ORAKEL DER GÖTTIN
HEARTHA
PRIESTERIN: Göttliche
Mutter Hertha; wir preisen Dich, wir loben Deine wunderbare Schöpfung.
Aus dem unteren Teil
einer Eierschale,
erschaffte sie nun die
feste Erde.
Aus dem oberen Teil der
Eierschale
erhob sich das hohe
Himmelsrund.
Aus dem Eigelb wurde nun
der Sonne leuchtender
Strahlenglanz.
Aus dem Eiweiß stieg
jetzt auf
der Mond in hellem
Schein;
Was noch vermischt im Ei
geblieben
verwandelte sich in die
Sterne am Himmel.
Als das neunte Jahr
vergangen
im Verlauf des zehnten
Sommers,
da erhob Sie ihr Haupt
aus dem Meer,
und als ihre Stirn
auftauchte,
da begann Sie mit der
Schöpfung;
und Sie ordnete die
Welten,
auf dem weiten Meer,
und den endlosen
Gewässern,
wohin mit ihrer Hand Sie
wies,
dort erschaffte Sie die
ins Meer ragenden Landzungen;
wo Sie sich zum Lande
wandte,
da erschuf Sie weite
Strände.
Wo sich das
sehnsuchtsvolle Herz der Mutter zuwendet, dort nehme ich meine Wohnstatt ein. Ich bin das
Herdfeuer, das Herz des Lebens und die sichere Erde, die euer Zuhause ist. Und dieses mein
Herz ist einzigartig und doch vielfältig in all den Galaxien. Ehrt euer Zuhause, die
Erde, nicht wegen ihrer Größe, sondern für ihre Einfachheit. Denn in dieser Hülle ist
euer Schutz. Seid wie meine Kinder, die Tiere, die Vögel und die Pflanzen. Denn statt zu
sterben leben sie unsterblich in meiner immerwährenden Zuflucht. Ihre Existenzkreisläufe
von Geburt und Tod sind nichts weiter als Träume für sie. Habt Mitgefühl mit euch
selber. Nur die Menschen glauben, dass sie sterben. Und durch diesen Irrglauben leiden
sie. Wendet euch meinen Tiefen zu, und ihr werdet meine Juwelen finden. Diese vielfarbigen
Steine sind verborgen in eurem eigenen Körper! Meine Rubine, Saphire und Smaragde
strahlen in eurem roten Lebensbaum; Meine Gold- und Silberadern fließen in eurem Blut.
Wendet euch euren Wurzeln zu. Leugnet weder Tastsinn noch Geruch oder Geschmack. Diese
bringen euch in Verbindung mit mir und allen meinen Kindern.
Erkennt mich als die
Erdmutter, die alle Dinge gebärt, die atmen, sich bewegen und ein Dasein haben. Mein
Körper enthält alle Elemente; darum sind alle meine Kinder von meinem Wesen. Ich bin in
ihnen allen. Und ich bin unsterblich.
AUF DEM BODEN VOR DEM
ALTAR STEHT EIN GEFÄSS MIT ERDE, EIN KELCH MIT WASSER UND EIN HÖLZERNER STAB. AN DEN
WÄNDEN STEHEN BRENNENDE KERZEN IN DEN VIER HIMELSRICHTUNGEN. FINDET DIE ZEREMONIE
DRAUSSEN STATT, SOLLTE ES EIN FEUER IN DER MITTE GEBEN UND EINEN ALTAR AUS STEINEN, SOWIE
VIER BÄUME ODER STEINE, DIE DIE VIER HIMMELSRICHTUNGEN MARKIEREN.
DAS RITUAL KANN VON
EINEM ODER ZWEI TEILNEHMENDEN DURCHGEFÜHRT WERDEN. IN UNSEREM FALL GIBT ES HIER ZWEI
ZAUBERINNEN, ZWEI MAGIER, EINEN BARDEN SOWIE ANDERE TEILNEHMENDE IM KREIS. DIESE TRAGEN
STIRNREIFEN AUS KU-PFER ODER ORANGEFARBIGE KOPFBEDECKUNGEN, KUPFERINSIGNIEN UND
ORANGEFARBIGE, GRÜNE UND ROSTROTE ROBEN.
DAS RITUAL KANN ZUR
WEIHE EINES RAUMES, SCHREINES ODER TEMPELS FÜR DIE ERDGÖTTIN ZELEBRIERT WERDEN.
Ich verehre die Erde,
meine Mutter.
DANN TRINKT SIE/ER AUS
DEM WASSERKELCH.
ER NIMMT DEN STAB UND
MARKIERT DEN KREIS AUF DEM BODEN; DABEI GEHT ER VON KERZE ZU KERZE; DABEI BEGINNT ER IM
NORDEN UND BEWEGT SICH IM UHRZEIGERSINN (DEOSIL - VON LINKS NACH RECHTS).
Erde, du Mutter, du
Festgegründete, singen will ich von dir, uralte Ernährern aller Geschöpfe, die du ja
alles, was im Meer und auf dem heiligen Boden, was in den Lüften lebt, mit
überquellendem Segen nährst; du nur, oh Königin, lässt sie gedeihen so reich an
Kindern und Früchten.
O selig, wem du in Güte
bist segnend gewogen, denn alles erblüht ihm in üppiger Fülle; schwellende Saat bedeckt
ihm alle Felder und reiche Herden beweiden sein Land. Sein Haus birgt Schätze in Menge.
Und so herrschen sie dann in Städten voll lieblicher Frauen, mild nach rechtem Gesetz,
begleitet von Segen und Reichtum.
Jünglinge schreiten
stolz in junger, blühender Freude; Jungfrauen spielen fröhlich in blütenumschlungenem
Reigen tanzbeseligt dahin auf den weichen Blumen der Wiese; so ist es mit jenen, die du
segnest; oh heilige Gaea, du gabenspendende Göttin. Heil Dir, Du Mutter der Götter!
Deine Mauern sind eine sichere Festung.
Von dem lieben Sohn des
Hermes sing mir, o Muse, ihm, dem Lärmerfreuten, Bocksfüßigen, Doppelgehörnten, der
auf waldiger Wiese sich tummelt mit tanzenden Nymphen.
Schweifen sie doch dahin
auf felsigen Häuptern der Berge, rufen Pan, den weidenden Gott, den glänzend behaarte,
struppig rauen, dem alle beschneiten Gipfel zueigen und die felsigen Häupter der Berge
und steinige Pfade.
Erst am Abend spielt er
liebliche Weisen auf der Schalmei; es sänge wohl keine lieblicheren Lieder je ein Vogel,
der aus den Zweigen im blühenden Frühling lässt sein Lied in süßen Klängen
verströmen.
Nymphen der Berge
umeilen ihn nun mit hellem Gesang, schwingen mit flüchtigen Schritten am dunklen Wasser
der Quelle singende Reigen; es tönt vom Gipfel des Berges der Nachhall.
Und tanzend wiegt sich
der Gott bald hier, bald dort; in der Mitte waltet sein flüchtiger Schritt. Heil dir Pan!
Mache uns Fenster für die Freiheit!
In Hymnen lobpreise ich
Seb, der das Geheime Tor auf seiner Stirn trägt! Möge unsere Brust bei uns sein, wenn
wir eintreten ins Haus der Herzen! Mögen unsere Herzen voller Liebe bei uns sein, wenn
wir eintreten ins Haus der Herzen, und mögen wir dort ausruhen. Mögen die Torflügel
aufschwingen für uns; möge Seb, der Prinz der Götter das Tor weit öffnen.
Heil Dir, Seb, Gott der
Erde. Die verborgenen Torflügel öffnen sich in der Oberen Welt und in der Unteren Welt;
und an ihrer Seite ist das Gleichgewicht des Ra, worin er Tag für Tag sich erheben lässt
das Gute und die Wahrheit, die Göttin Mayet.
Aset kommt und behütet
das Haus, und sie sucht die geheimen Wohnstätten des Horus auf, als er sich erhebt aus
dem Papyrus-Sumpf; und sie hebt ihn auf an seinen Schultern. Er wird vereint mit der
Gesellschaft in der Heiligen Barke. Seine Mutter, die Mächtige beschützt ihn. Herrin,
mache uns zur Gesellschaft der Heiligen Barke; beschütze auch uns und wache über unser
Herdfeuer.
ÜBER DEM ALTAR LEGEN
SIE IHRE HANDFLÄCHEN GEGENEINANDER.
2.MAGIERIN UND 2.MAGIER
TUN DASSELBE, DABEI VON OSTEN UND WESTEN KOMMEND, SODASS IHRE ARME ÜBER DEM ALTAR EIN
GLEICHARMIGES KREUZ ERGEBEN. ES KANN KRAFT GEFÜHLT UND ORANGEFARBIGES LICHT GESEHEN
WERDEN.
Das Kind wird solange
genährt, wie es in den Armen der Mutter liegt; und doch weiß es nicht, dass es die
Mutter ist, die es füttert. Später weiß es, an wessen Brust es gelegen hat.
So, wie die Mutter das
Kind nährt, so nährt die Mächtige Mutter den Boden. Doch nur wenige sind es, die
Ehrerbietung zollen, wo Ehrerbietung angebracht ist; und dies ist so, weil diese
freundliche Gottheit wie eine Mutter ist, welche die Launen ihrer Kinder erduldet. Einigen
verleiht sie ein Dasein entsprechend ihrer eigenen Vorstellungen. Anderen verleiht sie die
Vision ihrer eigenen Seele. Und selbst von diesen letzteren lieben einige sie in Stille
und fürchten sich, von der Erhabenheit zu sprechen, die auf sie herablächelt.
Aber es kam der Tag, an
dem ich der Mächtigen Mutter nicht mehr die rechte Ehrerbietung verweigern konnte; und
dies geschah, als ich wahrhaft lernte, welches Wesen mich genährt hatte, mich verliebt
gemacht und zum Geliebten gemacht hatte mit der Bewusstwerdung ihres alles durchdringenden
Geistes.
So fühlte ich an einem
warmen Sommertag als ich untätig im Gras des Hügels lag. Plötzlich fühlte ich eine
feurige Hitze in meiner Kehle; und ich wusste, dies war persönlich und vertraut; und es
begann mit der Erweiterung und Angespanntheit aller Sinne und wandte sich nach innen; und
zuerst hörte ich eine Musik wie von verklingenden Glocken, deren Klang sich entfernt in
jene wundersame Anderswelt, in die sich der Sage nach die Gottheiten Danaans
zurückgezogen haben; und dann öffnete sich mir das Innere der Hügel; und ich wusste, es
gab keine Hügel für jene, die dort lebten; und sie wussten nichts von den mächtigen
Bergen, die sich über ihren Lichtpalästen türmten; und die Winde glitzerten und waren
klar wie Diamanten; und dennoch voller Farben wie ein Opal, als sie dort durchs Tal
schimmerten. Und ich wusste, dass das Goldene Zeitalter überall um mich herum war, und
dass wir es waren, die blind für das waren, was in Wirklichkeit niemals von dieser Welt
verschwunden ist.
Mögen alle Lebewesen
und alle lebendigen Dinge, alles Leben, welcher Art es auch sei, alles sehen, das ihnen
Gutes bringt; Möge alle Freude zu ihnen kommen!
EINIGES WIRD AUFGEHOBEN,
UM DIE VÖGEL DAMIT ZU FÜTTERN.
1.MAGIERIN: Lasset uns
den Muttergöttinnen und den Erdgöttern für ihre Freigiebigkeit und das immerwährende
Zuhause danken.
ALLE STEHEN, WÄHREND
DIE MAGIERINNEN UND MAGIER AN DEN VIER KARDINALPUNKTEN DEN MÜTTERN UND DEN CHTONISCHEN
GOTTHEITEN DANKEN.
Finis
Quellen: Rune I,
"The Kalevala"; "Hesiod and the Homeric Hymns and Homerica";
"Egyptian Magic"; "The Book of the Dead"; "The Candle of
Vision"; Buddhist Benediction from "Every Nation Kneeling".
Es wird darauf hingewiesen, dass die Übersetzung nur zum privaten Gebrauch innerhalb der Fellowship of Isis bestimmt ist.
Die Übersetzung ist
autorisiert