheit - eher als Information denn als Realität.
Dennoch entwickelt die neue Menschheit, die aus dem alten
"Homo Sapiens" hervorgeht, ein kosmisches Bewußtsein, das die vollkommene
Vergegenwärtigung der Vergangenheit ermöglicht - nicht als Erinnerung, sondern als
lebendige Wirklichkeit. Dasselbe trifft für die Zukunft zu - solche Menschen haben
"Erinnerungen an die Zukunft". Wie wird dieses erreicht? Das Geheimnis liegt
darin, durch die Speichen des Rades der Spirale von Raum und Zeit direkt in die Nabe
selbst zu reisen. Im Göttlichen Bewußtsein dieses Ortes kann die Seele nicht nur ein
Dasein in der Vergangenheit wieder erleben, sondern auch die vollkommene Erinnerung von
anderen Leben in vergangenen Zyklen von Raum und Zeit erfahren. Der Begriff "Erinnerung" ist eine falsche
Bezeichnung für ein solches kosmisches Gedächtnis. Das Erleben "vergangener"
Leben ist so vollkommen und wirklich wie das augenblickliche, gegenwärtige Dasein. Das Kosmische Bewußtsein in der Mitte der Nabe des
Rades bei jeder Schlaufe der Spirale bringt nicht nur
das Erleben anderer Inkarnationen mit sich; ebenfalls erfährt die oder der Reisende etwas
weit größeres: andere Ebenen des Seins. Ein solches Bewußtsein kann zum Lebenszyklus
einer Ameise durchdringen und sich durch die Sphäre der heiligen Matrix der Gottheiten
ausbreiten.
Als Kind zwischen 5 und 8 Jahren hat mich das Ablaufen von
Zeit völlig verwundert. Warum vergeht die lebendige Gegenwart zu verschwommener
Erinnerung und verschwindet schließlich? Ich entwickelte ein Geplapper von
Schlüsselwörtern und hoffte, so die Gegenwart lebendig zu erhalten, sie nicht in die
Vergessenheit entkommen zu lassen. Ich spielte dieses Spiel mit meinem Bruder Lawrence. Es
fing an mit "Ich erinnere mich an das Mädchen mit der blauen Mütze. Ich erinnere
mich an den Stein namens Tommy." Es funktionierte nicht. Ich erinnere mich noch immer
an einige der Wörter, nicht aber an das damit in Verbindung stehende tatsächliche
Erlebnis. Die wahre, lebendige Wirklichkeit von Mädchen und Stein sind verschwunden.
Dennoch ist es möglich, daß uns beiden diese Praktik, den
Strom von Zeit und Raum mit Markierungen anzuhalten, bei unser späteren geistigen
Entwicklung geholfen hat.
Ein Ritual ist nichts anderes als ein Versuch, den Fluß des
vergänglichen Daseins mit Markierungen zu versehen, deren
geistige Symbolik den Zugang zu anderen Ebenen schafft. Wenn Du einen Ton
anspielst, zum Beispiel das "C" in einer Oktave;
dann empfängst Du ein Echo sowohl von dem Ton "C" in einer
höheren als auch in einer tieferen Oktave. Mit dem Spektrum ist es dasselbe - die sich
wiederholenden Regenbögen - mit violett und ultraviolett. Und ebenso ist es mit jedem von
uns. Nur ein Dreißigstel von uns existiert durch den materiellen Körper. Unser Höheres
selbst entstammt der Göttlichen Matrix der Ewigen Realität. Denn Ewigkeit ist nicht
unendliche Dauer, sie ist nicht einmal unendliche Kürze - sie ist All-Zeit und All-Raum
und All-Bewußtsein. Für die Gottheiten gibt es weder Anfang noch Ende.
Und deshalb sind wir als Kinder der Mutter aller Lebewesen
ebenso unsterblich wie sie. Denn das Wesen der
Mutter findet in Ihren Kindern seinen Ausdruck!
Das Stern-und-Drachen-Diagramm des Collegium Isidis stellt
den vierfach geschlungenen Drachen Tiamat, die babylonische Göttin dar. Unterbrochen wird
die Spirale vom Achtstrahligen Stern der Ishtar, jener
Göttin, die durch alle Sphären hinab- und wieder aufstieg, um ihren Gefährten Tammuz,
den Hirten der Sternenschafherden zu retten. Dieses Diagramm kann benutzt werden, um das
gewundene Feuer der Lebenskraft darzustellen, das von den kosmischen Strahlen der
göttlichen Eigenschaften durchdrungen ist. An jenen Stellen, wo die Strahlen die vier
Ebenen unterteilen, sind jene Punkte, welche die 32 Arbeitsgrade und den 33. Mystischen
Magiergrad des Collegium Isidis bezeichnen. Nachdem
dieses Diagramm erstellt worden war, fand ich ein chinesisches Bild, das einen
achtstrahligen Stern über einem siebenfach geschlungenen Drachen darstellt.
Studierende, die mit dem Zodiakjahr der 12 Stationen
arbeiten, können einen zwölfstrahligen Stern benutzen. Im Augenblick benutzen wir das
Diagramm, um die Entwicklung des Bewußtseins durch die von Zeit unterbrochene Spirale des
Raums zu veranschaulichen.
Die kleinste Spirale, mit der wir leben, ist die von Tag und
Nacht, da sich unsere Erde um ihre eigene Achse dreht. Tagsüber bewegen wir uns vom
Zentrum weg, um die materielle Ebene zu erfahren. In der Nacht jedoch wenden wir uns nach
innen bis wir unsern Körper im Schlaf zurücklassen, um auf diese Weise zur Matrix
zurückzukehren. Jene, die sich nach einem spirituellen Leben sehnen, werden darauf
hingewiesen, daß Morgen- und Abenddämmerung jene Zeiten sind, in denen es möglich ist,
sich die Erinnerungen der Nacht ins Gedächtnis zurückzurufen: die Magier/Innen lernen,
Tag und Nacht gleichermaßen in vollem Bewußtsein zu erfahren.
Unsere ersten vier Rituale betreffen Geburt, Initiation und
das Erfahren anderer Ebenen. Sie gipfeln mit dem Tod des Körpers, wenn die Seele durch
die Matrix in eine neue Daseinsebene eintritt. Dies wird durch den Schlüssel zu allen
Sphären symbolisiert - durch das Ankh. Das Diagramm zeigt den Strom des Lebens durch die
vier Ebenen von Tiamat - die körperliche, die seelische, die geistige und die göttliche.
Die acht aufeinander folgenden Feste werden im Diagramm des
Jahreszyklus der sich um die Sonne drehenden Erde veranschaulicht. Jeder Strahl markiert
eine der aufeinanderfolgenden Jahreszeiten. Diese jährliche Reise mit dem lieblichen Panorama von einander abwechselnden Sternbildern
und Jahreszeiten öffnet unser Bewußtsein für unsere eigene Verbindung zum Kosmos. Jedes
Fest ist ein Markierungspunkt, wo Vergangenheit und Zukunft mit der Gegenwart vereint
sind. Denn kein Fest, keine Jahreszeit, kein Jahr gleichen einander - dennoch besteht ein
Einklang mit der Vergangenheit und der Zukunft.
Unsere Erde reflektiert unsere Tage und Nächte. Sie hat im
Winter ihre Nacht, ihre Morgendämmerung im Frühling, ihre Fruchtbarkeit im Sommer und
ihre geistige Ruhe im Herbst. Dennoch ist das Jahr kein in sich geschlossener Kreislauf.
Sogar die mächtige Sonne bewegt sich mit unbeschreiblicher Geschwindigkeit durch unsere
Galaxie, welche wiederum um ihre eigene Mitte herum tanzt und sich dabei durch den Raum
bewegt. Wir bieten Rituale an, mit denen wir den Fluß von Zeit und Raum markieren, um so
kosmisches Bewußtsein zu erreichen, das uns in Einklang mit dem planetarischen, solaren
und kosmischen Bewußtsein bringt. Durch das Dolmentor eines Rituals können wir direkt
die Nabe der kosmischen Spirale erreichen und so spirituelle Wiedergeburt erlangen.
Die Fellowship of Isis ist multi-religös, multi-kulturell
und kennt keine rassischen Unterschiede!!!!!!! In der Tat würden wir auch gutwillige
Außerirdische willkommen heißen! Alle Bewohner unseres Planeten haben so viele
Gemeinsamkeiten - wir schauen auf dieselbe Sonne, denselben Mond, dieselben Planeten. Wir
haben dieselben Jahreszeiten, wenn auch zu unterschiedlichen Zeitpunkten. So verändern
beispielsweise die Australier Rituale, damit diese zu ihrem Klima passen. Um in Harmonie
zu leben, reicht es nicht, unsere seit langem geliebten Rituale durchzuführen - wir
müssen auch lernen, all das mit jenen aus anderen Kulturen zu vermischen. So beginnen
beispielsweise die Australier die Weisheit der Aborigines, der Ureinwohner jenes
Kontinentes zu respektieren. Die Indianer Nordamerikas haben schon als geistige Führer im
19. Jahrhundert die große Bewegung des Spiritismus mit eingeleitet. Jetzt bringen sie
gemeinsam mit ihren südamerikanischen Cousins den Schamanismus zu den neuen Siedlern in
ihrem Land. Unsere Jahreszeiten-Rituale beziehen griechische, römische, indische,
chinesische, babylonische syrische ägyptische, keltische und nordische Zeremonien mit
ein. Die Mitglieder in den 61 Ländern vermischen oft ihre eigenen Rituale mit jenen, die
von der Fellowship angeboten werden. Sie alle ehren in der Unterschiedlichkeit ihres
Ausdrucks die heiligen Attribute der Göttin: Liebe, Schönheit und Wahrheit.
Diese Rituale können, wie alle anderen, die vom
Muttertempel angeboten werden, von einem einzelnen Aspiranten zelebriert werden. Die
Orakel bieten eine aufeinander aufbauenden Abfolge von spirituellen Belehrungen, die von
vielen zur Meditation und zur eigenen geistigen Entwicklung aufgenommen werden. In jedem
Fall bringt das Neue Aeon, welches mit der harmonischen Planetenkonstellation am 16. Und
17. August 1987 begonnen haben soll, eine sich stetig steigernde Entwicklung der
Telepathie mit sich, welche sich gleichermaßen auditiv wie visuell äußert. Der
sicherste Umgang damit geschieht in einer Gruppe. Manche bevorzugen den geschlossenen
Schutzkreis; andere ziehen das Spiral-Ritual mit offenem Ende vor. Durch die Ausbreitung
von Radio und Fernsehen haben nach Millionen
zählenden Scharen von Zuschauern und Zuhörern
an Auszügen von Ritualen der Fellowship of Isis teilhaben können; und viele haben durch
diese Ausbreitung Hilfe und Freude erfahren. Was jedoch wirklich zählt ist nicht die
Größe irgendeiner Gesellschaft oder Religionsgemeinschaft, sondern ihre Güte. Und diese
hängt von der Verbindung jedes einzelnen Mitgliedes zur Gottheit ab. Von einem einzelnen
Menschen, der die Göttin verehrt, strahlt ein
ebenso helles Licht aus wie von einer großen Versammlung im Gruppengebet!
Bei jenen, die sich mit den Gottheiten beschäftigen, gibt
es eine interessante Entwicklung in diesem Aufdämmern eines Neuen Aeons: dies ist der
Austausch von Rollen vom aktiven zum passiven und wieder zurück. Priesterin und Priester
stehen am Altar in Verehrung der Gottheit gegenüber und empfangen Macht, um Gutes zu tun.
Dann wenden sie der Gottheit den Rücken zu, und die Kraft tritt von hinten durch Kopf und
Rückgrat in sie ein. Damit sind sie befähigt, die Göttlichen Attribute der invozierten
Gottheit zu kanalisieren. Jedoch ist es für
Priesterin und Priester essentiell, sich am Ende jedes Rituals und bei jeglicher Praxis
wieder den Gottheiten in Demut zuzuwenden um der transzendente Natur der Gottheit
Anerkennung zu zollen und Dank zu sagen. Ansonsten gäbe es bald eine Masse Leute mit
einem hochgradig inflationären Ego, die herumlaufen, ihre eigene Göttlichkeit verkünden
und ein riesengroßes Durcheinander und Verwüstung unter ihren leichtgläubigen Jüngern
anrichten würden!
In Wahrheit spendet die Göttin Sanftmut und Kraft,
Bescheidenheit und Würde, geistige und heilerische Gaben.
Es sollte keinen Machtkampf geben. Dieser lebendige Austausch von Energie,
von Geben und nehmen findet besonders Ausdruck in dem Tanz, an dem sich alle Teilnehmenden
beteiligen. Wir wissen, daß alle geistigen und seelischen Gaben, an denen wir uns
erfreuen, von der Mutter kommen. In diesem Geiste sind diese Rituale der Göttin
dargeboten, die sie inspiriert hat.