
Ritual No. 3
Der
Weiße Adler steigt herab
Übersetzung:
Antje
Orakel
der Göttin Brünhilde durch ihre Priesterin:
Priesterin (Anrufung):
Göttliche Brünhilde, du bist hinabgestiegen auf die Erde, um die Seelen in den
Himmel zu führen. Wir wenden uns an Dich, die in dieser Traumwelt, die wir in einen
Alptraum verwandelten, in einem tiefen Schlaf lag, genauso wie wir. Hilf uns, wie du aus
dieser Traumwelt zu erwachen, so dass wir unseren Planeten von der Umweltzerstörung
retten können.
Orakel:
Das Erwachen aus dem Schlaf
kann zu jeder Zeit geschehen und an jedem Ort. Es geschieht bei den einfachen Menschen,
bei den jungen Kindern und den bescheidenen, alten Menschen, die in einer Hütte wohnen.
Aber es geschieht nicht bei den mächtigen, klugen und asketischen Suchenden. Wenn du am
wenigsten an dich selbst und deine eigenen Vorstellungen denkst, wirst du am ehesten deine
schlummernde Seele erwecken.
Denn du kannst von deinem
gewöhnlichen Standpunkt nur deine Nasenspitze sehen und hast nur einen verzerrten Blick
auf deinen Körper und auf deine beiden
Füße. Deinen Rücken kannst Du gar nicht sehen. Um daher deine Seele aus dem Traum zu
erwecken, musst du die anderen und deine Umgebung ansehen. Diese spiegeln dich selbst
wider. Obwohl das große Ziel, die Erde zu retten, deinen Geist und deine Imagination
stimuliert, sollte dein größtes Bestreben darin liegen, dich auf die naheliegendste
Aufgabe zu konzentrieren. Wirkliches Handeln ist zehn Mal schwerer zu verwirklichen als
nur davon zu träumen. Es ist angenehmer, Ozeane, Wale und Delphine zu betrachten und zu
wünschen, dass sie in Sicherheit sind, als zu dem Fluß vor deiner Tür zu gehen und
dreckige Säcke und Blechdosen herauszuziehen. Es ist einfacher, sich in Tagräumen
darüber zu verlieren, wie man die Luftverschmutzung bekämpft als einen Brief an die
Stadtverwaltung zu schreiben.
Ich, die einst auf einem
Planeten gelebt habe, weiß, wie schwer es ist, die körperliche Trägheit und die
unterdrückten Gefühle zu überwinden, die damit einhergehen, um den Speer der Tatkraft
aufzunehmen, ohne jemanden zu verletzen. Denn wenn du körperlich kämpfst, wirst du nur
einen vorübergehenden Sieg erringen und keine dauerhafte gute Tat bewirken.
Aber wenn du mit deiner
innersten Seele versuchst, Falsches wieder gutzumachen und
die Unterdrückten zu verteidigen, um deine Umgebung zu schützen,
veränderst du den Geist der anderen und bringst dadurch langanhaltenden Nutzen.
Es ist schwer, auf der Erde
zu verstehen, dass die Seelensphäre und die Seelengefährten die Erde verändern. Ein
Gedicht kann vielleicht verhindern, dass eine Mine in einem Hügel gebaut wird. Ein Buch
kann zahlreiche Vögel retten. Wenn du mir daher auch deine Anbetung und deine Ideale
darbringst, so hätte ich es doch lieber, dass Du mir deine harte Arbeit widmest. Dadurch werden deine Energiezentren aktiviert.
Diese harte Arbeit geschieht nicht nur mit Spaten und Feder, sondern durch klare Gedanken,
Entschlossenheit und die Entscheidung zu handeln, um deine Ziele zu erreichen. Die Göttin
kann nicht auf der Erde wiedergeboren werden, solange du sie
nur liebst und nicht auch zu ihr wirst! So sollst du mit deinem Geist,
deiner Stärke und deinen Taten ihren machtvollen Plan verwirklichen, den Himmel auf die
Erde herabzubringen.
Die Hohepriesterin trägt
eine silberne Tiara und hält einen silbernen Stab, der Hohepriester trägt einen blauen
Kopfschmuck und hält einen langen hölzernen Stab. Beide tragen silbernen Brustschmuck,
weiße Roben und blaue Mäntel. Die weiblichen Gefährten tragen silberne Diademe, die
männlichen Gefährten blauen Kopfschmuck und alle tragen weiße Roben. Der Scholarius*
trägt weiß. Auf dem mit einem silbernen Tuch bedeckten Altar befinden sich neun
entzündete Kerzen, brennendes Räucherwerk und eine lange weiße Feder. Musik kann die
ganze Zeit gespielt werden.
Hohepriester:
Gefährtinnen und Gefährten, wir sind hier versammelt, um das Herabsteigen der
weißen Adlerkraft in dem Kraftfeld der Großen Göttin zu evozieren. Die mächtigen
Kräfte des Goldenen Phönix und des Weißen Adlers, Yin und Yang, manifestieren sich
durch den Großen Gott und die Göttin durch den Kosmos von Stern zum Atom. Diese
Göttlichen Kräfte sollten in jedem von uns im Gleichklang sein, damit wir durch ihre
Harmonie unsere Unsterblichkeit finden. Wenn das Kraftfeld des Großen Gottes durch
Ying-Yang evoziert wird, arbeiten Männer mit dieser Kraft auf gleicher Ebene, während
Frauen sie in Polarität benutzen.
Hohepriesterin:
Wenn die Yin-Yang Kraft durch das Kraftfeld der Großen Göttin evoziert wird,
arbeiten Frauen mit dieser Kraft auf gleicher Ebene, Männer benutzen sie in Polarität.
Auf gleicher Ebene bedeutet: Energie fließt sanft durch den Kreis. In
Polarität bedeutet: Sie blitzt bei jedem im Kreis kurz auf und wird so
weitergegeben. Auf gleicher Ebene ist ein spiralförmiges Fließen. Polarität
ist wie ein Blitz.
Hohepriester:
Die Yang Energie des Weißen Adlers, die wir durch das Kraftfeld der Großen
Göttin evozieren wollen, berührt die Männer als aufblitzendes Licht, das von der
Göttin zu ihnen gesandt wird. Zu Frauen kommt es sanft wie ein Wasserfall.
Hohepriesterin:
Diese beiden Energien des Phoenix und des Adlers winden sich um unser Rückrad wie Efeu um
einen Baumstamm und kreuzen sich bei den psychischen Zentren. Genau so geschieht es bei
der Erdachse, ebenso wie bei allem, das existiert.
Die Kräfte des Goldenen
Phönix und des Weißen Adlers vereinen sich im Gleichgewicht durch zwei Energieschwingen,
die in der Wirbelsäule und in dem Scheitel ihren Ursprung haben.
Hohepriester: Die
Yang Energie betrifft hauptsächlich die Zentren im unteren Teil der Wirbelsäule, den
Solarplexus und die Kehle, sie bildet einen Akkord wie in der Oktave in der Musik. Wenn
sie erweckt wird, bringt sie Macht, Autorität und Verstehen, und sie äußert sich durch
wohl ausgerichtete Handlungen, Selbstdisziplin und Konzentration als spirituelles Ziel.
Hohepriesterin (zeichnet
mit dem Stab ein Yang Zeichen, eine 9, und opfert Räucherwerk): Ich
opfere Dir Räucherwerk. Göttin Brünhilde, die in die Unterwelt herabgestiegen ist, um
uns allen das Licht der Wahrheit zu bringen. Mögen wir von Deinem Mut lernen.
Hohepriester (zeichnet
ein Yang Zeichen mit seinem Stab): Ich opfere dir Räucherwerk, Gott Odin, der als
Wanderer durch die Sterne gereist ist, um Weisheit zu finden. Auch wir sollen suchen und
finden, wie du es getan hast.
Hohepriesterin (zu dem
Scholarius*): Bist du willens, dich den Prüfungen von Brünhilde und Odin zu
unterziehen, so dass du voller Mut Wahrheit und Weisheit findest?
Scholarius: Mit
göttlicher Hilfe, ich bin es.
Der
Abstieg von Brünhilde in die Unterwelt
Das
Mysteriendrama von Odin und Brünhilde wird aufgeführt. Musik.
1. Priester: (zu dem
Scholarius): Erfahre, wie die Göttin Brünhilde in die Unterwelt hinabstieg und was
ihr dort widerfuhr.
Getrieben durch meine
Sehnsucht verstand ich, dass ich mein Singen fortsetzen und mit meiner Rezitation beginnen
sollte. Ich werde die Legenden der Völker und ihre Balladen singen. Lasset uns magische
Worte lernen und uns an unsere Lieder und Legenden erinnern und so die unsterbliche Seele
enthüllen, welche ihren Ursprung in der Göttlichen Schöpferin hat.**
Wisse, dass auf dem
schönen Planeten Asgard die Menschen grausam und gierig geworden waren. Verhängnis hing schwer über ihnen wie eine
mächtige schwarze Wolke. Und der Gott Odin, der Herrscher Walhallas, war voller Zorn und
Sorge, denn die Menschen entweihten nicht nur den Planeten, den die Gottheiten geschaffen
hatten, sondern hatten pietätslos ein falsches Walhalla geschaffen, einen Ort voller
Grausamkeit und Gewalt. Und dort beteten sie falsche Götter an und verübten bösartige
Taten in ihrem Namen. Also stieg Odin in das geheimnisvolle Reich der Nornen hinab, tief
hinab in die Dunkelheit.
Dort suchte er nach Weisheit
von dem Brunnen der Norne Urda. Aber sie
wollte ihm nur zu trinken geben, wenn er ihr sein magisches linkes Auge gab. Und so
geschah es. Aber als er von dem Wasser trank, empfing er die Vision um das Wissen der
sicheren Zerstörung von Asgard und der Götterdämmerung, Ragnarök.
Priesterin: Also
kehrte Odin nach Walhalla zurück und ersann einen Plan. Obwohl das Verhängnis Asgard in
seinen Klauen hielt, konnte nur der Abstieg der Göttin die Seelen seiner Bewohner retten. Seine jüngste Tochter, Brünhilde, die Walküre,
wollte diese Tat vollbringen. Aber dafür musste sie ihren Kopfschmuck mit den Federn des
spirituellen Lichtes, ihre silberne Schutzrüstung, den Schild der Wahrheit und den Speer
der Macht ablegen. Und Odin brachte sie nach Asgard und legte sie auf einen schwarzen
Felsen in einem Wald und sie fiel in einen tiefen Schlaf. Sie war nun eine sterbliche
Frau. So machtlos, dass Odin dem Gott Loki befahl, sie mit einem Zauberfeuer zu umgeben,
damit nur ein Held sie finden könne.
1. Priester: Dann
geschah es, dass ein junger Mann, Sigurd, durch den Wald kam, während er den Vögeln
lauschte. Sigurd hatte die Gabe, ihre Sprache zu verstehen. Ein Eichelhäher sang zu ihm
von einer wunderschönen Maid, die in einem tiefen Schlaf auf einem Felsen lag, das von
einem Zauberfeuer umgeben war, damit sich ihr niemand nähern könne. Sigurd fühlte, wie
sein Herz von Liebe entflammt wurde und er suchte nach dem geheimnisvollen Feuer. Als er
es sah, näherte er sich ihm und ohne einen Gedanken an Gefahr schritt er hindurch.
Hohepriesterin: Als
er Brünhilde sah, wusste er, dass sie seine Geliebte war und er erweckte sie mit einem
Kuss. Das Glück war nur von kurzer Dauer, denn mit Donner und Feuer kam das Verhängnis
von Asgard über sie. Aber Brünhilde war erwacht und erinnerte sich an ihre Aufgabe.
Sie stieg auf ihr weißes
fliegendes Pferd, und sie nahm alle Seelen der Menschen, Tiere, Vögel und Pflanzen mit
sich in einer wirbelnden Wolke zu einem weit entfernten Planeten, der Erde!
Als Brünhilde sah, dass ihre
Aufgabe erfüllt war, kehrte sie nach Walhalla zurück und brachte Sigurd mit sich als den
Erwählten der Walküre. Aber jetzt brauchte sie weder Kopfschmuck, Rüstung, Schild noch
Speer. Denn sie war umgeben von einem Licht, das aus ihrem Inneren strömte. So wurde sie
zu einer Göttin, und Sigurd wurde durch seine Liebe und Tapferkeit zu einem Gott. Und so
soll es bei jedem von uns sein!
Ende des
Dramas
ERSCHAFFUNG
DER MAGISCHEN SCHIFFES SKLOBLAOMIR
1. Priester (zum
Scholarius): Um dich den Prüfungen von Brünhilde und Odin zu stellen, brauchst du
unsere Hilfe. Wir werde das magische Schiff Skloblaomir des Gottes Freya bauen. Wisse,
dass dieses Schiff groß genug ist, um alle Götter und Göttinnen aufzunehmen, aber
dennoch so klein ist, dass es in eine Tasche passt. Durch die magische Kraft von Seiokona
lasst uns das Schiff um uns herum durch unseren Tanz erschaffen.
(Alle
tanzen, um ein glänzendes Schiff um sich herum zu erschaffen)
2. Priesterin: Damit
unser Schiff die Macht hat, durch den tiefen Raum zu fliegen und die Zeit zu durchqueren,
lasst uns den Namen der Großen Zauberin Seiokona intonieren.
Alle : (chanten)
Sigh-o-kona!
1.Priester: Wir
brauchen einen Führer, der uns sicher auf unserer schamanischen Reise begleitet, und wer
wäre besser dafür geeignet als die Walküre Schwanhilde. Oh, sie ist zu uns
herabgestiegen mit einem weißen gefiederten Kopfschmuck und einer blitzenden silbernen
Rüstung. Sie hält ihren Schild und Speer, und um sie herum bauscht sich ihr blauer
Mantel. Sie grüßt uns mit einem Lächeln und fordert uns auf, uns in einem Kreis in dem
Schiff niederzusetzen und unsere Augen zu schließen. Unsere Reise beginnt.
MODRANIHT
DER MÜTTER
1. Priester:
Plötzlich beginnt unser Schiff durch den Boden zu sinken. Alles wird dunkel und
Schwanhilde sagt uns, dass wir durch die Erde sinken. Jetzt sind wir im tiefen Raum
angekommen. Dort gibt es ein schauderhaftes Beben und Donnergeräusche. Wir haben die
Raumzeitbarriere durchbrochen. Schwanhilde sagt, dass wir in den Norden hinabsteigen. Dort
ist der Himmelbjorg, beschützt durch die drei Sterne des Kleinen Bären.
Dort auf dem Höhepunkt der
tiefsten Nacht befindet sich der Quell der Weisheit, der von der Norne Urda bewacht wird.
Über ihr schwebt der Schatten einer gebogenen Wurzel der kosmischen Weltesche Yggdrasil.
(zum Neophyt): Bist du bereit, von dem Quell der Weisheit zu trinken?
Scholarius: Mit der
Hilfe der Norne Urda, ich bin bereit.
1.Priesterin: Was
bietest du ihr an?
Scholarius: Meinen
Willen zu lernen.
1. Priesterin:
Schwanhilde ist einverstanden. Nähere dich der Quelle. Wir werden alle mit dir das Schiff
verlassen, um dir für die Prüfung Stärke zu verleihen.
Meditation
1.Priesterin:
Freund, was hast du durch das Wasser der Weisheit gelernt?
Scholarius: Ich habe
gelernt, dass das Wasser unerschöpflich ist, und daher mögen alle davon trinken und
erfüllt werden. Dennoch ist kein Becher wie der andere. Was ich gewonnen habe, gibt mir
keine Überlegenheit über die Kenntnisse, die andere erlangt haben, auch wenn sie anders
sind als meine eigenen. Denn die Wahrheit ist in jede Seele mit anderen Symbolen
geschrieben, sei es in die Seele einer Gottheit, eines Menschen, eines Tieres oder einer
Pflanze. Dadurch habe ich von meiner eigenen Unwissenheit erfahren.
1. Priesterin:
Schwanhilde gefällt deine Antwort. Sie sagt, dass jene, die getrunken haben und alles
wissen nichts wissen! Sie können nicht zurückkehren. Aber du weißt ein wenig und
kannst deshalb zurückkehren, um mehr zu erfahren. Du fühlst ein Glühen am Ende deiner
Wirbelsäule. Du hast die Prüfung der Urda bestanden. Lasst uns zum Schiff zurückkehren.
WALHALLAS HIMMEL
2. Priesterin: Unser
Schiff reist schneller als die Lichtgeschwindigkeit an einer seltsamen blitzenden
Farbsäule vorbei, mit Farben wie die der Milchstraße. Schwanhilde sagt uns, dass dieses
der Stamm von Yggdrasil ist.
Er besteht aus wechselnden
Farben, die wie ein Seil ineinander verschlungen und durch ein weißes Lichtfeld
geschützt sind. Wir reisen zu dem Mittelpunkt der Esche, die unser eigener Mittelpunkt,
unser Solarplexus ist. Schwanhilde sagt, dass du Walhalla betreten und die Frucht an dich
nehmen darfst. Auch wir werden das Schiff verlassen und dich als Freunde begleiten.
Meditation
2. Priester: Lasst
uns zum Schiff zurückkehren (zum Scholarius) Was hast du erfahren, als du von
der Frucht gegessen hast?
Scholarius: Ich habe
gelernt, dass meine Ideale, wie edel und gut sie auch sein mögen, und meine Liebe, wie
warm sie auch sein mag, nutzlos sind, solange ich sie nicht verwirkliche. Ich darf nicht
danebenstehen und zusehen, wenn ich Freunde, Tiere und Pflanzen vor Verletzungen schützen
kann. Die Frucht gibt mir die Kraft, ein aktives und erfülltes Leben zu leben.
2. Priester:
Schwanhilde gefällt deine Antwort. Du hast die Prüfung der Iduna bestanden. Du fühlst
ein Glühen in deinem Solarplexus.
3. Priester: Lasst
uns zum Schiff zurückkehren, das sich nun sehr schnell in den Himmel erhebt und in
Richtung von Muspell, den südlichen Sternen, fährt. Schwanhilde sagt uns, dass das
glänzende Sternbild der Lyra mit dem glitzernden Stern Vega nichts geringeres als
Brisingr, der Brustschmuck der Göttin Freyja, ist. Ihr Reich ist der Himmel
von Gimle.
DER HIMMEL
VON GIMLE
3. Priester: Gimle
krönt Yggdrasil, den Baum des Lebens. Über ihm mit ausgestreckten Schwingen schwebt
Aquila, der Weiße Adler, nach dem wir suchen! (Zum Neophyt) Jene, die den Brustschmuck
von Freyja tragen, erhalten das Geschenk der Einswerdung mit allen Kreaturen, seien sie
groß oder klein. So gewann Sigurd die Liebe, als er die Sprache eines Vogels verstand.
Was bietest du Freyja für ihren Brustschmuck?
Scholarius: Ich
biete ihr mein Verlangen, mit all ihren Kindern eins zu werden, denn ich will meine Liebe
mit Verstehen vereinen.
3. Priester:
Schwanhilde sagt, dass du Gimle betreten darfst. Wir werden das Schiff verlassen und bei
dir sein.
Meditation
3. Priesterin: Lasst
uns zum Schiff zurückkehren. ( Zum Scholarius ) Was hast du erfahren, als du den
Brustschmuck der Freyja getragen hast?
Scholarius: Oh
Wunder! Ich verstand die Sprache der Vögel und Sterne, der Pflanzen und Götter, der
Engel und Tiere! Unsere Gedanken erschaffen ein vielfarbiges Band der Schönheit, das die
Himmel umgibt und alle Wesen zur Harmonie führt. Ich hörte den Grundton jeder Kreatur,
jedes Sternes und jedes Planeten und ich fand meinen eigenen.
2. Priesterin:
Schwanhilde sagt, dass du durch deine Worte das Große Schweigen erreicht hast. Du hast
die dritte Prüfung der Freyja bestanden. Du fühlst silberne Energie in deiner Kehle.
Bevor wir den Himmel von Gimle verlassen, fordert dich Schwanhilde auf, die Sterne
anzuschauen.
Hohepriesterin:
Siehe, Brünhilde zeigt sich als transzendente Göttin! Sie lehnt an der Sternenesche,
Yggdrasil. Ihre Füße sind stark durch den Quell der Weisheit und ihr Körper ist so hell
wie die Sonne. Sie hält den Schild, der der Spiegel der Wahrheit ist und ihr Speer der
Kraft reicht von der Erde in den Himmel. Wir fühlen diese Ausstrahlung in uns selbst. Wir
haben nun die Kraft, ein edles Zeitalter auf der Erde zu verwirklichen so wie sie es tat.
Hohepriester: Unser
Schiff sinkt schnell von den Sternen von Gimle durch das Halbdunkel von Walhalla und durch
die Nördliche Nacht der Mütter. Wir erreichen unsere kleine Erde... unser Schiff landet
so sanft wie eine Feder auf dem Boden des Tempels... Lasst uns der Walküre Schwanhilde
danken.
Sie segnet uns, steigt hinauf
und verschwindet. Wir lösen unser Schiff auf, indem wir in die entgegengesetzte Richtung
tanzen....
Tanz
Meditation
Berichte. Pläne werden
geschmiedet.
Hohepriesterin (zum
Scholarius bei erfolgreichem Bestehen der Prüfungen): Du hast die drei Prüfungen
von Brünhilde und Odin bestanden. Als Zeichen dafür erhalte nun diese Weiße Feder.
(Gibt dem Scholarius die weiße Feder).
Die Priesterschaft dankt
den Gottheiten.
Finis
Quellen: The Prose Edda
of Snorri Sturluson, Tales from Norse Mythology, Übersetzung von Jean I. Young,
University of California Press, Berkeley, 1964. Gods and Myths of Northern
Europe, H. R. Ellis Davidson, zuerst veröffentlicht von Pelican Books, London,
1964, erneut aufgelegt und veröffentlich durch Penquin Group, 1990. Kalevala: The
Land of Heroes, in zwei Bänden, no. 259 and no. 260, translation by W. F. Kirby,
Everymans Library, 1962. The Perfect Wagnerite, A Commentary on the
Niblungs Ring, George Bernard Shaw, Archibald Constable & Co. Ltd.,
London, zuerst veröffentlich im Jahr 1898, später mehrere Neuauflagen.
Anmerkungen:
Der Name Sigurd wird in
diesem Ritual für die Gestalt benutzt, die bekannter unter dem Namen Siegfried ist.
Siegfried und Sigurd sind Abwandlungen desselben Namens. Der Name Sigurd, oder genauer Sigurðr, ist altes Nordisch, während der
Name Siegfried deutsch ist.
* Scholarius. Im
englischsprachigen Original ist hier das Wort "Candidate". Wir haben lange
überlegt, wie wir dies angemessen übertragen können, da das Wort "Kandidat"
in der deutschen Sprache Assoziationen zu Spielshows und Politik knüpfen lässt.
Zunächst dachten wir an "Neophyth"; aber diese Bezeichnung ist einer Person
vorbehalten, die ihre erste Initiation erfährt. Der "Candidate" ist hingegen
ein Anwärter auf eine Initiation und kann schon eine oder mehrere andere Initiationen
haben. Der Scholarius ist eine alte Bezeichnung für einen wandernden Studenten. Dies ist
insofern passend, als ja auch das Mitglied in der Fellowship of Isis und ihren
Schwesterorganisationen verschiedene Grade in unterschiedlichen Lyceen bearbeiten kann,
ebenso wie der wandernde Schüler, der Scholarius oder Scholar von Universität zu
Universität reist, um sein Wissen zu vervollständigen.
** im Original reimt sich das
Ganze:
"I am driven by my
longing, and my understanding urges,
That I should commence my
singing and begin my recitation!
I will sing of people's
legends, and the ballads of the nations.
Let us learn the words of
magic, and recall our songs and legends,
And reveal the soul immortal,
sprung from the Divine Creatrix!"

Die Übersetzung ist
autorisiert durch Rt. Rev. Claudia, AU FOI, Ardbandroi DCOD; GLC Noble Order of Tara; Hon.
Member Circle of Isis, Isian News and Mirror of Isis contributing editor, die FOI Global
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Rt. Rev. Olivia
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Rt. Rev. Claudia Wehmeyer, Germany and David Durdin-Robertson. All rights reserved, please
do not reproduce. Fellowship of Isis rituals are to be enacted by FOI members only.